Der Terror als Türöffner für die totale Überwachung

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von Azazel » 12. Sep 2007 07:52

@default - danke für die Info!

von Annari » 11. Sep 2007 20:30

Ich weiß gar nich was ihr gegen ne Überwachungsgesellschaft habt. Also ich find, der voyeuristischen Ader mancher Leute muss Genüge getan werden und da kann man sogar Spass dran haben *mehr schlecht als Recht posier* Rall, ich hab auch nix gegen Kontrollinstanzen, wenn ich davon nich beeinträchtigt werde und ich mich davon ungefragt in mein Privatleben eingegriffen fühl.

Außerdem ist Überwachungsgesellschaft gar nich Azas oder der allmächtigen Dämonenwelt-Moderatoren Thema. Die werden schließlich belauscht, wie manche Mobilfunkgeräte nicht auf SMS-Pieps-, Akku- oder Minutentöne abgehört werden, nich vom Onkel Doktor, der Herztöne checkt, sondern von Spitzeln. Die Stasi lebt.

Also ich führ allmonatlich in dem Internetcafe hier ne öffentliche Anhörung von Azas Sendungen durch. "Die weltberühmte..." mompl... Rechner durchzähl "... unter 20-Ohren-Sendung".

Da war doch noch was...

... ach ja!

Und bei der nächsten will ich wieder unbedingt dabei sein!

LG
Annarhi

von Rall Schorrdas » 11. Sep 2007 10:59

Anna:
War jetzt natürlich nur eine arg verknappte Version meiner Vorstellungen. Natürlich muß es immer Kontrollinstanzen geben und dergleichen. Wie die dann aussehen und welche Befugnisse sie alle haben; darüber kann man sich lange streiten. Aber der Grundgedanke ist der, daß die Motivation zum Regieren nicht das Streben nach mehr persönlicher Macht sein darf. Und das ist es in einer Demokratie nunmal fast immer. Bei einem hinreichend kontrollierten Fürsten hingegen fehlt diese Möglichkeit des Machtzugewinns. Es kommt nur mehr Arbeit auf ihn zu. Und wer solche dann macht, ist in der Regel ein Idealist.

grüne Grütze,

Rall

von Default » 11. Sep 2007 10:01

Im Januar gab es dazu einen interessanten Artikel, der Parallelen zieht zum alten Rom:

Roms Untergang und das Anti-Terror-Gesetz
In einem Artikel von überraschender Aktualität über eine Geschichte aus dem alten Rom, die über 2000 Jahre her ist, berichtet die „New York Times“ über weitgehende Schlußfolgerungen angesichts der Verabschiedung der „Detainee-Treatment-Bill“ im US-Kapitol. Wird es das Ende der US-Republik einläuten so wie damals das Ende der römischen Republik?....
.... Im Jahr 68 vor Christus wurde das damalige Rom, zu diesem Zeitpunkt bereits der Herrscher der bekannten Welt, von einem überraschenden und brutalen Terroranschlag betroffen: Direkt unter der Nase der Römer, im Hafen von Ostia, wurde die ganze Kriegsflotte des mächtigsten Reiches des Altertums in einem Streich überfallen und in Brand gesetzt. Alle Schiffe brannten nieder.

Die Terroristen nannte man damals Piraten. Allerdings handelte es sich hier nicht um ein einzelnes Piratenschiff, sondern eine umfassende Terrororganisation, die einen so vernichtenden Terroranschlag verüben konnte.

Die römische Regierung, das ist in diesem Fall der Senat von Rom gewesen, reagierte fast identisch wie das US-Reich auf die Anschläge des 11. September 2001. Es wurde ein Gestz erlassen, das einem einzelnen Herrscher umfassende Rechte zugestand, um „mit dem Piratenwesen aufzuräumen“, in diesem Fall „Pompeius dem Großen“.........
........... Doch es war zu spät, solche Fragen zu stellen. Mit dem ältesten Trick des politischen Handbuchs war dem Volk die Macht entrissen worden und es bekam sie nie wieder: Man hatte eine Panik erzeugt, in der jede oppositionelle Stimmme als „schwach“oder sogar „verräterisch“ gekennzeichnet werden konnte. Pompeius blieb für sechs Jahre im Nahen Osten, etablierte überall Marionettenregimes und wurde zum reichsten Mann des [römischen] Reiches.“

Harris meint, die weitgehenden Ermächtigungen nach dem 11. September 2001 für den US-Präsidenten, zusammen mit dem nun verabschiedeten „Detainee-Bill“, stellen als historische Parallele eine (endgültige) Entmachtung des Volkes in den USA dar. Er zählt im einzelnen auf, was das neue Gesetz „Detainee-Bill“ beinhaltet:......

ursprünglich in der berlinerumschau erschienen, dort nicht mehr verfügbar, aber noch nachzulesen bei
undefined://oraclesyndicate.twoday.net/stories/3213053/

___________________________________

[img]undefined://www.asterix-international.de/asterix/pi ... galary.jpg[/img]

Die spinnen, die Römer

von Sammael » 11. Sep 2007 09:39

Es geht dabei ja auch darum, dass wirklich nichts mehr geheim ist.
Diese Überwachung würde ja nicht "nur" der Anti-Terrorarbeit dienen, sondern auch bei der Suche nach illegalen Downloads und anderem Kram dienen. Die Telefone werden schon abgehört, und selbst erben ist schon ne komische Sache. bevor man überhaupt weiß, dass man erbt kommen schon alle möglichen Behörden und sagen: "So, sie haben das und das geerbt." Schön wenn man selbst noch nichts davon weiß. In einigen Bundesländern wurden auf Autobahnauffahrten Kameras installiert, die die Kennzeichen aller vorbeifahrenden Fahrzeuge aufnehmen sollen. Angeblich, um gesuchte Verbrecher zu finden, aber dass die Daten ein halbes Jahr gespeichert werden sagt keiner. Schön, wenn man von vornherein verdächtig ist. Eine Überwachung ist ja nur bei einem begründeten Verdacht mit richterlichem Beschluss möglich.
Ich glaube auch nicht, dass andere Politiker eine Lösung sind, denn im Endeffekt ist es die Macht, die korrumpiert, nicht die Erziehung von Leuten wie Stasi-Merkel oder Überwachungs-Schäuble. Demokratie ist in meinen Augen Unterdrückung der Minderheit, in der die Mehrheit sich selbst zur Minderheit wählt.
:chaos:

von Azazel » 11. Sep 2007 08:46

ich hätte auch nichts zu befürchten und doch nervt es mich, wenn PC's überwacht werden sollen....da geht es mir ums Prinzip!

von Zerberus » 10. Sep 2007 20:25

wollen doch mal sehen ob die beamten spasties an meine daten kommen !!! ich brenn die polizeiwache ab , wenn die in meinen persönlichen daten rumstöbern !

von Body & Brain » 10. Sep 2007 20:21

Ist so einer Welt ist Moral doch völlig über!!! Jeder wird verarscht, die kollektive Dummheit macht's möglich.

Man wünscht sich fast, in dem Flugzeug am 11. September dringesessen zu haben.

von Annari » 10. Sep 2007 16:42

Könnt ich zustimmen. Macht mich das dann auch zur Monarchistin? *Pelzkragen wie Katharina die Große aufbausch* *ggg* Nur andrerseits gibts auch einige Leute, die sich das, was sie von Eltern-Haus aus nicht sind und werden sollen bzw. wollen, hart erarbeiten müssen, wohingegen denen alles in die Wiege gelegt wird, oftmals so gar nich damit umgehen wollen. Also mir gings früher so. Wenn mich mein Opa in die politsche Bahn leiten wollte. Hat mir irgendwie widerstrebt. Aber mein Antiwille ist eh stärker als der dessen, was ich will und der Meinung anderer Leute nach "soll". War schon immer so. Frag mich und ich kann dir in erster Linie sagen, was ich nicht will.

*äug* :D

von Rall Schorrdas » 10. Sep 2007 11:48

Die Überzeugung, daß jemand, der von Kindesbeinen an zum Politiker erzogen wird, im Schnitt mehr auf dem Kasten hat als einer, der sich irgendwann in seinem Leben entschließt, die Leute solange zuzulabern bis sie tun, was er sagt.

Pampe,

Rall

von Annari » 10. Sep 2007 05:14

Gut, daß ich Monarchist bin...

Welches Märchenbuch hat dich denn dazu verleitet?

von Rall Schorrdas » 9. Sep 2007 11:47

*gähn*
Hattet Ihr von Schäuble was anderes erwartet?
Also, wenn Ihr was ändern wollt, dann geht entweder in die Politik oder versucht im Kleinen etwas Besseres vorzuleben. Ansonsten bringt es wenig, sich aufzuregen. Gut, daß ich Monarchist bin...
Und den Vergleich mit den 30er Jahren finde ich doch extrem ausgelutscht.

:|

Rall

von Annari » 8. Sep 2007 17:14

...Leider wird diese Aktion als Anlass dafür genommen...

Du sagst es, Aza. Als "Anlass", d.h. ist nicht der Grund. Ich find Überwachung auch total ätzend. Ich mein, jeder Mensch muss doch nicht nur willens und fähig sein, sich selber, d.h. eignes Verhalten kontrollieren zu können und so zu nem gesundem Maß an Selbstkontrolle und Selbstbeherrschung kommen können. Solche Maßnahmen unterbinden das und manchen wird damit nen Stück weit Eigenverantwortlichkeit für ihr Tun abgesprochen bzw. genommen. Be- und verurteilen könnte mans immer noch, in der Konsequenz. Ich finds so ätzend.

von Apokalypse » 8. Sep 2007 10:19

vielleicht wird jetzt auch nur zu schnell geschossen.
in der Debatte. das könnte auch sein, aber ich glaubs net

von Apokalypse » 8. Sep 2007 09:29

Da hast du Recht,
ich sehe das genau so Azazel. Ich habe gerade ein geschichtliches Déja-vu aus den 30 jahren oder täusche ich mich?

und ja wir brauchen noch ein "Ministerium für Wahrheit" jetzt kann 1984 kommen

in deinen letzten Satz "schöne neue Welt" das ist von Aldous Huxley ,"Wir" von Sewgenij Samjatin und mit 1984 - diese drei Bücher gehören zu den klassikern der Anti-Utopie

Der Terror als Türöffner für die totale Überwachung

von Azazel » 8. Sep 2007 09:00

Ein Terroranschlag in Deutschland ist vereitelt - 3 sog. Konvertiten (also Deutsche, die zum Islam übergewechselt sind) wollten anscheinend einen Sprengstoffanschlag auf amerikanische Einrichtungen hier in Deutschland verüben.

Der Staatsschutz und die Polizei konnten das verhindern und die 3 Leute schon im Vorfeld schnappen. Eine an sich erfreuliche Sache, denn wer will schon, dass Menschen durch Attentate sterben.

Leider wird diese Aktion als Anlass dafür genommen, dass schon wieder ein Geschrei im Lande nach noch mehr Sicherheitsmassnahmen zu hören ist. Diejenigen, die am lautesten danach schreien, gehören zu der Gruppe von Politikern, die sich an dem Gedanken ergötzen das ganze Land bzw. das ganze Volk einer totalen Überwachung zu unterziehen.

Online-Überwachung heißt das neue Zauberwort - das Ausspionieren durch staatlich sanktionierte Trojanerprogramme die auf den Rechnern von Verdächtigen eingeschleusst werden sollen und das im Notfall soagr ohne richterlichen Beschluss. Eine Tatsache, die an den Grundfesten des Grundgesetzes rüttelt. Nicht, dass dies überraschend wäre, denn der Terror wird schon lange dafür hergenommen um immer mehr an bürgerlichen Rechten und bürgerlichen Freiheiten einzuschränken - natürlich nur um schlimmes von uns abzuwenden und keinesfalls um alles zu kontrollieren :har:
Und es ist auch nicht überraschend, dass die üblichen Verdächtigen fast einen Orgasmus dabei bekommen, wenn sie vor Augen haben wie schön doch so eine totale Kontrolle ist. Das Schlimme ist, dass die Leute selbst danach rufen...sie betteln förmlich um diese Art des totalitären Überwachungsstaates und denken gar nicht daran, dass sie am Ende aller individuellen Freiheiten beraubt sind, dass sie nichts mehr tun und lassen können ohne dabei nicht überwacht zu werden. Die teilweise sicher berechtigte, aber zum großen Teil auch geschürte Angst steht über allen vernünftigen und kritischen Überlegungen.

George Orwell's düstere Vision von 1984 ist schon lange Wirklichkeit geworden und die sog. Freiheit in dieser sog. Demokratie ist nur noch Makulatur! Schöne, neue Welt kann ich da nur sagen... :kotz:

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