Jahresrückblick 2007
Verfasst: 14. Dez 2007 15:52
Rückblick auf das Kinogeschehen 2007 mit all den Highlights dieses Jahres, die uns bewegt haben, die für Furore sorgten und die uns vielleicht auch unvergessen bleiben...
Ein Rückblick fängt mit dem Anfang des Jahres an – am 4.1. startete Prestige – die Meister der Magie in den deutschen Kinos – ein Film über zwei Bühnenzauberer würden die einen sagen und doch steckt mehr dahinter als nur eine Geschichte über Eifersucht und Hass, über Egoismus und Konkurrenz. Nicht nur das Spiel der beiden Hauptdarsteller Christopher Bale und Hugh Jackman machen diesen Film sehenswert, sondern auch die Botschaft, dass Menschen dunkle und helle Aspekte in ihren Charakteren vereinigen – es gibt eben niemals nur böse oder nur gute, sondern Menschen vereinen immer beide Seiten in sich. So weiß der Zuschauer zeitweise nicht wie er die beiden einschätzen soll, denn es kommt immer auf den Blickwinkel an und der verschiebt sich ständig…Prestige – ein Werk mit Tiefgang ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu heben.
Der Geisterfilm erlebte eine Renaissance mit dem Film an american Haunting – der Fluch der Betsy Bell. Ebenfalls ausgezeichnet mit Donald Sutherland und Sissy Spacek besetzt zeigt an american haunting nicht nur die für einen Geisterfilm typischen Erscheinungen in Form eines immer aggressiveren Poltergeistes…der für die Zuschauer zuerst in der typischen Kategorie Dämon erscheint, der einer Familie einfach nur Böses will – das hinter dieser Fassade ein Kindesmissbrauch steht in einer typisch religiös, bigotten amerikanische Dorfgemeinde des 19 Jahrhunderts, wird erst zum Ende hin klar und führt die vorherigen religiösen Austreibungsvariationen ad absurdum – das Böse ist nicht vom Teufel geschickt, sondern steckt im Menschen selbst. Geisterhorror mit Botschaft
am 22.2. – Kinostart für Pan’s Labyrinth, dem Meisterwerk von Guilermo del Toro. Gekonnt werden da Elemente des spanischen Bürgerkriegs gegen die Nazi-Schergen des Francoregimes vermischt mit den Fantasien eines kleinen Mädchens, die den alten Gott Pan trifft und dort mehrere Aufgaben zur Selbstfindung bestehen muss, um am Ende dann Einzug zu erhalten in eine Welt in der die Gewalt des Krieges sie nicht mehr erreichen wird. Der Film eröffnet uns einen Einblick in unser tiefstes Innerstes in dem wir mit unseren eigenen Ängsten konfrontiert werden und der Möglichkeit sich eine eigene Welt zu schaffen um den Schrecken der realität zu entgehen. Nicht umsonst mit mehreren Oscars ausgezeichnet - ein Film für die Ewigkeit Pan’s Labyrinth
Anfang April kam eine Comic-Verfilmung in die deutschen Kinos, die für Furore sorgte. 300 von Zack Snyder, nach einer Comic-Vorlage von Frank miller, die sich wiederum auf ein historisches Ereignis – der Schlacht der Spartaner gegen den Perserkönig Xerxes und seine Horden. Ein martialisches Schlachtengemälde, dass bis dato nie gesehene Bilder auf die Leinwand zauberte. Nie wurde eine Comicvorlage besser umgesetzt als in 300. Die Symbiose zwischen zeichnung auf der einen und Filmszene auf der anderen Seite, führte zu einer Atmosphäre der Rausches bei den Kinobesuchern. Sicher kann man dem Werk vorwerfen auf eine gewisse Weise kriegsverherrlichend zu sein und doch gibt es wohl kaum jemand, der sich aus diesen 100 min Film zur Gänze emotional heraushalten konnte. 300 hat neue Massstäbe gesetzt, die nur schwerlich übertroffen werden können und gehört zu recht zu den besten Filmen aller Zeiten.
Im Sommer 2007 kam ein Film anlässlich des Festivals des phantastischen Films zu Kinoehren, der ein Genre betrifft, dass man eigentlich schon für ausgereizt hielt. Reptilien-Horror! Doch Black Water von Regisseur David Nerlich schaffte es sich aus diesem Sumpf des schon sooft gesehenen herauszuheben. Das lag vor allem daran, dass Nerlich darauf verzichtete eine monströse Bestie zu zeigen, die tricktechnisch aufgemotzt und in Dinosauriergröße agierte, sondern Black Water lebt durch die Atmosphäre der bedrohung…
Nicht durch die Gigantonomie wird hier Wirkung erzielt, sondern durch die Erzeugung einer nackten, kalten und grausamen Angst die sich wie ein Schleier über den Kinobesucher legt.
Geräusche erzielen hier mehr Schauder als Specials-Effects es jemals könnten und machen Black Water zu einem der besten Reptilienhorrorfilm aller Zeiten.
Ende August kam ein Sequel in die Kinos dessen erster Teil bereits zeigte wie gut britische Regisseure Horrorfilme gestalten können. 28 weeks later – der Nachfolger von 28 days later war endlich mal seit langem wieder eine logische Fortsetzung eines Films, die auf die sonst üblichen Wiedererkennungsszenen verzichtete und eine an sich schon gute Geschichte gut weitersponn. Das etwas angestaubte Zombie-Horrorgenre bekam da eine schon überfällige Blutauffrischung. Die Hilflosigkeit staatlicher Organisationen gegen eine Virusinfektion und deren drastische Folgen und der damit einhergehende nackte Überlebenskampf in all seinen Schattierungen wurden von dem jungen Regisseur Fresnadillo überzeugend in Szene gesetzt.
Das 28 weeks later dann auch kein Happy End hat, macht den Film nur umso sehenswerter und einen geplanten dritten Teil – 28 months later – nicht von vorneherein zu einem ‚muss das sein Film’
Bei so einem Jahresrückblick soll nun auch nicht Quentin Tarrantino vergessen werden. Seine zusammen mit Robert Rodriguez verfilmte Grindhouse-Saga mit den beiden Einzelfilmen Death Proof und Planet Terror war zwar nicht sein größter Geniestreich, aber nichtsdestotrotz zwei Filme die es verdient haben erwähnt zu werden. Egakl was manche von Tarantino denken mögen – er hat es geschafft dem Kino neues Leben einzuhauchen – gerade was die Dialoge betrifft oder einzelne skurile Szenen wie z.b. der Slamdance in badelatschen und T-Shirt, der uns bei Death Proof gezeigt wurde oder auch die Pumpgun als Beinersatz von Rose McGovern in Planet Terror sind Einfälle von denen auch lange nach den Filmstarts noch gesprochen wird.
Zum jahresende hin gab es mit 30 Days of Night – wiederum ein Film der auf einer Comic-Vorlage basiert noch einen Leckerbissen für die Freunde des Vampirgenres. Auch wenn das Ende etwas weichgespült war und manchen vielleicht als zu pathetisch erschienen ist, hat es der Film trotzdem in sich. Die gnadenlose Dramaturgie von 30 Days of Night in der eine Gruppe von monströsen Vampiren sich die einen Monat andauernde Dunkelheit am Polarkreis zu nutzen machte um ein ganzes Dorf zu überfallen und seine Bewohner abzuschlachten gehört zum Besten was uns Blutsaugerfilme in den letzten jahren boten. Kein Dandyghaftes Auftreten wie in Interview mit einem Vampir, keine romantische Ader wie in Coppolas Dracula, sondern brutale Grausamkeit und Gier auf Fleisch und Blut ist das summary dieses Films.
Last But not least noch ein letzter Film der aktuell noch in den Kinos läuft – der goldene Kompass – erster Teil der Fantasy-Trilogie His Dark Materials von Philip Pulman. Warum ich den erwähne – weil dieser Film sowie das ihm zugrunde liegende Epos ein Thema zum Inhalt hat, das uns alle angeht – das Aufbegehren gegen Autoritäten, der Kampf gegen die jahrhundertelange Indoktrination durch Religionen, für die der freie Geist stets ein Faktum ist das im Kein erstickt werden muss. Pulman hat eine feine Geschichte geschrieben die nichts anderes zum Inhalt hat als das sie einen jeden daran erinnern soll, dass unser Leben im Hier und Jetzt stattfindet und nicht in irgendeinem versprochenen Paradies! Seine Botschaft ist so einfach wie genial – lebt Euer Leben heute und genießt es in vollen Zügen!!
Ein Rückblick fängt mit dem Anfang des Jahres an – am 4.1. startete Prestige – die Meister der Magie in den deutschen Kinos – ein Film über zwei Bühnenzauberer würden die einen sagen und doch steckt mehr dahinter als nur eine Geschichte über Eifersucht und Hass, über Egoismus und Konkurrenz. Nicht nur das Spiel der beiden Hauptdarsteller Christopher Bale und Hugh Jackman machen diesen Film sehenswert, sondern auch die Botschaft, dass Menschen dunkle und helle Aspekte in ihren Charakteren vereinigen – es gibt eben niemals nur böse oder nur gute, sondern Menschen vereinen immer beide Seiten in sich. So weiß der Zuschauer zeitweise nicht wie er die beiden einschätzen soll, denn es kommt immer auf den Blickwinkel an und der verschiebt sich ständig…Prestige – ein Werk mit Tiefgang ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu heben.
Der Geisterfilm erlebte eine Renaissance mit dem Film an american Haunting – der Fluch der Betsy Bell. Ebenfalls ausgezeichnet mit Donald Sutherland und Sissy Spacek besetzt zeigt an american haunting nicht nur die für einen Geisterfilm typischen Erscheinungen in Form eines immer aggressiveren Poltergeistes…der für die Zuschauer zuerst in der typischen Kategorie Dämon erscheint, der einer Familie einfach nur Böses will – das hinter dieser Fassade ein Kindesmissbrauch steht in einer typisch religiös, bigotten amerikanische Dorfgemeinde des 19 Jahrhunderts, wird erst zum Ende hin klar und führt die vorherigen religiösen Austreibungsvariationen ad absurdum – das Böse ist nicht vom Teufel geschickt, sondern steckt im Menschen selbst. Geisterhorror mit Botschaft
am 22.2. – Kinostart für Pan’s Labyrinth, dem Meisterwerk von Guilermo del Toro. Gekonnt werden da Elemente des spanischen Bürgerkriegs gegen die Nazi-Schergen des Francoregimes vermischt mit den Fantasien eines kleinen Mädchens, die den alten Gott Pan trifft und dort mehrere Aufgaben zur Selbstfindung bestehen muss, um am Ende dann Einzug zu erhalten in eine Welt in der die Gewalt des Krieges sie nicht mehr erreichen wird. Der Film eröffnet uns einen Einblick in unser tiefstes Innerstes in dem wir mit unseren eigenen Ängsten konfrontiert werden und der Möglichkeit sich eine eigene Welt zu schaffen um den Schrecken der realität zu entgehen. Nicht umsonst mit mehreren Oscars ausgezeichnet - ein Film für die Ewigkeit Pan’s Labyrinth
Anfang April kam eine Comic-Verfilmung in die deutschen Kinos, die für Furore sorgte. 300 von Zack Snyder, nach einer Comic-Vorlage von Frank miller, die sich wiederum auf ein historisches Ereignis – der Schlacht der Spartaner gegen den Perserkönig Xerxes und seine Horden. Ein martialisches Schlachtengemälde, dass bis dato nie gesehene Bilder auf die Leinwand zauberte. Nie wurde eine Comicvorlage besser umgesetzt als in 300. Die Symbiose zwischen zeichnung auf der einen und Filmszene auf der anderen Seite, führte zu einer Atmosphäre der Rausches bei den Kinobesuchern. Sicher kann man dem Werk vorwerfen auf eine gewisse Weise kriegsverherrlichend zu sein und doch gibt es wohl kaum jemand, der sich aus diesen 100 min Film zur Gänze emotional heraushalten konnte. 300 hat neue Massstäbe gesetzt, die nur schwerlich übertroffen werden können und gehört zu recht zu den besten Filmen aller Zeiten.
Im Sommer 2007 kam ein Film anlässlich des Festivals des phantastischen Films zu Kinoehren, der ein Genre betrifft, dass man eigentlich schon für ausgereizt hielt. Reptilien-Horror! Doch Black Water von Regisseur David Nerlich schaffte es sich aus diesem Sumpf des schon sooft gesehenen herauszuheben. Das lag vor allem daran, dass Nerlich darauf verzichtete eine monströse Bestie zu zeigen, die tricktechnisch aufgemotzt und in Dinosauriergröße agierte, sondern Black Water lebt durch die Atmosphäre der bedrohung…
Nicht durch die Gigantonomie wird hier Wirkung erzielt, sondern durch die Erzeugung einer nackten, kalten und grausamen Angst die sich wie ein Schleier über den Kinobesucher legt.
Geräusche erzielen hier mehr Schauder als Specials-Effects es jemals könnten und machen Black Water zu einem der besten Reptilienhorrorfilm aller Zeiten.
Ende August kam ein Sequel in die Kinos dessen erster Teil bereits zeigte wie gut britische Regisseure Horrorfilme gestalten können. 28 weeks later – der Nachfolger von 28 days later war endlich mal seit langem wieder eine logische Fortsetzung eines Films, die auf die sonst üblichen Wiedererkennungsszenen verzichtete und eine an sich schon gute Geschichte gut weitersponn. Das etwas angestaubte Zombie-Horrorgenre bekam da eine schon überfällige Blutauffrischung. Die Hilflosigkeit staatlicher Organisationen gegen eine Virusinfektion und deren drastische Folgen und der damit einhergehende nackte Überlebenskampf in all seinen Schattierungen wurden von dem jungen Regisseur Fresnadillo überzeugend in Szene gesetzt.
Das 28 weeks later dann auch kein Happy End hat, macht den Film nur umso sehenswerter und einen geplanten dritten Teil – 28 months later – nicht von vorneherein zu einem ‚muss das sein Film’
Bei so einem Jahresrückblick soll nun auch nicht Quentin Tarrantino vergessen werden. Seine zusammen mit Robert Rodriguez verfilmte Grindhouse-Saga mit den beiden Einzelfilmen Death Proof und Planet Terror war zwar nicht sein größter Geniestreich, aber nichtsdestotrotz zwei Filme die es verdient haben erwähnt zu werden. Egakl was manche von Tarantino denken mögen – er hat es geschafft dem Kino neues Leben einzuhauchen – gerade was die Dialoge betrifft oder einzelne skurile Szenen wie z.b. der Slamdance in badelatschen und T-Shirt, der uns bei Death Proof gezeigt wurde oder auch die Pumpgun als Beinersatz von Rose McGovern in Planet Terror sind Einfälle von denen auch lange nach den Filmstarts noch gesprochen wird.
Zum jahresende hin gab es mit 30 Days of Night – wiederum ein Film der auf einer Comic-Vorlage basiert noch einen Leckerbissen für die Freunde des Vampirgenres. Auch wenn das Ende etwas weichgespült war und manchen vielleicht als zu pathetisch erschienen ist, hat es der Film trotzdem in sich. Die gnadenlose Dramaturgie von 30 Days of Night in der eine Gruppe von monströsen Vampiren sich die einen Monat andauernde Dunkelheit am Polarkreis zu nutzen machte um ein ganzes Dorf zu überfallen und seine Bewohner abzuschlachten gehört zum Besten was uns Blutsaugerfilme in den letzten jahren boten. Kein Dandyghaftes Auftreten wie in Interview mit einem Vampir, keine romantische Ader wie in Coppolas Dracula, sondern brutale Grausamkeit und Gier auf Fleisch und Blut ist das summary dieses Films.
Last But not least noch ein letzter Film der aktuell noch in den Kinos läuft – der goldene Kompass – erster Teil der Fantasy-Trilogie His Dark Materials von Philip Pulman. Warum ich den erwähne – weil dieser Film sowie das ihm zugrunde liegende Epos ein Thema zum Inhalt hat, das uns alle angeht – das Aufbegehren gegen Autoritäten, der Kampf gegen die jahrhundertelange Indoktrination durch Religionen, für die der freie Geist stets ein Faktum ist das im Kein erstickt werden muss. Pulman hat eine feine Geschichte geschrieben die nichts anderes zum Inhalt hat als das sie einen jeden daran erinnern soll, dass unser Leben im Hier und Jetzt stattfindet und nicht in irgendeinem versprochenen Paradies! Seine Botschaft ist so einfach wie genial – lebt Euer Leben heute und genießt es in vollen Zügen!!