China
Verfasst: 11. Dez 2006 23:04
Inspiriert von Ralls Japan-Thread schreibe ich auch mal ein bisschen was über China (damit die Unterschiede klar werden;-). Hier also meine gar nicht so dämonischen Reiseimpressionen:
Dieses Jahr verbrachte ich zwei Wochen in China, um an einer Taiji-quan-Convention teilzunehmen - zwei Tage in Beijing, von da ging es mit dem Zug nach Kaifeng, wo die Con stattfand und von dort machten wir noch ein paar Sightseeing-Ausflüge mit dem Bus.
Ich war verblüfft, wie völlig anders Cina ist im Vergleich zu allem, was ich bisher von Europa, Amerika und Afrika bereist hatte. Die Mentalität, der Geist, der dort in der Atmosphäre liegt, mutet beinahe außerirdisch an. Alles ringsum ist laut, schrill und chaotisch, und der Straßenverkehr derart, dass man sich anfangs kaum über die Straße wagt. Unglaublicherweise habe ich in der ganzen Zeit aber lediglich zwei kleine Unfälle gesehen - in Deutschland würde eine solche Fahrweise spätestens nach 30 Sekunden zu einem allgemeinen Massencrash führen. Eine gute Idee, die man hier durchaus übernehmen könnte, gab es allerdings an den Ampeln. Viele davon hatten statt der Gelbphase einen zweistelligen Countdownzähler, so dass man immer genau wusste, wie lange noch Rot oder Grün ist.
Die Verständigung ist problematisch, wenn man kein Chinesisch kann, denn Englisch spricht so gut wie niemand und die meisten Beschriftungen sind ebenfalls nur auf Chinesisch, so dass man als Ausländer sozusagen als Analphabet dasteht. Ohne unseren Taiji-Lehrer, der Chinesisch kann, wären wir wahrscheinlich nicht einmal vom Flughafen bis zum Hotel gekommen - an die Zugfahrt gar nicht zu denken. Selbst das Zeigen von Zahlen mit den Fingern funktioniert bei den Chinesen noch anders als bei uns, ist aber immerhin schnell zu lernen. Dafür ist alles (bis jetzt noch) sagenhaft billig, so dass man leben kann wie Graf Koks. Ein einfaches, aber sehr reichliches Mittagessen mit ebenfalls reichlich Bier (das war so ziemlich das einzige Wort Chinesisch, das wir alle gelernt haben: Bier heißt Pijao;-) gabs für umgerechnet 1 Euro pro Person (inklusive Trinkgeld, das in China aber eigentlich gar nicht üblich ist), lange Taxifahrten kosten 2 oder 3 Euro und ein Doppelzimmer in einem Hotel von annähernder Grandhotel-Klasse 50 Euro. Da hält einem dann ein livrierter Hoteldiener die Tür auf, wenn man aus dem Taxi direkt auf den roten Teppich steigt, in der Lobby kann man an einem Kaffeetisch auf einem Glasboden sitzen, unter dem Goldfische umherschwimmen usw. usf. Das hat was.
Überhaupt ist hier ein Service üblich, wie man ihn sich in Deutschland überhaupt nicht vorstellen kann. So kaufte ich mir z.B. beim abendlichen Stadtbummel eine Hose, (für 10 Euro - hier würde sie mehr als das zehnfache kosten) - nur waren die Hosenbeine deutlich zu lang. Kein Problem - die Kürzung war im Kaufpreis inklusive und an einer Nähmaschine direkt im Laden innerhalb von ca. 5 min. erledigt; zum Abschluss wurde die Hose noch einmal frisch gebügelt.
Als kleines Gegengewicht zu all dem Positiven sollte ich noch die Hygiene erwähnen. Wer China bereist, darf nicht allzu zimperlich sein und kein zu empfindliches Näschen haben. Es müffelt hier und da recht kräftig, und wenn man vorhat, an einem der zahlreichen Straßenstände etwas zu essen, sollte man sich den Stand vorher unbedingt genau anschauen. Wir haben so einiges ziemlich Haarsträubende gesehen, und selbst in den sonst wirklich edlen Hotels, in denen es nicht an Luxus mangelte, waren Geschirr und Essstäbchen grundsätzlich fettschmierig - irgendwie kommt dort einfach niemand auf die Idee, dass sich daran jemand stören könnte. Auf das Thema öffentliche Toiletten (auf die man sich sein Papier grundsätzlich selbst mitbringen muss) gehe ich besser gar nicht näher ein.
Sehr verblüfft war ich übrigens, wie wenige ausländische Touris außer uns hier zu sehen waren. In der Hauptstadt wenigstens hier und da mal einer, aber in Kaifeng, einer sehr sehenswerten schönen alten Kaiserstadt und zudem noch einem offenbar beliebten Touristenziel, gab es nur chinesische Touristen - von denen allerdings jede Menge. Bei der Besichtigung des Shaolin-Tempels wurden wir gleich selbst zur Attraktion, als sich ein paar chinesische Mädels mit uns zusammen fotografieren ließen - ein Foto zusammen mit Europäern scheint etwas durchaus Besonderes zu sein und einen Hauch von weiter Welt zu vermitteln.
Dieses Jahr verbrachte ich zwei Wochen in China, um an einer Taiji-quan-Convention teilzunehmen - zwei Tage in Beijing, von da ging es mit dem Zug nach Kaifeng, wo die Con stattfand und von dort machten wir noch ein paar Sightseeing-Ausflüge mit dem Bus.
Ich war verblüfft, wie völlig anders Cina ist im Vergleich zu allem, was ich bisher von Europa, Amerika und Afrika bereist hatte. Die Mentalität, der Geist, der dort in der Atmosphäre liegt, mutet beinahe außerirdisch an. Alles ringsum ist laut, schrill und chaotisch, und der Straßenverkehr derart, dass man sich anfangs kaum über die Straße wagt. Unglaublicherweise habe ich in der ganzen Zeit aber lediglich zwei kleine Unfälle gesehen - in Deutschland würde eine solche Fahrweise spätestens nach 30 Sekunden zu einem allgemeinen Massencrash führen. Eine gute Idee, die man hier durchaus übernehmen könnte, gab es allerdings an den Ampeln. Viele davon hatten statt der Gelbphase einen zweistelligen Countdownzähler, so dass man immer genau wusste, wie lange noch Rot oder Grün ist.
Die Verständigung ist problematisch, wenn man kein Chinesisch kann, denn Englisch spricht so gut wie niemand und die meisten Beschriftungen sind ebenfalls nur auf Chinesisch, so dass man als Ausländer sozusagen als Analphabet dasteht. Ohne unseren Taiji-Lehrer, der Chinesisch kann, wären wir wahrscheinlich nicht einmal vom Flughafen bis zum Hotel gekommen - an die Zugfahrt gar nicht zu denken. Selbst das Zeigen von Zahlen mit den Fingern funktioniert bei den Chinesen noch anders als bei uns, ist aber immerhin schnell zu lernen. Dafür ist alles (bis jetzt noch) sagenhaft billig, so dass man leben kann wie Graf Koks. Ein einfaches, aber sehr reichliches Mittagessen mit ebenfalls reichlich Bier (das war so ziemlich das einzige Wort Chinesisch, das wir alle gelernt haben: Bier heißt Pijao;-) gabs für umgerechnet 1 Euro pro Person (inklusive Trinkgeld, das in China aber eigentlich gar nicht üblich ist), lange Taxifahrten kosten 2 oder 3 Euro und ein Doppelzimmer in einem Hotel von annähernder Grandhotel-Klasse 50 Euro. Da hält einem dann ein livrierter Hoteldiener die Tür auf, wenn man aus dem Taxi direkt auf den roten Teppich steigt, in der Lobby kann man an einem Kaffeetisch auf einem Glasboden sitzen, unter dem Goldfische umherschwimmen usw. usf. Das hat was.
Überhaupt ist hier ein Service üblich, wie man ihn sich in Deutschland überhaupt nicht vorstellen kann. So kaufte ich mir z.B. beim abendlichen Stadtbummel eine Hose, (für 10 Euro - hier würde sie mehr als das zehnfache kosten) - nur waren die Hosenbeine deutlich zu lang. Kein Problem - die Kürzung war im Kaufpreis inklusive und an einer Nähmaschine direkt im Laden innerhalb von ca. 5 min. erledigt; zum Abschluss wurde die Hose noch einmal frisch gebügelt.
Als kleines Gegengewicht zu all dem Positiven sollte ich noch die Hygiene erwähnen. Wer China bereist, darf nicht allzu zimperlich sein und kein zu empfindliches Näschen haben. Es müffelt hier und da recht kräftig, und wenn man vorhat, an einem der zahlreichen Straßenstände etwas zu essen, sollte man sich den Stand vorher unbedingt genau anschauen. Wir haben so einiges ziemlich Haarsträubende gesehen, und selbst in den sonst wirklich edlen Hotels, in denen es nicht an Luxus mangelte, waren Geschirr und Essstäbchen grundsätzlich fettschmierig - irgendwie kommt dort einfach niemand auf die Idee, dass sich daran jemand stören könnte. Auf das Thema öffentliche Toiletten (auf die man sich sein Papier grundsätzlich selbst mitbringen muss) gehe ich besser gar nicht näher ein.
Sehr verblüfft war ich übrigens, wie wenige ausländische Touris außer uns hier zu sehen waren. In der Hauptstadt wenigstens hier und da mal einer, aber in Kaifeng, einer sehr sehenswerten schönen alten Kaiserstadt und zudem noch einem offenbar beliebten Touristenziel, gab es nur chinesische Touristen - von denen allerdings jede Menge. Bei der Besichtigung des Shaolin-Tempels wurden wir gleich selbst zur Attraktion, als sich ein paar chinesische Mädels mit uns zusammen fotografieren ließen - ein Foto zusammen mit Europäern scheint etwas durchaus Besonderes zu sein und einen Hauch von weiter Welt zu vermitteln.