Seite 1 von 1
Instrumentalisiertsein und -werden
Verfasst: 2. Dez 2006 12:51
von Annarhi
Was versteht ihr unter den beiden Begrifflichkeiten?
lg
Annarhi
Verfasst: 2. Dez 2006 15:35
von Rall Schorrdas
Ich denke, der Versuch, sowas 100%ig zu vermeiden, ist zum Scheitern verurteilt. Letztlich kann ein böswilliger Mensch es immer in so eine Richtung auslegen, wenn jemand etwas von jemand anderem will. Vor Allem, wenn dabei Dritte involviert werden. Aber das heißt ja nicht, daß Zweck oder Ziel der ganzen Sache schlecht sein müssen.
Die Probleme schließlich fangen an, wenn jemand meint, etwas tun zu "müssen", was er sonst eigentlich gar nicht will. Und selbst da muß man Einschränkungen machen, etwa, um ein verbindliches Rechtssystem aufzubauen.
Insgesamt würde ich sagen: Es führt kein Weg darum herum, jeweils den Einzelfall zu betrachten.
Rall
Verfasst: 2. Dez 2006 16:04
von Indary
instrumentalisiert sein...
ich denke ein mensch ist dann instrumentalisiert, wenn er sich selbst bei der ausführung seiner aufgaben nichtmehr als person sieht, sondern nur als glied in einer kette von anweisungen. beispiel ein heizer von auschwitz: ich hab nur getan, was mir befohlen wurde. habe die öfen angeheizt. für die befehle selbst und die folgen habe ich keine verantwortung. ich tunur das was mir gesagt wird.
instrumentalisiert werden ist dann wohl der prozess, in dem man zu so einem individuum wird und das kann ganz schnell geschenen. stichwort [url=undefined://de.wikipedia.org/wiki/Milgram_Experiment]milgram-experiment[/url]
Verfasst: 3. Dez 2006 12:29
von Annarhi
Hi ihr zwei *g*
danke für Eure beiden Antworten. Ist vielleicht bissel banal, aber ich denk bei Instrumentalisiertsein und -werden in erster Linie wie das Wort schon besagt an Instrument und an ein Gedicht, d.h. das Liebeslied von Rainer Maria Rilke (1875-1926)
Wie soll ich meine Seele halten,
dass sie nicht an deine rührt?
Wie soll ich sie hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle,
die nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Spieler hat uns in der Hand?
O süßes Lied.
Demnach ist Instrumentalisiertsein und -werden vielleicht auch bissel wie (so schön manches Instrument, insofern man die Technik beherrscht, d.h. spielen kann) Manipulation von Gedanken und Gefühlen. Sich in erwünschte oder gewollte Stimmungen zu versetzen oder herbeizuführen. Wenn ich Punkrock hör, ist die Resonanz bei mir zumindest anders, d.h. fühl ich mich auf jeden Fall unterschiedlich als bei Fürst Igor von Alex Borodin, der verkauften Braut von Smetana, nordafrikanischer Folklore, Schamenengekreische, Kinderliedern oder Musik andrer Genre. Wobei beim Musikhören z.B. die Manipulation insofern ausgeschaltet ist, dass es mir freisteht die Musik zu hören, die ich gerade hören will, Radio Hamburg wegzuklicken, wenn mir nich nach dem Geschwaffel oder der vorgefertigten Musikauswahl von John Ment ist.
Aber wie Rall schon geschrieben hat, ist Instrumentalisiertwerden vielleicht insofern auch Dinge zu tun, die man sonst nicht tun würde, um bei der Musik zu bleiben, wenn das deftigste Heavy Metal läuft, dass viele Jugendliche zu Gewalt neigen, die im Klang und in den Texten rüberkommt, derer sie sich sonst nie bedienen würden oder aber vielleicht aufgrunddessen, dass sie sich irgendwie schwächlich fühlen oder unzulänglich vorkommen, derlei Musik saugen, sich damit zudröhnen und die Power in gewalttätige Bahnen lenken. Wenn ich ne Etage über mir nervtötende Musik hör bin ich jedenfalls die erste, die mitm Besen gegen die Heizungsrohre donnert, weil ichs einfach nich abkann.
Indary, meinst du sowas wie Knöpfchen drücken? Ich vermute, das geht eher in charakterliche Richtung, d.h. dass es Leute gibt, die meinen bestimmte Knöpfchen zu drücken, um die berechnete, gewünschte, gewollte Reaktion zu provozieren, herauszufordern, aufgrunddessen, dass sie den Menschen kennen. Bei Befehlsketten wurden denk ich an diversen Stellen gerade solche Menschen eingesetzt, die Anweisungen nicht in Frage stellen, froh sind, wenn sie keine Verantwortung tragen müssen und einfach nur tun, was ihnen gesagt wird.
Leute, die sich selber nicht mal fragen, ob sie das mit ihrem eigenen Gewissen in Einklang bringen könnten oder vereinbaren können. Die tun einfach nur das, was ein Zahnrad im Getriebe oder ein Glied der Kette im einzelnen tut, verlangt, erwartet wird, vielleicht weil sie um ihre Ersetzbarkeit wissen, sich das Querdenken verbieten lassen oder denen Informationen vorenthalten werden, um zu verhindern dass Gefüge in der Gesamtheit zu begreifen und ggf. damit nicht einverstanden zu sein und unbequem werden zu können, d.h. nen Risiko darstellen würden.
Liebe Grüße
Annarhi
Verfasst: 3. Dez 2006 13:29
von Rall Schorrdas
Ej! Wat soll dat denn heißen?
Metal kann Einem einen ziemlichen Kick geben; vielleicht macht er einigen Leuten auch bewußt, wo sie stehen und wer eigentlich ihr jeweiliger Gegner ist. Aber Metal wird niemals zur Gewalt verführen, wo keine Gewalt nötig ist. Der Starke braucht nicht zu kämpfen. Jedenfalls nicht in dem Maße wie der Schwache. Und Metal ist eine Musik für starke Charaktere.
Schwache Charaktere hören Techno oder Hip-Hop (oder im Extremfall diese Garagenschlager). Und in genau diesen Szenen gibt es auch die tatsächlichen Gewalttaten, die sich gegen Leute richten, die die Angehörigen dieser Szenen zu dumm sind zu verstehen.
ewige Finsternis,
Rall
Verfasst: 3. Dez 2006 14:02
von Annarhi
Sollt ich vielleicht mal ausprobieren.

Bisher hab ich, um mir die Fragen "Wer bin ich, was kann ich, was will ich und wo will ich hin, d.h. was will ich erreichen und wer könnt mir dabei im Weg stehen" ohne Metal zu hören, versucht zu beantworten. Techno und Hiphop find ich ehrlich gesagt gar nich mal so übel, Technoworld mit frisierter, d.h. aufgemotzter orientalischer Folklore, damit ließ sich gut radeln. Hat als Verwendungszweck den nötigen Speed gegeben *gg*
Mit Garagenschlager wie z.B. Abschied ist ein scharfes Schwert von alles Roger Witthaker oder Sag kleiner Vogel wo fliegst du hin von Monika Herz lassen sich natürlich gut die Mäuse im Keller oder Nachbarn vertreiben. Ich glaub solche Musik erfreut auch nur noch ältere Generationen, die in Erinnerungen schwelgen. Schwache Charaktäre würd ich die aber auch nich nennen, die älteren Generationen haben teilweise halt noch ihre (alten) Werte und die können manchmal ganz schön reinhaun.
Wobei Aggro Berlin (Bushido) muss auch nich unbedingt sein. *ärks* Dafür bin ich schon viel zu alt *g*
Liebe Grüße
Annarhi
Verfasst: 3. Dez 2006 19:08
von Indary
metal is goil ^^
hip-hop is nich so mein bier, naja...
also das stimmt, instrumentalisieren -> instrumente zu nem text spielen.
ich bin auch nur als erstes auf meine variante da oben gekommen, weil wir dieses thema neulich in philosophie des bösen hatten ^^
ich verliere langsam den bezug zur realität verdammt
Verfasst: 4. Dez 2006 17:11
von Annarhi
Indary hat geschrieben:ich bin auch nur als erstes auf meine variante da oben gekommen, weil wir dieses thema neulich in philosophie des bösen hatten
ich verliere langsam den bezug zur realität verdammt
Du nimmst doch nich etwa Drogen oder warum leidest du unter Realitätsverlust? *gg*Ist doch nen geeigneter Zeitpunkt, mit dem Philoso4en anzufangen, oder? *g* Erzähl bzw. schreib mal von der Philosophie des Garstigen. Intressiert /me.
Liebe Grüße
Annarhi