Die dunkle Seite der Mythologien
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von Azazel » 21. Mai 2006 14:00
von ap » 20. Mai 2006 20:43
Eine Kritik von McHolsten (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 22.03.2006, seitdem 374 Mal gelesen Schlimmer geht’s nimmer? Schlimmer geht’s immer! Zwar kann man Kult nicht erzwingen, Kult entsteht meist ganz von alleine - es ist aber sicher nur eine Frage der Zeit, bis diese absolut durch geknallte Mischung aus Citizen Toxie : Toxic Avenger IV Fäkalhumor und Staplerfahrer Klaus Lehrfilmattitüden zumindest in Insiderkreisen bald als Quasi-Nachfolger von Klausi geahndet wird! Von der Konzeption sind sich die beiden Pseudo-Lehrfilme relativ ähnlich, was als relativ normal scheinender Dokumentarfilm beginnt, steigert sich nach und nach in ein immer mehr ins Groteske gehendes Blutbad. Letzteres ist unnötig zu erwähnen, spricht der Name Ittenbach doch für sich. Doch eine „billige Kopie“ vom kultigen Klaus ist der Film trotz mancher Parallele - wie z.B. dem Kommentator im Off - zu keiner Zeit, der Regisseur bringt genug Ideen ein, um sich weit reichend von diesem zu distanzieren. Zwar kommt er an dessen Klasse zwar nicht heran, aber selbst meine kühnster Erwartungen wurden maßlos übertroffen. Und es kam ganz anders als ich dachte… ... Wie man schon in der Inhaltsangabe erahnen kann gibt es hier kein Tabu das nicht gebrochen wird, keine Szene die nicht maßlos überzeichnet, geschmacklos oder politisch unkorrekt ist. Aber es macht einfach eine tierische Laune „Familie Ittenbach“ inmitten dieses ausgelassenen Wahnsinns zu beobachten. Jeder der Akteure konnte sich mal (wieder) so richtig austoben und fernab jeglichen Erfolgsdrucks in einem puren Spaßfilm agieren. So darf Olaf wieder vor der Kamera stehen und bewusst(!) herrliches Overacting betreiben, wie man es nur aus seinen filmischen Anfangstagen wie bei The Burning Moon kannte; also mal wieder so richtig den Asozialen raushängen lassen. Martina kann spielerisch kommende leidige Lebenserfahrungen sammeln – die zu sehende „Geburt“ ist ihrer verballhornenden Darstellung die widerlichste die ich je sah und dürfte so mancher Frau die Tränen in die Augen treiben dürfen. Zu guter letzt wären da noch die Kinder; diese dürfen hier das tun was ihnen im wahren Leben auf immer verwehrt sein dürfte und bleibende Jungenderinnerungen werden; ob traumatisch oder nicht stelle ich mal dahin. Diese Jungdarsteller sind übrigens nicht die eigenen von Olaf und Martina, sondern aus dem engsten Familienkreise - Kinder der Geschwister von Olaf. ... Fazit: Nur für Freaks die hart gesottenen Humor mögen und nur für Personen die in absehbarer Zeit keine Familie gründen wollen. Ittenbach´s Familienradgeber ist wirklich das Nonplusultra an derzeitig filmischer Geschmacksverirrung! Da ich mich schon wo als cineastischen Freak zähle, der neben einer in seinem tiefstem Herzen verwurzelten Vorliebe für solch einen „Schund“ darüber hinaus in den nächsten Jahren seine Steuerklasse behalten wird, gebe ich bei der ersten Sichtung gerne die 7/10.
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