jemandem Hörner aufsetzen und die Folgen

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von Schwarze Witwe » 20. Okt 2006 17:58

RALL mon cheri, ich bin gar überrascht, dass ich mit zwei Postings mehr von Euch lernte, als während meiner schier ewiglich dauernden, romantischen Affäre mit Pascal, die in einem verrauchten Straßencafé in Fronkreisch begann und kein Ende nahm :D

Und ich muss zugeben, dass das Foto von dir etwas zu klein ist, als dass ich drauf Hörner erkennen könnte. Zu dem Aufzug würden Wikingerhörner passen, was dem ganzen allerdings weniger nen ritterlichen Touch, sondern eher von einem mettrinkenden, randalierenden Trunkenbold geben würde, der in ner Burg, praktisch aufm Anwesen sein Unwesen treiben und Grabenkämpfe vor der hochgezogenen Zugbrücke veranstalten würde. :P Obwohl dass mit der Burg nen ziemlich verführerischer Gedanke ist und ich ja schon immer mal nen Burgfreulein bzw. ne Burgherrin mit Spitzhut und Schleier dran sein wollte. Mit Hofstaat und turmeigenen Narren *ggg*

Bis dato konnte mir das bloß noch keiner bieten und die einzigen Hörner, die ich dir aufsetzen könnte, wären die von nem Elch ;FG Wobei mir da manches Mal der Verdacht schwant, dass es vielleicht doch eher die Geliebten sind, die dem gleichgeschlechtlichen Teil der neuesten Eroberung die Hörner aufsetzen. Zumindest würde das ein bissel erklären, warum sich manche/r Betrogene emotional so in seiner/ihrer Ehre verletzt fühlen, hilflos, ohnmächtig, ausgelacht und verspottet usw. bis die Hahnenkämpfe und das Schlammcatchen losgeht. :knuddel:

Liebe Grüße
Schwarze Witwe

von Schwarze Witwe » 20. Okt 2006 17:42

Hi Noriel,

das ist ja spannend, das mit der Hahnerei wusst ich noch gar nich. Ich kannte bloß den Kinderspruch "AUWEIA AUWEIA DER HAHN LEGT KEINE EIER!" *ggg* oder dass man von irgendwelchen (männlichen) Machotypen behauptet, denen schwillt der Kamm, wenn sie sich gar allzusehr aufplustern und wie der Hahn im Korb echauffieren. Aber ich wär in dem Zusammenhang nie auf die Redensart "Jemandem Hörner aufsetzen" gekommen. Danke, he.

Von der andren Möglichkeit halt ich nich allzuviel. Ich hab schon Leute gesehn, denen der Teufel in die Füße gefahren ist. Kennst du den Unterschied zwischen welchen, die mit dem Teufel und nicht mehr mit Gott tanzen? Schlimm. Ganz schlimm. :peace:

Liebe Grüße
Schwarze Witwe

von Noriel de Morville » 19. Okt 2006 01:13

Nur eine Französische Ableitung einer Bezeichnung für den angehenden Studierenden; keine Französische Quelle.

Recht hast Du mit den unterschiedlichen "Ritualen", wobei gerade das Hörner abstossen/abschleifen relativ häufig auftaucht.

Dies sind auch nur möglcihe Alternativen, die nicht unbedingt die Bedeutung beinhalten müssen.


Viel Spass in der Ehe...

Noriel

von Rall Schorrdas » 18. Okt 2006 23:22

(Hmm... ich dachte immer, das mit dem "Hörner abstoßen" kommt von den Hirschen, die solches im Herbst machen und dabei jede Menge Lärm produzieren. Eine vielleicht naheliegende Parallele... An spätmitelalterlichen Schulen und Unis, wie übrigens auch Klöstern, waren zum Teil tatsächlich seltsame Riten üblich. Die waren aber lokal teilweise sehr unterschiedlich und ich bin mir deshalb nicht ganz sicher, ob man die französischen Quellen so einfach für den deutschen Raum 1:1 übernehmen kann (?).)

Soso, liebe Witwe.
Wir sollen also heiraten und Kinder kriegen? So weit in Ordnung, auch wenn ich noch nicht weiß, welchen Hai ich raten soll. Naja, darum geht es ja... Blauhai?
Aber dann auf ein Haus, ein Auto und eine Segeljacht sparen? Kommt gar nicht in die Tüte! Ich spare auf eine Burg (wegen der Optik und der praktischen Zugbrücke), ein Reitkamel (Kamele sind irgendwie cooler als Pferde und man hat einen besseren Ausblick von ihnen) und eine schöne, stabile Ritterrüstung (schwimmt zwar nicht, schützt dafür aber ganz gut vor Pfeilhagel und gehörnten Ehefrauen).
Was meine Hörner angeht: Die kennst Du ja aus dem Bilder-Thread. Im Moment trage ich sie gerade nicht, aber wenn Deine Seligkeit daran hängt, kannst Du sie mir natürlich auch mal wieder aufsetzten. Irgendwo müßte ich noch Mastix haben. Oder ich elihe sie Dir und setzte Dir dann solcherart die Hörner auf.
:rolleyes: :knuddel: :peace:

Rall

von Noriel de Morville » 18. Okt 2006 17:21

Die Hörner aufsetzten...

Eine Möglichkeit:

" Ihm Hörner aufsetzen" sagt man von einem betrogenen Ehemann, auch Hahnrei genannt . Hahnrei ist eine altdeutsche Bezeichnung für den Kapaun, den verschnittenen Hahn. Die Redensart kann daraus entsprungen sein, daß aus Spottlust über den Verlust der Zeugungsfähigkeit ( typisch, wa...?! ) häufig dem Kapaun auch die Sporen abgetrennt und ihm in den Kamm eingesetzt wurden, wo sie dann festwuchsen und an Hörner erinnerten.


Eine andere Möglichkeit:

Zu Beltane tanzt die Grosse Mutter ( Cerydwen ) mit dem Gehörnten Gott Cernunnos ( gal.Cerunnos). "Beltane" bedeutet "Das Feuer des Bel" ( Bel = der Leuchtende; röm. Belanos ). Beltane ist die Feier der Vereinigung der Grossen Mutter mit dem Gehörnten Gott, diese bringt neues Leben auf die Erde. Bei der Vereinigung kam es zur Liebesbeziehung der Avalon – Priesterin mit dem zukünftigen König der Kelten. Vor dieser Zeremonie lief der Gehörnte mit den Hirschen um die Wette zur Bezeugung seiner Verbundenheit mit der Natur. ( Die Kelten taten es den Göttern in dieser Nacht angeblich gleich, warum auch nicht...Orgien haben was für sich)

Als das Christentum Kirche immer mehr Einfluss bekam, verteufelte es Beltane und die Rituale zu diesem Tag und setzte nur alles Mögliche in die Welt, um den Einfluss der Priesterinnen und Druiden zu zerstören.
Beltane sei ein Bund mit dem Teufel und der betrogene Ehemann trüge das Zeichen des Ausgestoßenen, des Teufels, weil er seine Ehefrau nicht genügend unter Kontrolle hatte.


Deposition ( lat. depositio cornuum, : „Ablegen der Hörner“)

Die Studienanfänger der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Universität mußten zu ihrer Immatrikulation den Ritus der "Deposition" über sich ergehen lassen. Sinn dieser Handlung war es, daß der "beanus" (von franz. béjaune, d.i. bec jaune = Grünschnabel) oder "Bacchant" (von "Vagant" mit Anspielung auf mutwilliges Treiben im Zeichen des Bacchus) sein unakademisches, unzivilisiertes Wesen ablegte (deponere). Der Knabe - oft ging man schon mit 15 Jahren auf die Universität - wurde als ungebärdiges, störrisches, schmutziges, stinkendes Tier - eine Mischung aus Ziegenbock, Rind und Eber - vorgestellt.

"Die Beane wurden in einer Verkleidung, deren wesentlichstes Stück ein Hut mit Hörnern war, von dem Depositor [- als solcher fungierte zumeist der Rektor der Burse -] in den zur Handlung bestimmten Saal geführt. Nach mannigfachen Vexationen wurden die Hörner abgeschlagen, abgestoßen, abgelaufen oder abgeschliffen (davon "depositio cornuum")

jemandem Hörner aufsetzen und die Folgen

von Schwarze Witwe » 18. Okt 2006 15:48

*ihr Fenchelstabzepter in den Dämonenweltforenboden rammt*

Nun liebe Leute, hab ich mal nen andres Thema. Ich bin ja nich sehr religiös (erzogen worden), aber Gott, der Teufel und Engel (die meistens auf der rechten und linken Schulter von Menschen einzubilden sind und dort Allah steh mir bei, böse Einflüsterungen abziehen) interessieren mich schon irgendwie. Allerdings hab ich ne andre Herangehensweise an solche Themen als die meisten Leute mit der Bibel oder irgendnem andren heiligen Buch in der Hand.

Nehmen wir nur mal die beiden ugs. Redensarten "sich die Hörner abstoßen" und "jemandem Hörner aufsetzen". Ersteres wird ja meistens von Leuten behauptet, die noch relativ jung sind, alles just 4 fun nehmen und sehen und so ziemlich unbefangen und sorgenfrei, teils vielleicht auch gedankenlos und unüberlegt handeln.

Letzteres, jemandem Hörner aufsetzen, würde passieren, wenn Rall Schorrdas und ich z.b. den lang gehegten Wunsch Traum wahr sprich Realität werden lassen und endlich heiraten, Kinder kriegen, auf ein Haus, ein Auto und ne Segelyacht sparen, bis er wiederum Hörner aufgesetzt bekommt oder ich (was ich allerdings für etwas unrealistisch halte) ;FG

Jedenfalls hab ich mir überlegt, wie und was die beiden Redensarten wohl miteinander zu tun haben könnten. Kanns vielleicht sein, dass Leute, die sich frühzeitig und ziemlich heftig die Hörner abstoßen, später von ihrem Partner Hörner aufgesetzt bekommen? Zumindest wär das ne logische Schlussfolgerung, wenn man denn meint, dass Hörner unbedingt zu dem Menschen gehören wie zu Oppa Paulchen die 3. Zähne und dieser Mensch mit etwas Rachegefühl einfach Hörner braucht, um er selbst (wieder lebensfroh, unternehmenslustig und nen Antigewohnheitstier) zu sein?

Seltsam find ich an der ganzen Angelegenheit, dass die Menschen, die Hörner aufgesetzt bekommen sprich von ihrem Partner betrogen werden, im Grunde gar nicht die Böse oder der Böse sind, sondern die andre Person und bei derartigen Eifersuchtsrangeleien schon mal der Rosenkrieg lostobt, der Zank und Streit.

Denk nur ich, dass das Thema ziemlich missverständnisanfällig ist und ist das allen andren sonnenklar oder ist das generell nur doof sowas in dem Zusammenhang zu denken?

Liebe Grüße
Schwarze Witwe

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