DMCA - das Ende der Freiheit des Internets - wie lange noch?

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von Mystery » 23. Aug 2007 13:01

Vamp hat geschrieben:*mal aus dem Archiv fisch*
Ist das eigentlich noch aktuell? Ich meine, das überwacht und kontrolliert wird ist ja bekannt, aber läuft das in der im Post angesprochenen krassen Form ab? Ich meine wir machen doch viele der als verboten angesprochenen Sachen, wie z.b. Zitate.
Ich weiß nicht genau, ob es nun ganz so krass ist, aber mitbekommen habe ich zum Beispiel, dass Festivals, Konzerte, Demos, etc... die den Staat in ein schlechtes Licht rücken könnten (Geht das überhaupt noch? *hüstel*), vereitelt und während den Veranstaltungen aufgelöst worden sind, weil Teilnehmer sich davor im Internet (ICQ, E-Mails, etc.) darüber ausgetauscht haben, wann und wo sowas stattfinden wird...

Tatsächlich kam es auch vor nicht allzu langer Zeit vor, dass sogenannte Fanfiktions bzw. diverse Portale gelöscht wurden, weil angeblich gegen Copyright-Rechte verstoßen wurde. Seitdem sollte jeder FF-Autor in seiner Story anmerken, dass er damit kein Geld verdient und Charaktere und Handlungsorte dem Original-Schriftsteller gehören.

Mehr habe ich jetzt auch nicht mitbekommen, Tinúviels Internet-Adresse undefined://www.heise.de/security/
gibt es aber noch, wer will, kann sich da ja mal umsehen, man findet bestimmt noch was zu dem Thema...

LG,
Mysti

von Konkalit » 23. Aug 2007 05:20

Hehe , sollten irgendwann wirklich mal Probleme auftreten, wegen dem was ich auf meinem Rechner hab, was ich schreib oder mach, weil ich bespitzelt, bespannt oder beobachtet werde, ist das n netter Grund den Ausnahmezustand auszurufen. Irgendwann reichts doch, wie lange will sich das unmündige Biedervolk den Scheiss noch gefallen lassen?

von Annari » 20. Aug 2007 16:15

Manche kennen nich mal ihre Grundrechte geschweigedenn die damit verbundenen Verpflichtungen :har:

von Patrizia » 18. Aug 2007 14:01

Ich hoffe, dass es so schlimm nicht kommen wird, denn ich möchte meine Meinunsfreiheit nicht beschneiden lassen. Ich werde mich stur stellen und mein Recht auf freie Meinungsäußerung weiterhin als Protest wahrnehmen. So was kannund darf man sich nicht gefallen lassen. :shock:

von freddy » 18. Aug 2007 09:06

zum Glück benutz ich kein windows :|
bin for einem Jahr auf Linux (Ubuntu) umgestiegen :D

von Azazel » 18. Aug 2007 07:37

*mit manatwar mitsing*

von Brösel im Haar » 18. Aug 2007 05:38

@Tinu`viel

Danke für deinen interessanten Beitrag.
Wusste bis Dato nicht dass es schon soo arg ist.

Gries
Brösel :peace:

von manatwar » 17. Aug 2007 23:56

Also so in dieser krassen Form wie es oben dargestellt wird ist es nicht und wird es hoffentlich niemals sein.

Falls doch *krusteltmalinderWaffenkiste*

All diese Richtlinien haben wenig einfluss auf den Normaluser und selbst Menschen die etwas mehr Wert auf Meinungsfreiheit legen wie zum Beispiel hier im Dämonenforum, merken nichts von diesen Gestzen, dass merken erst Leute die anfangen mit gestohlener Software zu handeln oder Hacker die sich zu doof anstellen.

Hoch lebe die Freiheit. Vive la Revolution. *g*


Grüße manatwar

von Zerberus » 17. Aug 2007 21:21

ich glaub , das es so kommen wird . und ja, ich werde protestieren . notfalls mit gewalt . viel können sie mir nehmen , aber nicht meine freiheit .


bin mir ernsthaft am überlegen keine microsoft programme mehr zu benutzen (außer zum zocken)

windows ist ein schei** betrie3bssystem ,voller fehler und viel zu überteuert . ich bleib jetzt erstmal bei suse .

von Vamp » 17. Aug 2007 21:10

*mal aus dem Archiv fisch*
Ist das eigentlich noch aktuell? Ich meine, das überwacht und kontrolliert wird ist ja bekannt, aber läuft das in der im Post angesprochenen krassen Form ab? Ich meine wir machen doch viele der als verboten angesprochenen Sachen, wie z.b. Zitate.

DMCA - das Ende der Freiheit des Internets - wie lange noch?

von Tinúviel » 29. Mär 2005 11:34

Die imperialistischen Pläne der USA beinhalten nicht nur den Kampf gegen angebliche "Schurkenstaaten", unter dem Alibi der "Terrorbekämpfung" ersuchen sie vielmehr jegliche Form der Meinungsfreiheit zu unterbinden. Und diese ist insbesondere in einem ganz bestimmten "Ort" gefährlich: dem Internet. Es ist dabei zu betonen, daß es eine Illusion ist, zu glauben, es ginge "bloß" um Piraterie bezüglich Musik- oder Filmdateien!

Vor fünf Jahren wurde in den USA der Digital Millenium Copyright Act (DMCA) ins Leben gerufen. Man möge sich diese vier Buchstaben merken.

Leider ist es mir noch nicht gelungen, alle Informationen im Netz nachzuweisen, im Grunde bin ich erstaunt, wie wenig ich darüber fand bzw. wie veraltet die diesbezüglichen Informationen sind. Daher sei auch gleich die Bitte vorweg geschickt, genauere Infos hier in diesen Thread zu posten!

Einige Details dürften jedem bekannt sein, gleich ob es nun um das Ende von Napster, den Ausschluß rechtsradikaler Seiten, die Verfolgung von Pädophilen oder die Nutzung des Internets durch "Terroristen" geht. Sichere Kopierschutzmaßnahmen ärgerten sicher auch schon den einen oder anderen, weil die gekaufte Original(!)-CD oder -DVD nicht im eigenen Laufwerk lief. Vom einstigen Recht auf Privatkopien gar nicht erst gesprochen! Andere mußten überrascht feststellen, daß es verboten ist, eigene Kurzgeschichten zu schreiben, in denen Charaktere wie "Darthvader" (Lucasarts) oder "Harry Potter" (Time Warner) vorkommen. Vgl. Artikel Kontrolle über das Kopieren.

Moment, wird jetzt d(i)e(r) eine oder andere sagen, stand oben nicht etwas von US-Copyright? Sind wir hier etwa in Amerika?

Offenbar schon, denn parallel zur alttestamentarischen Anti-Terror-Losung "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" verpflichtet die Kulturindustrie der USA (voran zu nennen: Microsoft, Adobe, AOL, Time Warner etc. etc.) ausländische Medienfirmen bzw. auch ganze Staaten (Taiwan, Chile, Australien...) zur Unterzeichnung des DMCA. Vgl. heise.de - Das US-Copyright für den Rest der Welt

Auch die Europäische Union hat dementsprechend 2002 eine Richtlinie für Urheberrechte in der Informationsgesellschaft verabschiedet. Perfide die Folgen - etwa sind Online-Bibliotheken seitdem illegal:

Da das Grundgesetz keine Unterscheidung zwischen analogen und digitalen Medien vornimmt, darf man erwarten, dass das Gleiche für den Zugang zu digitalen Werken zutrifft. Und tatsächlich sieht die Richtlinie in Art. 5 Abs 2c die Möglichkeit vor, Vervielfältigungshandlungen in öffentlich zugänglichen Bibliotheken, Bildungseinrichtungen, Museen und Archiven, die keinen wirtschaftlichen Zweck verfolgen, von der ausschließlichen Kontrolle der Rechteinhaber auszuschließen. Anfangs waren, wie von Lewinski erläuterte, hier nur Archiv- und Ersatzkopien vorgesehen. Im Verlauf der Verhandlungen wurde diese Schranke etwas weiter gefasst.

Kategorisch ausgeschlossen ist jedoch eine online-Ausleihe digitaler Werke (vgl. die vorangestellte Erwägung 40). Art. 5 Abs. 3n lässt allein die Möglichkeit zu, dass die genannten Einrichtungen für die Nutzung von digitalen Werken "durch ihre Wiedergabe oder Zugänglichmachung für einzelne Mitglieder der öffentlichkeit zu Zwecken der Forschung und privaten Studien [] eigens hierfür eingerichtete Terminals in den Räumlichkeiten der genannten Einrichtungen" bereithalten. Diese Kopplung an einen Präsenzraum im Internetzeitalter des globalen Zugriffs auf Informationen scheint aberwitzig. Die EU-Richtlinie schickt die Bibliotheken mit einer Eisenkugel am Bein in die digitale Wissensordnung.


heise.de - Das Urheberrecht vom Kopf auf die Füsse gestellt

Aber es kommt noch besser: alsbald wird - von Microsoft initiiert - eine neue Hardware auf den Markt kommen. Ein spezieller Chip soll dafür sorgen, daß dann jeder neue Rechner einen "sicheren" und einen "unsicheren" Bereich hat. Letzterer dient nur dem Debugging und ist für den Normalnutzer unbrauchbar, in ihm laufen keine komplexen Programme, er hat nur die Aufgabe, daß ein Spezialist einen Computer wieder zum Laufen kriegen kann, der aus irgendeinem Grund nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert. Das Wort "sicher" scheint in diesem Sinne auch mehr so zu verstehen sein, daß dieser Bereich sicher vor dem Normalnutzer und seiner eventuell noch vorhandenen Kreativität ist. Es laufen nur speziell zertifizierte Programme. Diese Zertifikate sind sehr teuer und nur für Großfirmen wie eben Microsoft zu erwerben. Es wäre das Ende von Linux, Firefox, Winamp - ja im Grunde von allem, was nicht von der Lobby der Monopolisten programmiert wurde. Und diese hätten sozusagen den Wettbewerb in der Informatikbranche zu ihren Gunsten ausgeschaltet.

Das "Windows" der Zukunft wäre in diesem Sinne dann auch ähnlich "benutzerfreundlich", wie es bereits XP etwa im Vergleich zu Win98 bereits andeutet: alle Einstellmöglichkeiten sind reduziert, die Oberfläche fest vorgefügt, individuelle Gestaltung ausgeschaltet - und Kreativität - nun da hat Grambart ja bereits eine entsprechende Rechtschreibreform vorgeschlagen - verwandelt sich in Krea-tief-ität.

Eine private Webseite wie diese hier wäre demzufolge auch wahrscheinlich alsbald am Ende. Es dürfte ja dann genügen, daß jemand einen copyright-geschützten Nickname benutzt, aus einem Zeitungsartikel zitiert(!) oder ähnliches, damit die Seite dichtgemacht werden kann.

Und dies ist ja auch nur ein Aspekt der allmählichen Offenbarwerdung sublimer Diktatur, in der wir BEREITS leben. Ab überübermorgen (1.April) werden Kontobewegungen für jeden Arbeitgeber einsichtig, der Handel mit Informationen über Privatleute boomt, alsbald werden Krankenkassen ihre Beiträge vom Konsumverhalten ihrer "Kunden" abhängig machen, Emails werden schon lange gescannt und alle Versuche des "kleinen Manns", ein eigenes Geschäft aufzubauen, durch immer mehr Hürden unterbunden. Internetradios sollen neben anderen Gebühren auf einmal für jeden ausländischen Zuhörer bezahlen (da dieser ja ansonsten kostenlos an Analogkopien der Musik käme) und überhaupt soll die Möglichkeit der Analogkopie unterbunden werden. Und was passiert, wenn Handys oder Festnetztelefonanschlüsse nicht mehr von jedermann/-frau finanziell unterhalten werden können sollten, aber auch keine Telefonzellen mehr existieren werden, braucht man ja nur anzudeuten.

Euer Tinúviel

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