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Frohes Samhain

Verfasst: 1. Nov 2006 00:14
von Jawar

Samhain

- Was ist das für eine Nacht?
- Es ist die Samhain-Nacht.
- Welche Bedeutung hat diese Nacht?
- Es ist das Fest der Toten.
- Was ehren wir in dieser Nacht?
- Wir ehren jene, die vor uns in die Dunkelheit gegangen sind und uns das Vermächtnis ihrer Existenz zurückließen.
- Was werden wir nach diesem Fest der Toten tun?
- Wir werden von den Schatten lernen und uns auf unsere eigene Nacht vorbereiten.
- Wir erkennen wir uns selbst in dieser Nacht?
- Wir hüllen uns in Dunkelheit ein. Wir verbinden uns mit dem Namenlosen. das hinter allem steht.


Die Zeit der Geister beginnt, die andere Seite ruft. Dies ist der ideale Zeitpunkt für den Abstieg in die Dunkelheit, in die Welt der Schatten.

Euch allen ein frohes Samhain!
Jawar

Verfasst: 1. Nov 2006 06:04
von whitestorm
Ich schliesse mich Jawar uneingeschränkt an....ich hoffe, ihr habt den gestrigen Abend genossen und euch nicht von dieser Amerikanisierung zurückschrecken lassen.

Verfasst: 1. Nov 2006 07:02
von Lirael van Clayr
Süses oder saures!!!!!!!!!!!!!!

Ist aber ganz interesant. Danke Jawar.

Verfasst: 1. Nov 2006 18:46
von Noriel de Morville
ARNOCH SAM - FUIN

Noriel

Re: Frohes Samhain

Verfasst: 1. Nov 2006 19:03
von Schwarze Witwe
Hallo Jawar :D

ich wünsch dir auch nen frohes Samhain, je nachdem, wie und was du feierst. Ich hab irgendwann irgendwo mal gelesen, dass in dieser Nacht das Tor, die Tür von Hier und Jetzt zum Drüben offen ist, der Schleier gelüftet, je nachdem wie man das denken mag, aber für mich hats eigentlich nich soooo die Bedeutung, aber ich hab eh ne vielleicht sonderbare (nicht unbedingt frohe) Meinung zu Geistern. Gesetzt den Fall, es gibt wirklich Geister, lebende Seelen von toten Körpern, die zwischen Himmel und Erde herumschwirren, mit einem BUAAHHHHHRRRRR Gänsehaut und Schüttelfrostschauder in einen noch lebenden Körper schnellen und zum Es wohnen zwei Seelen Ach in meiner Brust werden oder Boahr ich will mal wieder so richtig leben und mich austoben, bis das eigne Bewusstsein nur noch ini Ecke geschoben ist, dann sinds mit Sicherheit nicht solche, die friedlich sind, sondern die irgendwas wollen, sonst würdens sies ja nicht machen. Zumindest wär das logisch. Wie dem auch sei, frohe Geister, traurige Geister, gespaltne Geister, was auch immer. Hauptsache ich vergess das "Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich..... schon so zeitig?" nicht *g* Gut, von der Umstellung Sommer/Winterzeit unterliegt man nich gleich nem Jetleck oder wie sich das schreibt, aber das zu vergessen kann auch fatale Folgen haben. *hihi*

Ganz liebe Grüße
SW

Verfasst: 2. Nov 2006 12:11
von Jawar
Hallo Schwarze Witwe,

ich habe die Samhainnacht genutzt, um meinen menschlichen und tierischen Ahnen den ihnen gebührenden Respekt zu erweisen. Ich habe eine kleine Reise durch ATU XV unternommen und mich vom Teufel führen lassen. Es war eine interessante Erfahrung, die wahrscheinlich noch einige Nebenwirkungen zeigen wird, aber hey, man lebt nur einmal. ;)

Liebe Grüße,
Jawar

Verfasst: 2. Nov 2006 12:29
von Azazel
ATU XV ?

Verfasst: 2. Nov 2006 12:39
von Noriel de Morville
Werte Jawar, darf ich annehmen, Du hast Dich mit Kamea beschäftigt zu diesem besonderen Abend? ATU XV ist mir ein Begriff u.a. unter Bezug der Tarotkarte 15, Saturn und Steinbock ( der ja von Saturn regiert wird ) in Form des Gehörnten Gottes... Kamea des Saturn?

LG Noriel

Verfasst: 3. Nov 2006 01:02
von Jawar
@Azazel

Das ist ATU XV:

[img]undefined://www.architektrix.de/thoth/bilder/15.jpg[/img]

Im Lebensbaum liegt die Karte auf dem Pfad zwischen Hod und Tiphereth (hebr. Buchstabe: Ayin - Auge). Es symbolisiert den Abstieg in die eigene Tiefe, in das Ich oder das Selbst, wie man es definieren möchte - so wie sich um diese Jahreszeit die Kraft der Natur in die Erde zurückzieht um im Verborgenen zu wirken.

Liebe Grüße,
Katz

Verfasst: 3. Nov 2006 02:03
von Jawar
Noriel de Morville hat geschrieben:Werte Jawar, darf ich annehmen, Du hast Dich mit Kamea beschäftigt zu diesem besonderen Abend? ATU XV ist mir ein Begriff u.a. unter Bezug der Tarotkarte 15, Saturn und Steinbock ( der ja von Saturn regiert wird ) in Form des Gehörnten Gottes... Kamea des Saturn?
Hi Noriel,

na ich will doch hoffen, daß ich die Kamea des Saturn kenne, ich bin zwar "freihämmernd" am gar rauhen Stein des hylischen Selbstes aber nichtsdestotrotz Saturni (und zudem Sternzeichen Steinbock). ;)

In diesem speziellen Fall kamen allerdings weder die Kamea noch die Saturnsigille zum Einsatz. Das ist eher was für "offiziellere" Rituale. Für Samhain wollte ich es schlicht und erdverbunden halten, ich habe eine Schwäche für den alten Ackergott, über meinem Altar hängt ihm zu Ehren eine kleine aber wunderschöne Sichel - meine Version des Ritualschwerts (viel zu unhandlich).

Da ich den Ahnen und den Toten gedenken wollte, habe ich diesmal mehr schamanische Elemente hinzugezogen, Eulen-, Krähenfedern und Medizinrad, Schlangenhaut, Pinienzapfen und Kastanien, was gerade da war. Ich habe mich mit den Symbolen des Todes umgeben, um die Vertrautheit mit seinen Kräften darzustellen, sowie mit den Symbolen des Zyklus zwischen Wachsen und Vergehen. Dieses Jahr war ATU XIII meine Jahreskarte, bald kommt ATU XIV, ich fand es "rund", den Übergang symbolisch mit dem Ziegenbock zu begehen. Keine chymische Hochzeit ohne Begegnung mit den Schatten... don't pan-ic... :D

Ich bin einfach dem Bock hinterhergetapst. Kennst du die Unendliche Geschichte? Zwei Szenen passen wunderbar als Beschreibung für den Anfang und das (vorläufige) Ende der Reise. Die erste ist, als die Kindliche Kaiserin auf den Alten vom wandernden Berg trifft, sie steigt die Sprossen einer Leiter hoch, die aus Buchstaben und Wörtern bestehen:

Kehr um kehr um geh fort geh fort
Zu keiner Zeit an keinem Ort
Darfst du mich treffen laß es sein
Gerade dir und dir allein
Muß ich den Weg verwehren
Kehr um laß dich belehren
Begegnest du mir altem Mann
Geschieht was nicht geschehen kann
Der Anfang sucht das Ende auf
Kehr um kehr um steig nicht hinauf
Sonst wirst du nur erreichen
Verwirrung ohnegleichen

Was du erschaffst und was du bist
Bewahre ich als der Chronist
Willst du zu mir nun streben
Es wird ein Unheil geben
Hier endet was durch dich beginnt
Du wirst nie alt sein Kaiserkind
Ich Alter war nie jung wie du
Was du erregst bring ich zur Ruh
Dem Leben ist verboten
Sich selbst zu sehn im Toten

Und hörst du auf die Warnung nicht
Die so beredt die Leiter spricht
Und bist du doch zu tun bereit
Was nicht sein darf in Raum und Zeit
So kann ich dich nicht halten
Willkommen denn beim Alten


Die zweite Szene ist der Dialog zwische Atrejú und der Uyulála:

Ich bin Uyulála, die Stimme der Stille,
Im tiefen Geheimnis Palast

Noch nie ist geschehen,
Daß jemand mich sah.
Du kannst mich nicht sehen
Und doch bin ich da.

Ich erscheine nicht im Licht,
So wie du erscheinst.
Denn mein Leib ist Klang und Ton,
Hörbar nur allein,
Diese Stimme selber schon
Ist mein ganzes Sein.

Über Berg und Tal, über Wald und Flur
Werd‘ ich vergehen, verwehen.
Alles ereignet sich einmal nur,
Aber einmal muß alles geschehen...


Jedes Jahr um diese Zeit höre ich den Alten vom wandernden Berg ganz besonders deutlich. Einmal muß alles geschehen... was ist ein Schatten, wenn nicht die Stimme der Stille?

Klingende Grüße,
Jawar