China

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von Annarhi » 13. Dez 2006 18:59

@Psycho: Meinst du Gelassenheit? Ich denk, Gelassenheit ist anders als nen niedriger, runtergefahrener Blutdruck, den man manchmal beim Doc im Wartezimmer herstellt, wenn man sich selber beruhigt und die Körperfunktionen, den Blutkreislauf so extrem verlangsamt, dass man wie nen träges Tier ins Sprech-Zimmer kraucht. Gelassenheit erleb und empfind ich jedenfalls als durchaus dynamisch und aktiv. Wobei, TaiChi ist ja sowas wie ne Sportart, von daher ists gar nich mal so falsch. Meintest du das in etwa?

@Tyger: Die Nudeln find ich richtig lecker! Ich hol mir manchmal bei DinHau (ist so ne Restaurantkette) die Nudeln mit Bambussprossen, Hühnerfleischfetzen und der viehisch scharfen Sosse (Samba Olek oder so ähnlich) wo ich danach Feuer spucken könnte, wie andre, wenn sie nen Brandy hintergekippt haben *gg* Die Süssigkeiten kenn ich nich so, weils mich zu Hauptgerichten (Fleisch) wie gesagt bzw. geschrieben, davor ekelt, aber ich hab mir letztens so nen Kompottglas mit winzigen Melonenbällchen geholt, das war auch nur leicht gezuckert. Allerdings weiss ich nich, obs Absicht war und einfach nur nen Light Produkt oder aber typisch chinesisches Eingemachtes ist, d.h. charakteristisch für chinesische Küche. Von Europäern, Deutschen wird auch oft behauptet, dass sie zu salzig und fettig essen. Meine Oma hat früher immer gesagt, wenn das Essen versalzen ist, dann ist der Koch, die Köchin verliebt, hihi. Hat wahrscheinlich was damit zu tun, dass die Gedanken und Gefühle nicht beim Zubereiten und Kochen waren, sondern bei wem anders. Aber so heissts bei Schluckauf ja auch. Jemand denkt an dich oder Dein Freund denkt an dich, aber knutscht ne andre oder so ähnlich hat sie immer gesagt :au:

Von Mungobohneneis hab ich ja noch nie was gehört. Ich bin ja immer bissel käbisch, was Essen betrifft, was ich nich kenn, also nich unbedingt so experimentierfreudig. Wobei ich da auch schon angenehme Überraschungen erlebt hab. Früher hätte mich niemand dazu gebracht, Auberginen zu essen. Ich fand den Anblick (das Auge isst ja bekanntlich mit) immer total eklig. Aber mit Hackfleischfüllung, nem Schafskäsewürfel obendrauf, wo nen Zahnstocher mit ner Weintraube reingespiesst ist *Mmmmmhmmmm* Zahn tropf ...

von Tyger » 13. Dez 2006 14:17

Zum Thema chinesisches Essen: Das kann recht vielfältig sein, und was man bei uns bekommt, ist meist nur eine sehr kleine Auswahl. In Henan, der Gegend, in der wir waren, isst man z.B. recht wenig Reis, dafür gibt es viel Nudeln, Gebackenes und kleine Hefeklößchen mit allerlei Füllung.
Interessant ist, dass Süßigkeiten traditionell nicht so quietschsüß und zuckerstrotzend sind wie bei uns, sondern nur eine ganz leichte Süße haben, die oft gar nicht von zugesetztem Zucker, sondern aus irgendwelchem Obst oder Gemüse(!) kommt. Richtig ungewöhnlich war für mich etwa ein grünes Mungbohnen-Eis am Stiel, das zwar nicht ganz so schmeckte, wie es ein Europäer von einem Eis erwartet, aber richtig lecker war. (Man stelle sich etwa ein zu Eis gefrorenes Püree aus rohen Zuckerschoten vor.)

von PsYcHo [d34ds50t] » 12. Dez 2006 20:35

ich geh gern chinesisch essen =) respektiere auch starke teile ihrer kultur , was mich fasziniert ist die ruhe und kontrolle mit der sie ihr leben begehen. habe eine zeit lang tai chi praktiziert war sehr interresant konnte zawr nicht wie von meinem lehrer beschrieben das innere chi in mir spüren doch beruhigte es mich und ermöglichte mir meinen puls und ähnliches unter kontrolle zu halten was bei mir einem menschen mit einem extrem hohen ruhepuls (104) nicht unpraktisch ist =)


ansonsten einfach hi @ all mal wieder x.x schön euch zu lesen


mfg und lg @ all Jan aka PsYcHo

von Annarhi » 12. Dez 2006 19:48

Chinesisches Essen ist gewöhnungsbedürftig, find ich. Gut, ich war selber noch nich in China und ich schlag mich mit den Meldungen der Gesundheitsbehörde umher, dass manche in alten Lieferwagen streunende Hunde und Katzen einsammeln, zu Wurst und Fingerfood verarbeiten, aber einiges an chinesischem Essen (zumindest was es beim Chinesen in Deutschland gibt) ist schon ziemlich lecker. Wobei ich bei Fleisch und warmen Früchten oder Ente mit Honig schon irgendwie nen Würgereiz bekomm. Die Zusammenstellung ist mehr was für abenteuerlustige in der Hinsicht (würd ich mir auch nich die Mühe machen, die 5 Elemente Ernährungstabelle zu zücken und zu gucken, was wie und warum zusammenpasst oder nicht). Die Engländer servieren ja auch das fetteste Fressen. Letztens haben sie nen Bericht gebracht, dass es unterm Big Ben ne Bude gibt, wo die Schüler alle hinstürmen, um sich frittierte Mars- und Snickersriegel usw. triefend über dem Teller breitgelaufen servieren zu lassen. Die Zahnärzte freuts natürlich und die haben ne Adipositasrate bei den Jugendlichen in England, die schon bald amerikanischen Verhältnissen gleicht.

Seit ich gestern abend in den Nachrichten gesehn hab, dass irgendwo nen Massengrab bei nem Bauern ausgehoben wurde, und die Meldung an die Öffentlichkeit erging, kein Fleisch mehr von dem zu essen, weil er die Frauenleichen zu Wurst verarbeitet hat, ist mir sowieso nur nach Hasenfutter sprich Salat und Möhren. Wie krank muss man sein, frag ich mich jedes Mal, wenn ich solche Nachrichten seh.

Soviel zum Thema fettes chinesisches, fleisch- und pflanzliches Essen im Vergleich... Aber pflanzliches Essen, Bambussprossen z.B. sind schon nich zu verachten. Jedenfalls besser als Zimtsterne. Wer jetzt laut schreien mag: Früher war eben nicht alles besser: die Zimtsterne aber schon, selbst wenn nach Ommas Hausmütterchen Rezept der Kalorienbedarf für nen ganzen Monat damit gedeckt war. Angst macht dabei nur der böse Zucker (Karius und Baktus!) Nicht mal die nach übermässigem Verzehr unvermeidlich eintretende Übelkeit konnte einen abschrecken. Man hat eben reingehaun!

Heutzutage muss man jedenfalls nich mal mehr nur um die Figur, sondern auch um sein Leben fürchten, wenn man Zimtsterne mit bunter Glasur isst. Mehl (Gluten-Unverträglichkeit!) Butter und Milch (Laktose-Intoleranz!) und Zimt, das Weihnachtsgewürz Nr. 1 enthält krebserregendes und leberschädigendes Cumarin!) Was ist recht schnell zu merken? Einstmals harmlose Backzutaten sind zu Biowaffen mutiert. Im Teig werden die fiesen Stoffe dann durchgeknetet, das explosive Gemisch wird gebacken (Acryl-Amid entsteht!) und schließlich als Rundumgefahrenpaket aufm Weihnachtsteller präsentiert.

Als Kekse nur Kalorienbomben waren, waren sie irgendwie leichter verdaulich... Ich brauch dies Jahr jedenfalls keine.

von Tyger » 12. Dez 2006 16:54

Tja - irgendwo in China. Die Fotos haben sie gemacht, nicht wir.

von Azazel » 12. Dez 2006 10:15

wo sind die Mädels? *g*

China

von Tyger » 11. Dez 2006 23:04

Inspiriert von Ralls Japan-Thread schreibe ich auch mal ein bisschen was über China (damit die Unterschiede klar werden;-). Hier also meine gar nicht so dämonischen Reiseimpressionen:

Dieses Jahr verbrachte ich zwei Wochen in China, um an einer Taiji-quan-Convention teilzunehmen - zwei Tage in Beijing, von da ging es mit dem Zug nach Kaifeng, wo die Con stattfand und von dort machten wir noch ein paar Sightseeing-Ausflüge mit dem Bus.
Ich war verblüfft, wie völlig anders Cina ist im Vergleich zu allem, was ich bisher von Europa, Amerika und Afrika bereist hatte. Die Mentalität, der Geist, der dort in der Atmosphäre liegt, mutet beinahe außerirdisch an. Alles ringsum ist laut, schrill und chaotisch, und der Straßenverkehr derart, dass man sich anfangs kaum über die Straße wagt. Unglaublicherweise habe ich in der ganzen Zeit aber lediglich zwei kleine Unfälle gesehen - in Deutschland würde eine solche Fahrweise spätestens nach 30 Sekunden zu einem allgemeinen Massencrash führen. Eine gute Idee, die man hier durchaus übernehmen könnte, gab es allerdings an den Ampeln. Viele davon hatten statt der Gelbphase einen zweistelligen Countdownzähler, so dass man immer genau wusste, wie lange noch Rot oder Grün ist.
Die Verständigung ist problematisch, wenn man kein Chinesisch kann, denn Englisch spricht so gut wie niemand und die meisten Beschriftungen sind ebenfalls nur auf Chinesisch, so dass man als Ausländer sozusagen als Analphabet dasteht. Ohne unseren Taiji-Lehrer, der Chinesisch kann, wären wir wahrscheinlich nicht einmal vom Flughafen bis zum Hotel gekommen - an die Zugfahrt gar nicht zu denken. Selbst das Zeigen von Zahlen mit den Fingern funktioniert bei den Chinesen noch anders als bei uns, ist aber immerhin schnell zu lernen. Dafür ist alles (bis jetzt noch) sagenhaft billig, so dass man leben kann wie Graf Koks. Ein einfaches, aber sehr reichliches Mittagessen mit ebenfalls reichlich Bier (das war so ziemlich das einzige Wort Chinesisch, das wir alle gelernt haben: Bier heißt Pijao;-) gabs für umgerechnet 1 Euro pro Person (inklusive Trinkgeld, das in China aber eigentlich gar nicht üblich ist), lange Taxifahrten kosten 2 oder 3 Euro und ein Doppelzimmer in einem Hotel von annähernder Grandhotel-Klasse 50 Euro. Da hält einem dann ein livrierter Hoteldiener die Tür auf, wenn man aus dem Taxi direkt auf den roten Teppich steigt, in der Lobby kann man an einem Kaffeetisch auf einem Glasboden sitzen, unter dem Goldfische umherschwimmen usw. usf. Das hat was.
Überhaupt ist hier ein Service üblich, wie man ihn sich in Deutschland überhaupt nicht vorstellen kann. So kaufte ich mir z.B. beim abendlichen Stadtbummel eine Hose, (für 10 Euro - hier würde sie mehr als das zehnfache kosten) - nur waren die Hosenbeine deutlich zu lang. Kein Problem - die Kürzung war im Kaufpreis inklusive und an einer Nähmaschine direkt im Laden innerhalb von ca. 5 min. erledigt; zum Abschluss wurde die Hose noch einmal frisch gebügelt.
Als kleines Gegengewicht zu all dem Positiven sollte ich noch die Hygiene erwähnen. Wer China bereist, darf nicht allzu zimperlich sein und kein zu empfindliches Näschen haben. Es müffelt hier und da recht kräftig, und wenn man vorhat, an einem der zahlreichen Straßenstände etwas zu essen, sollte man sich den Stand vorher unbedingt genau anschauen. Wir haben so einiges ziemlich Haarsträubende gesehen, und selbst in den sonst wirklich edlen Hotels, in denen es nicht an Luxus mangelte, waren Geschirr und Essstäbchen grundsätzlich fettschmierig - irgendwie kommt dort einfach niemand auf die Idee, dass sich daran jemand stören könnte. Auf das Thema öffentliche Toiletten (auf die man sich sein Papier grundsätzlich selbst mitbringen muss) gehe ich besser gar nicht näher ein.
Sehr verblüfft war ich übrigens, wie wenige ausländische Touris außer uns hier zu sehen waren. In der Hauptstadt wenigstens hier und da mal einer, aber in Kaifeng, einer sehr sehenswerten schönen alten Kaiserstadt und zudem noch einem offenbar beliebten Touristenziel, gab es nur chinesische Touristen - von denen allerdings jede Menge. Bei der Besichtigung des Shaolin-Tempels wurden wir gleich selbst zur Attraktion, als sich ein paar chinesische Mädels mit uns zusammen fotografieren ließen - ein Foto zusammen mit Europäern scheint etwas durchaus Besonderes zu sein und einen Hauch von weiter Welt zu vermitteln.

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