Dramen, die ihr mögt....
Verfasst: 10. Okt 2006 23:30
Welche Dramen mögt ihr? Welche Passagen aus diesen Werken sprechen euch besonders an und warum?
Mein liebstes Drama ist ELEKTRA von Hugo von Hoffmannsthal.
Nach der Rückkehr König Agamemnons aus dem Trojanischen Krieg wurde dieser von seiner Frau Klytämnestra und ihrem Geliebten Aegisth im Bade mit einem Netz überworfen und mit einer Axt ermordet. Tochter Elektra brachte daraufhin ihren kleinen Bruder Orest außer Landes in Sicherheit. Dort wird er zum Rächer seines Vaters erzogen. Auf dem Hof in Mykene hält Elektra als einzige die Erinnerung an den Mord ihres Vaters aufrecht und harrt dem Tage der Vergeltung. Elektra lebt verwildert im Hofe des Palastes zu Mykene und wird geduldet, trotz ihrer Hasstiraden gegen Klytemnästra und Aeghist. Täglich beschwört sie den Geist ihres Vaters und träumt von der Rückkehr des Bruders als blutiger Rächer und einem Fest zu Ehren des Vaters und Bruders. Ihre Schwester Chrysothemis ist ihr zu verweichelicht und denkt nur an ein Weiberschicksal. Klytämnestra hat wieder schlecht geträumt und naht mit ihrem Gefolge, um den Göttern zu opfern. Elektra verstellt sich und tritt ihrer Mutter freundlich entgegen, es kommt zur Konfrontation zwischen den beiden, die darin gipfelt, daß Elektra ihr entgegenschreit, nur wenn Klytemnästras Blut fließt, ist das rechte Opfer geschlachtet. Es eilt Klytämnestras Vertraute aus dem Palast herbei und flüstert ihrer Herrin etwas zu. Mit höhnischem Gelächter und Drohgebärden verschwindet die Königin im Hause und lässt die verdutzte Elektra alleine zurück. Chrysothemis kommt jammernd aus dem Haus und erklärt Elektra den Grund für Klytämnestras Triumph. Orest ist tot. Zwei Fremde haben diese Nachricht soeben überbracht. Ein Diener lässt sich ein Pferd satteln und reitet Aegisth entgegen, um ihm diese Nachricht zu überbringen. Elektra versucht nun, Chrysothemis zur Mithilfe ihrer Rachepläne zu gewinnen. Sie verrät ihr, daß sie das Beil, mit dem Agamemnon getötet wurde, im Hof vergraben hat. Voller Angst und Abscheu flieht Chrysothemis vor der Schwester. Elektra will die Tat nun selbst vollbringen. Sie sucht nach dem Beil und gräbt es aus. Derweil ist ein junger Fremder aufgetaucht, der nochmals die Nachricht von Orests Tod verkündet. Als sie ihm ihren Namen nennt, ist der Fremde bestürzt über den jammervollen Anblick Elektras. Er gibt sich als Orest zu erkennen. Mit der Maskerade erhoffte er sich leichteren Zugang zum Palast zu verschaffen, um den Vater zu rächen. Elektra ist überglücklich, ihren Bruder wiederzusehen. Aber zugleich schämt sie sich vor dem Bruder. Sie beschreibt ihre Rachegedanken der letzten Jahre, und wie sie hierfür ihre Jugend, Schönheit und Selbstachtung opferte. Als Orestes Begleiter auftaucht, gehen beide schnell ins Haus, um die Tat auszuführen. Erst als beide im Haus sind merkt Elektra, dass sie das Beil vergessen haben. Aus dem Haus dringen die Todesschreie der Königin. Als Chrysothemis und die Mägde diese hören kommen sie herbeigeeilt. Jedoch verwehrt ihnen Elektra den Zugang in den Palast. Als sich Aegisth nähert, verschwinden die Frauen. Mit heuchlerischer Freundlichkeit begrüßt ihn Elektra und leuchtet ihm den Weg in den Palast. Dort eingetreten, wird er von Orest getötet. Im Haus werden die Anhänger der Klytämnestra von Orest und den Treuen des verstorbenen Agamemnons überwältigt. Chrysothemis kommt jubelnd herbeigelaufen und beschreibt mit eindrucksvollen Bildern den blutigen Sieg. Elektra ist in ihrem Racherausch der Wirklichkeit weit entrückt. Sie beginnt zu tanzen und nimmt nichts dessen mehr wahr, was um sie herum geschieht. Auf dem Höhepunkt ihres ekstasischen Triumphtanzes erfüllt sich ihr Lebenssinn, Elektra bricht tot zusammen.
Das Drama griech. dráma (δράμα), "Handlung") ist neben Epik und Lyrik eine der Drei Grundlegenden Literarischen Gattungen. Die literarische Gattung des Dramas wird oft mit der Trägodie assoziert, was generell nicht falsch, nur unvollständig ist. Das Drama beinhaltet Komödie und Tragödie.
In der Tragödie werden "handelnde Menschen" in tragischen, unlösbaren Konflikten gezeigt, die in jeder Sekunde ihres Handelns um dessen Aussichtslosigkeit wissen. Die Tragische Heldenfigur ist meist dazu bestimmt, gebrochen zu werden und unterzugehen.
Die Komödie zeigt Menschen, die sich in einem lösbaren Konflikt befinden, aber nicht unbedingt um dessen Lösbarkeit wissen. Sie sind faktisch dem Tragischen Helden überlegen, obgleich die sich darstellenden Konflikte ebenso aussichtslos erscheinen wie in der Tragödie. Die Lösung des Konfliktes kann vielerlei Ursachen haben, wie Glück, Schläue, Dummheit...welches alle keine Eigenschaften der hehren, heroischen Figur der Tragödie darstellen.
Eine Verschmelzung der beiden ist ebenso möglich, wodurch sich die Tragikkomödie entwickelt, die tragische wie komödienhafte Elemente enthält.
Die Gliederung in "Fünf Akte" des Klassischen Dramas wurde in der "Ars poetica" des Horaz festgelegt, wobei moderne und offene Dramen durchaus von dieser Regelung abweichen.
Oft wird beim klassischen Drama von der Aristotelischen Einheitlichkeit gesprochen; diese sind nach dem griechischen Philosophen Aristoteles benannte Prinzipien bei der Konstruktion von Dramen. Die Drei Aristotelischen Einheiten legen fest, daß Zeit, Raum und Handlung kontinuierlich fortlaufen. Zeitsprünge, Ortsveränderungen und Nebenhandlungen sind ausgeschloßen.
Das Klassische Drama gestaltet sich wie folgt :
1. Exposition (Einleitung/Protase)
Die Protagonisten werden eingeführt; der Dramatische Konflikt beginnt sich anzukündigen.
2. Komplikation (Steigerung/Epitase)
Die Handlung steigert und verdichtet sich – mit erregendem Moment (Katastase). Eine Verschärfung des Konfliktes und der Gesamthandlung stellt sich ein.
3. Peripetie (Umkehr der Glücksumstände des Helden)
Die Handlung erreicht den Höhepunkt (Klimax).
4. Retardation (Verlangsamung)
Fallender Handlungststrang – mit retardierenden Momenten ( Momente ,die aufschieben, aufhalten, verlangsamen, "bremsen") Diese Mittel bieten sich an, um in höchster Spannung auf die bevorstehende Katastrophe hinzuführen.
5. Katastrophe oder Lysis/Dénouement
1. Die Katastrophe
Elektra von Sophokles: Auf dem Höhepunkt ihres Triumphtanzes bricht Elektra tot zusammen. Ihr Lebenssinn hat sich erfüllt.
oder
2. Konflikte werden gelöst
Der Geizige von Jean Baptiste Molière: Am Ende sind alle glücklich, alle Umstände und Widrigkeiten klären sich, es wird geheiratet und Harpagon (der Geizige) bekommt sein geliebtes Geld zurück.[/color]
Noriel
Mein liebstes Drama ist ELEKTRA von Hugo von Hoffmannsthal.
Nach der Rückkehr König Agamemnons aus dem Trojanischen Krieg wurde dieser von seiner Frau Klytämnestra und ihrem Geliebten Aegisth im Bade mit einem Netz überworfen und mit einer Axt ermordet. Tochter Elektra brachte daraufhin ihren kleinen Bruder Orest außer Landes in Sicherheit. Dort wird er zum Rächer seines Vaters erzogen. Auf dem Hof in Mykene hält Elektra als einzige die Erinnerung an den Mord ihres Vaters aufrecht und harrt dem Tage der Vergeltung. Elektra lebt verwildert im Hofe des Palastes zu Mykene und wird geduldet, trotz ihrer Hasstiraden gegen Klytemnästra und Aeghist. Täglich beschwört sie den Geist ihres Vaters und träumt von der Rückkehr des Bruders als blutiger Rächer und einem Fest zu Ehren des Vaters und Bruders. Ihre Schwester Chrysothemis ist ihr zu verweichelicht und denkt nur an ein Weiberschicksal. Klytämnestra hat wieder schlecht geträumt und naht mit ihrem Gefolge, um den Göttern zu opfern. Elektra verstellt sich und tritt ihrer Mutter freundlich entgegen, es kommt zur Konfrontation zwischen den beiden, die darin gipfelt, daß Elektra ihr entgegenschreit, nur wenn Klytemnästras Blut fließt, ist das rechte Opfer geschlachtet. Es eilt Klytämnestras Vertraute aus dem Palast herbei und flüstert ihrer Herrin etwas zu. Mit höhnischem Gelächter und Drohgebärden verschwindet die Königin im Hause und lässt die verdutzte Elektra alleine zurück. Chrysothemis kommt jammernd aus dem Haus und erklärt Elektra den Grund für Klytämnestras Triumph. Orest ist tot. Zwei Fremde haben diese Nachricht soeben überbracht. Ein Diener lässt sich ein Pferd satteln und reitet Aegisth entgegen, um ihm diese Nachricht zu überbringen. Elektra versucht nun, Chrysothemis zur Mithilfe ihrer Rachepläne zu gewinnen. Sie verrät ihr, daß sie das Beil, mit dem Agamemnon getötet wurde, im Hof vergraben hat. Voller Angst und Abscheu flieht Chrysothemis vor der Schwester. Elektra will die Tat nun selbst vollbringen. Sie sucht nach dem Beil und gräbt es aus. Derweil ist ein junger Fremder aufgetaucht, der nochmals die Nachricht von Orests Tod verkündet. Als sie ihm ihren Namen nennt, ist der Fremde bestürzt über den jammervollen Anblick Elektras. Er gibt sich als Orest zu erkennen. Mit der Maskerade erhoffte er sich leichteren Zugang zum Palast zu verschaffen, um den Vater zu rächen. Elektra ist überglücklich, ihren Bruder wiederzusehen. Aber zugleich schämt sie sich vor dem Bruder. Sie beschreibt ihre Rachegedanken der letzten Jahre, und wie sie hierfür ihre Jugend, Schönheit und Selbstachtung opferte. Als Orestes Begleiter auftaucht, gehen beide schnell ins Haus, um die Tat auszuführen. Erst als beide im Haus sind merkt Elektra, dass sie das Beil vergessen haben. Aus dem Haus dringen die Todesschreie der Königin. Als Chrysothemis und die Mägde diese hören kommen sie herbeigeeilt. Jedoch verwehrt ihnen Elektra den Zugang in den Palast. Als sich Aegisth nähert, verschwinden die Frauen. Mit heuchlerischer Freundlichkeit begrüßt ihn Elektra und leuchtet ihm den Weg in den Palast. Dort eingetreten, wird er von Orest getötet. Im Haus werden die Anhänger der Klytämnestra von Orest und den Treuen des verstorbenen Agamemnons überwältigt. Chrysothemis kommt jubelnd herbeigelaufen und beschreibt mit eindrucksvollen Bildern den blutigen Sieg. Elektra ist in ihrem Racherausch der Wirklichkeit weit entrückt. Sie beginnt zu tanzen und nimmt nichts dessen mehr wahr, was um sie herum geschieht. Auf dem Höhepunkt ihres ekstasischen Triumphtanzes erfüllt sich ihr Lebenssinn, Elektra bricht tot zusammen.
Das Drama griech. dráma (δράμα), "Handlung") ist neben Epik und Lyrik eine der Drei Grundlegenden Literarischen Gattungen. Die literarische Gattung des Dramas wird oft mit der Trägodie assoziert, was generell nicht falsch, nur unvollständig ist. Das Drama beinhaltet Komödie und Tragödie.
In der Tragödie werden "handelnde Menschen" in tragischen, unlösbaren Konflikten gezeigt, die in jeder Sekunde ihres Handelns um dessen Aussichtslosigkeit wissen. Die Tragische Heldenfigur ist meist dazu bestimmt, gebrochen zu werden und unterzugehen.
Die Komödie zeigt Menschen, die sich in einem lösbaren Konflikt befinden, aber nicht unbedingt um dessen Lösbarkeit wissen. Sie sind faktisch dem Tragischen Helden überlegen, obgleich die sich darstellenden Konflikte ebenso aussichtslos erscheinen wie in der Tragödie. Die Lösung des Konfliktes kann vielerlei Ursachen haben, wie Glück, Schläue, Dummheit...welches alle keine Eigenschaften der hehren, heroischen Figur der Tragödie darstellen.
Eine Verschmelzung der beiden ist ebenso möglich, wodurch sich die Tragikkomödie entwickelt, die tragische wie komödienhafte Elemente enthält.
Die Gliederung in "Fünf Akte" des Klassischen Dramas wurde in der "Ars poetica" des Horaz festgelegt, wobei moderne und offene Dramen durchaus von dieser Regelung abweichen.
Oft wird beim klassischen Drama von der Aristotelischen Einheitlichkeit gesprochen; diese sind nach dem griechischen Philosophen Aristoteles benannte Prinzipien bei der Konstruktion von Dramen. Die Drei Aristotelischen Einheiten legen fest, daß Zeit, Raum und Handlung kontinuierlich fortlaufen. Zeitsprünge, Ortsveränderungen und Nebenhandlungen sind ausgeschloßen.
Das Klassische Drama gestaltet sich wie folgt :
1. Exposition (Einleitung/Protase)
Die Protagonisten werden eingeführt; der Dramatische Konflikt beginnt sich anzukündigen.
2. Komplikation (Steigerung/Epitase)
Die Handlung steigert und verdichtet sich – mit erregendem Moment (Katastase). Eine Verschärfung des Konfliktes und der Gesamthandlung stellt sich ein.
3. Peripetie (Umkehr der Glücksumstände des Helden)
Die Handlung erreicht den Höhepunkt (Klimax).
4. Retardation (Verlangsamung)
Fallender Handlungststrang – mit retardierenden Momenten ( Momente ,die aufschieben, aufhalten, verlangsamen, "bremsen") Diese Mittel bieten sich an, um in höchster Spannung auf die bevorstehende Katastrophe hinzuführen.
5. Katastrophe oder Lysis/Dénouement
1. Die Katastrophe
Elektra von Sophokles: Auf dem Höhepunkt ihres Triumphtanzes bricht Elektra tot zusammen. Ihr Lebenssinn hat sich erfüllt.
oder
2. Konflikte werden gelöst
Der Geizige von Jean Baptiste Molière: Am Ende sind alle glücklich, alle Umstände und Widrigkeiten klären sich, es wird geheiratet und Harpagon (der Geizige) bekommt sein geliebtes Geld zurück.[/color]
Noriel