Findet sie jemand grottenhässlich?!

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von Annari » 2. Okt 2007 12:21

Höm, Der Genetiv is dem Dativ sein Tod bzw. umgekehrt klingt bissel kindisch, schulanfänger-, ABC-Pfengerpäckelmäßig nicht wahr oder kommt nur mir das so vor?

von Rall Schorrdas » 2. Okt 2007 12:07

Weiß nicht, was die ganze Aufregung soll. Die Beispiele sind doch alle sytanktisch völlig korrekt - bis auf das letzte. Beim vorletzten gibt es einfah 2 Möglichkeiten: "gemäß seines Einmkommens" und "seinem Einkommen entsprechend".
Und im Übrigen müßte es heißen: "Der Genetiv ist des Dativs Tod."

Pampe,

Rall

Findet sie jemand grottenhässlich?!

von Annari » 1. Okt 2007 16:46

Die Rede ist von dem Dativ und dem Genetiv. Ich hab heut morgens im Hamburger Abendblatt (WE-Ausgabe) ne interessante Kolumne gesichtet und so in mich reingeschmunzelt. Rubrik "Redensarten". Ich sag mal... Wenn ich ein Vögelein wär ... von Hermann Schreiber. Ich tipp das Teil mal schnell runter, weil ich den Artikel online nich gefunden hab.

Die Redensart ist zwar eigentlich "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod." Aber richtiger wäre ja "Der Genetiv ist dem Dativ sein Tod." Ich bin ja wie Hermann Schreiber ne absolute Dativ-Fanatiöse. Und mich würde mal interessieren, was der eine oder andre berühmt-berüchtigte oder angehende, unbekannte Schreiberling dazu sagt bzw. Stellung bezieht.

Lets tippeling. Hier ist die Kolumne:

"Seit mein berühmter Kollege Bastian Sick den Dativ an den Pranger gestellt hat (Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod.) muss man sich allmählich Sorgen um ihn machen. Um den Dativ natürlich) Er taucht immer häufiger auch dort nicht mehr auf, wo auch der Genetiv nicht hingehört. Hier ein paar Beispiele: "die Eröffnung eines Blumenladens direkt gegenüber des Krankenhauses" auch "gegenüber des Haupteingangs" ist vorgekommen, ferner "seit des Armee-Einsatzes" oder "gemäß seines Einkommens" oder "ihres Könnens entsprechend". Nun gibt es Präpositionen, denen die Grammatik sowohl den Dativ als auch den Genetiv zuordnet. "Trotz" z.B. Auch hier macht sich immer häufiger der Genetiv breit. Ich bleibe beim Dativ, weil ich ihn als die stärkere Ausdrucksform empfinde (nicht umsonst heißt das entsprechende Adverb "trotzdem")

Natürlich soll der Dativ den Genetiv nicht umbringen, aber umgekehrt bitte auch nicht! Diese Kolumne ist keine Deutschstunde, deshalb traktiere ich Sie, liebe Leser, auch nur ungern mit Grammatik. Aber nun ermuntert mich der Brief einer Leserin, es doch einmal zu tun. Wegen des Konjunktivs. Das ist schon deshalb ein schwieriges Thema, weil es im Deutschen 2 Konjunktive gibt. Der erste wird mit dem Präsenz gebildet (aus dem Indikativ wird der Konjunktiv SEI) und ist die klassische Erzählform der indirekten Rede. Der zweite wird mit dem Imperfekt gebildet (aus dem Indikativ wird der Konjunktiv WÄRE) und ist eine Möglichkeitsform. Sie setzt Bedingungen voraus, die häufig unerfüllbar sind (Irrealis). "Wenn ich ein Vögelein wär, und auch zwei Flügel hätt, flög ich zu dir." ist ein klassisches Beispiel dafür.

Der Konjunktiv II darf aber auch Zweifel ausdrücken: "Dieser alte Schwindler sagt, er hätte eine große Erbschaft gemacht." Das Problem ist, dass der Konjunktiv II sehr oft verwendet wird, wo er nichts verloren hat, nämlich in der "indirekten Rede". Und das hat Folgen! Wenn einer sagt, er sei dort gewesen, dann war er wohl wirklich dort, wenn er aber sagt, er wäre dort gewesen, dann war er es eben nicht, sondern wäre nur dort gewesen, wenn man ihn zum Beispiel eingeladen und reingelassen hätte.

Nun könnte man meinen, wenn so viele Menschen (selbst renommierte Schriftsteller und Übersetzer) immer wieder den falschen Konjunktiv verwenden, dann sei dieser Fehler - wie soviele andere Fehler - eben zur Regel geworden. Diese Meinung ist aber unzulässig. Denn der falsche Konjunktiv verdreht den Sinn einer Aussage ins Gegenteil. Und das darf nicht sein."


Also, was meint ihr? Dativ kontra Genetiv, Dativ und Genetiv, weder Dativ noch Genetiv?

*gespannt sei*

Liebe Grüsse
Annarhi

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