Rapsodia Satanica
Verfasst: 16. Okt 2012 17:52
Rapsodia Satanica (Italien 1915)
Die greise Aristokratin Alba d´Oltrevita sehnt sich nach ihrer verlorenen Jugend und schließt einen Pakt mit dem Teufel: Wenn sie auf die Liebe verzichtet, erhält sie von Mephisto ewige Schönheit. Zwei Brüder umwerben Alba. Den leidenschaftlichen Sergio weist sie verächtlich zurück, sie will Tristano, Sergios Bruder. Die Tragödie ihren Lauf, als Sergio sich erschießt und Alba das erste Mal wieder Reue und Liebe verspürt. Sie ist bereit, dafür Vergänglichkeit anzunehmen. Verschleiert als Braut Tristanos, geht Alba dem Tod entgegen.
Aber nicht das Handlungsgeschehen ist für diesen Film zentral - darin einem Ballett oder einer Oper ähnlich und ganz unähnlich einem Spielfilm, wie wir ihn uns heute vorstellen -, sondern die Entfaltung berückender ästhetischer Effekte und einer experimentierenden Körperkunst der Diva Borelli. "In der Abfolge von Posen, Gesten und Blicken modulierten die italienischen Filmdiven ihre stummen Arien, jede mit dem ihr eigenen physischen Timbre. Lyda Borelli ist die Unwirklichste. Mehr bewegte Malerei als bewegte Photographie ... oszilliert sie zwischen zwei vorformulierten erotischen Phantasmen der Dekadenz, der femme fatale und dem Androgyn; metallisch, gleissend, mit großen Gesichtszügen und muskulösem Hals, wirkt sie manchmal mächtig wie ein Transvestit ..." (Mariann Lewinsky) Ausstattung und Szenerien sind im Kontext ihrer Zeit modisch und avantgardistisch: die Bilderwelten des Jugendstils und des Symbolismus.
Kein Geringerer als Opernkomponist Pietro Mascagni schrieb 1914 die Musik zu dieser originellen Verfilmung der Faust-Sage. Auch Wagners Tristan stand Pate: Neben der Leitmotivtechnik bezeugt dies eine expressive, farbenreiche Harmonik, mit der Mascagni die Verflechtungen von Liebe und Tod illustriert. Dabei nimmt die Filmmusik auch eigenständige symphonische Formen an, die wiederum den Film zum illustrierenden Medium machen.
Regie: Oxilia, Nino
Musik: Mascagni, Pietro
Darsteller: Lydia Borelli, Andrea Habay,
Ugo Bazzini, Giovanni Cini, u.a.
Auf Youtube
Thefalus
Die greise Aristokratin Alba d´Oltrevita sehnt sich nach ihrer verlorenen Jugend und schließt einen Pakt mit dem Teufel: Wenn sie auf die Liebe verzichtet, erhält sie von Mephisto ewige Schönheit. Zwei Brüder umwerben Alba. Den leidenschaftlichen Sergio weist sie verächtlich zurück, sie will Tristano, Sergios Bruder. Die Tragödie ihren Lauf, als Sergio sich erschießt und Alba das erste Mal wieder Reue und Liebe verspürt. Sie ist bereit, dafür Vergänglichkeit anzunehmen. Verschleiert als Braut Tristanos, geht Alba dem Tod entgegen.
Aber nicht das Handlungsgeschehen ist für diesen Film zentral - darin einem Ballett oder einer Oper ähnlich und ganz unähnlich einem Spielfilm, wie wir ihn uns heute vorstellen -, sondern die Entfaltung berückender ästhetischer Effekte und einer experimentierenden Körperkunst der Diva Borelli. "In der Abfolge von Posen, Gesten und Blicken modulierten die italienischen Filmdiven ihre stummen Arien, jede mit dem ihr eigenen physischen Timbre. Lyda Borelli ist die Unwirklichste. Mehr bewegte Malerei als bewegte Photographie ... oszilliert sie zwischen zwei vorformulierten erotischen Phantasmen der Dekadenz, der femme fatale und dem Androgyn; metallisch, gleissend, mit großen Gesichtszügen und muskulösem Hals, wirkt sie manchmal mächtig wie ein Transvestit ..." (Mariann Lewinsky) Ausstattung und Szenerien sind im Kontext ihrer Zeit modisch und avantgardistisch: die Bilderwelten des Jugendstils und des Symbolismus.
Kein Geringerer als Opernkomponist Pietro Mascagni schrieb 1914 die Musik zu dieser originellen Verfilmung der Faust-Sage. Auch Wagners Tristan stand Pate: Neben der Leitmotivtechnik bezeugt dies eine expressive, farbenreiche Harmonik, mit der Mascagni die Verflechtungen von Liebe und Tod illustriert. Dabei nimmt die Filmmusik auch eigenständige symphonische Formen an, die wiederum den Film zum illustrierenden Medium machen.
Regie: Oxilia, Nino
Musik: Mascagni, Pietro
Darsteller: Lydia Borelli, Andrea Habay,
Ugo Bazzini, Giovanni Cini, u.a.
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