Unwort 2007
Verfasst: 17. Jan 2007 21:56
Bald, bald ists wieder soweit und das Unwort des Jahres wird bekanntgegeben. Ich für meine Begriffe bin jedenfalls schon ziemlich gespannt, welches Wort mit welchem Grund diesmal das Rennen gemacht hat. Hat sich jemand an der Auswahl beteiligt?! Wahrscheinlich nich. Sieht bissel unübersichtlich aus, macht aber nix. Hier der Artikel: Neben allerlei Intressantem wie z.B. Ernährungsmythen, dass Mohn dumm und Lakritze impotent machen usw. bei gmx gesichtet:
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Deutsche Sprache, schwere Sprache – seit 1991 sind alle Bürgerinnen und Bürger jedes Jahr aufs Neue aufgefordert, sprachliche Missgriffe zu sammeln, die ihnen im jeweiligen Jahr besonders negativ aufgefallen sind. Einer unabhängigen Jury obliegt im Anschluss die Aufgabe, das Unwort des Jahres zu küren. Von Anja Eichler
© dpa
Der 8. Januar 2007 war Stichtag - der letzte Tag, an dem Vorschläge eingereicht werden konnten. Fast zwei Wochen dauert es, bis am 19. Januar bekannt gegeben wird, welches Wort den "Gewinner" von 2005, "Entlassungsproduktivität", ablösen wird. "Sachlich falsch", "grob unangemessen", möglicherweise sogar "die Menschenwürde verletzend" – je größer der Missgriff beim Gebrauch eines Wortes oder einer Formulierung, desto sicherer ein Kandidat für die Mitglieder der Jury der "Aktion Unwort des Jahres", die aus der Gesellschaft für deutsche Sprache hervorging.
Im Anschluss an die Bekanntgabe kann man sich dann wieder auf heiße Debatten zwischen deutschen Sprachwissenschaftlern, Politikern und Journalisten freuen. So wurde zum Beispiel "Entlassungsproduktivität" nach Aussage der Kritiker fast überhaupt nicht benutzt. Das Gewinner-Unwort von 2002, "Ich-AG", wurde angeblich mit Absicht von der Jury falsch verstanden.
Egosurfer und Crackberry - die Top 100 Internet-Unworte
Als Anregung für die deutsche Unwort-Aktion dient die seit 1972 regelmäßig durchgeführte Suche nach einem Wort des Jahres durch die Gesellschaft für deutsche Sprache. Dabei geht es um die Bestimmungen einer Formulierung, die eine öffentliche Diskussion signifikant mitbestimmt hat, die die Gemüter erhitzt hat oder wichtigen Themen einen charakteristischen Touch verliehen hat. Eine Fachjury, bestehend aus wissenschaftlichen Mitarbeitern der Gesellschaft für deutsche Sprache, entschied sich im Dezember letzten Jahres für "Fanmeile" als Wort des Jahres 2006. Im Gegensatz zum Unwort des Jahres, kann das Wort des Jahres also auch durchaus positive Gefühle widerspiegeln. Zur Begründung der Wahl hieß es, dass während der Fußball-WM hunderttausende Begeisterte aus aller Welt auf den Fanmeilen "ihrem ganz besonderen Lebensgefühl" Ausdruck verliehen hätten.
Unwort des Jahres / (Grund) Wort des Jahres / (Grund)
Bekanntgabe am 19. Januar
2006: Fanmeile (Fußball-WM in Deutschland)
2005: Entlassungsproduktivität (Gewinne eines Unternehmens nach Entlassungswelle) Bundeskanzlerin (Wahl von Angela Merkel zur ersten deutschen Kanzlerin)
2004: Humankapital (degradiert Menschen zu nur noch ökonomisch interessanten Größen) Hartz IV (Neue Arbeitsmarktreformen vorgeschlagen von Dr. Peter Hartz)
2003: Tätervolk (inakzeptabler Kollektivschuldvorwurf) Das alte Europa (europäische Länder, die Irak-Krieg ablehnten)
2002: Ich-AG (Begriff reduziert laut Jury Individuen auf ein sprachliches Börsenniveau) Teuro (Einführung des Euro und parallel empfundene Preissteigerung)
2001: Gotteskrieger (Selbst- u. Fremdbezeichnung der Taliban- und El-Kaida-Terroristen) Der 11. September (terroristische Anschläge auf diverse Gebäude in New York)
2000: national befreite Zone (von Rechtsextremisten terrorisierte Region) Schwarzgeldaffäre (illegale Spendenpraxis der CDU in den 1990ern)
1999: Kollateralschaden (Verharmlosung der Tötung Unschuldiger als Nebensächlichkeit) Millennium (bevorstehende Jahrtausendwende)
1998: sozialverträgliches Frühableben (zynisch wirkende Ironisierung, die von vielen falsch verstanden wurde) Rot-Grün (Regierungskoalition zwischen SPD und Bündnis 90/Die Grünen)
1997: Wohlstandsmüll (Umschreibung von arbeitsunwilligen wie arbeitsunfähigen Menschen) Reformstau (kritisiert Unterbleiben von als nötig angesehenen Reformen)
1996: Rentnerschwemme (gibt falsches Bild zur Überalterung der deutschen Bevölkerung wider) Sparpaket (kennzeichnet die Verringerung des Budgetdefizits)
1995: Diätenanpassung (beschönigt die Diätenerhöhung im Bundestag) Multimedia (verstärktes Aufkommen digitaler Medien)
1994: Peanuts (Wort fiel in einer öffentlichen Diskussion in falscher Relation) Superwahljahr (die Politik im Zeichen des Wählerstimmenfangs)
1993: Überfremdung (Scheinargument gegen Zuzug von Ausländern)Sozialabbau (kritisiert den (befürchteten) Abbau des Sozialstaates)
1992: Ethnische Säuberung (Propagandaformel im ehemaligen Jugoslawien) Politikverdrossenheit (negative Einstellung der Bürger in Bezug auf Politik)
1991: ausländerfrei (fremdenfeindliche Parole in Hoyerswerda) Besserwessi (abschätzig für Bürger der (alten) BRD)
Andere Länder, andere Probleme, andere Unwörter
Da sich zeigte, dass viele der gewählten deutschen Wörter oder Unwörter stark mit deutschen Politikern oder Medienereignissen zusammenhängen, jedoch keinen oder kaum einen Bezug zu Österreich darstellten, wurde 1999 das erste Mal von österreichischen Sprachwissenschaftlern im Zuge des Projekts "Österreichisches Deutsch" ein Wort des Jahres und auch ein Unwort des Jahres ermittelt. Liechtenstein zog 2002 nach, die deutschsprachige Schweiz 2003.
Aufgrund eines Ereignisses 2006 hätten sich die Sprachwissenschaftler Österreichs und Deutschlands jedoch erstmals auch auf ein gemeinsames Wort des Jahres einigen können, das einen Bezug zu beiden Ländern dargestellt hätte: "Problembär" oder auch JJ1, der Braunbär, der uns wochenlang über die Tierexperten beider Länder lachen ließ. Doch dann setzte sich in Österreich "Penthouse-Sozialismus" durch und in Deutschland kam dem Bär die Fußball-Weltmeisterschaft in den Weg. "Fanmeile" soll daran erinnern, wie sportlich fair es 2006 in unserem Land zuging.
Das deutsche Unwort des Jahres wird wohl kaum mit dem österreichischen Gewinner "Ätschpeck" übereinstimmen. Mehrere hundert Vorschläge sind bei der Gesellschaft für deutsche Sprache eingegangen. In der engeren Auswahl sind unter anderem "Eindeutschung" im Zusammenhang der Integrationsdebatte von Zugewanderten, "Kleinvoliere" als Verniedlichung von Minikäfigen für Hühner oder die "Abwrackprämie", wie Entlassungszuschüsse bezeichnet wurden.
2006 Unwort des Jahres / (Grund) Wort des Jahres / (Grund)
Österreich: Ätschpeck (Wortspiel aus der Werbung eines Telefontarifanbieters) Penthouse-Sozialismus (Begriff entstand im Zusammenhang mit dem BAWAG-Skandal)
Liechtenstein: erstmals keine Wahl nachdem 2005 "Auberginenfürze" gewählt wurde Souveränität (200 Jahre Souveränität des Fürstentums)
Schweiz: Erweiterter Selbstmord (Im Zusammenhang mit dem Mord an Corinne Rey-Bellet) Rauchverbot (einhergehend mit den Diskussionen um rauchfreie Zonen)
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Deutsche Sprache, schwere Sprache – seit 1991 sind alle Bürgerinnen und Bürger jedes Jahr aufs Neue aufgefordert, sprachliche Missgriffe zu sammeln, die ihnen im jeweiligen Jahr besonders negativ aufgefallen sind. Einer unabhängigen Jury obliegt im Anschluss die Aufgabe, das Unwort des Jahres zu küren. Von Anja Eichler
© dpa
Der 8. Januar 2007 war Stichtag - der letzte Tag, an dem Vorschläge eingereicht werden konnten. Fast zwei Wochen dauert es, bis am 19. Januar bekannt gegeben wird, welches Wort den "Gewinner" von 2005, "Entlassungsproduktivität", ablösen wird. "Sachlich falsch", "grob unangemessen", möglicherweise sogar "die Menschenwürde verletzend" – je größer der Missgriff beim Gebrauch eines Wortes oder einer Formulierung, desto sicherer ein Kandidat für die Mitglieder der Jury der "Aktion Unwort des Jahres", die aus der Gesellschaft für deutsche Sprache hervorging.
Im Anschluss an die Bekanntgabe kann man sich dann wieder auf heiße Debatten zwischen deutschen Sprachwissenschaftlern, Politikern und Journalisten freuen. So wurde zum Beispiel "Entlassungsproduktivität" nach Aussage der Kritiker fast überhaupt nicht benutzt. Das Gewinner-Unwort von 2002, "Ich-AG", wurde angeblich mit Absicht von der Jury falsch verstanden.
Egosurfer und Crackberry - die Top 100 Internet-Unworte
Als Anregung für die deutsche Unwort-Aktion dient die seit 1972 regelmäßig durchgeführte Suche nach einem Wort des Jahres durch die Gesellschaft für deutsche Sprache. Dabei geht es um die Bestimmungen einer Formulierung, die eine öffentliche Diskussion signifikant mitbestimmt hat, die die Gemüter erhitzt hat oder wichtigen Themen einen charakteristischen Touch verliehen hat. Eine Fachjury, bestehend aus wissenschaftlichen Mitarbeitern der Gesellschaft für deutsche Sprache, entschied sich im Dezember letzten Jahres für "Fanmeile" als Wort des Jahres 2006. Im Gegensatz zum Unwort des Jahres, kann das Wort des Jahres also auch durchaus positive Gefühle widerspiegeln. Zur Begründung der Wahl hieß es, dass während der Fußball-WM hunderttausende Begeisterte aus aller Welt auf den Fanmeilen "ihrem ganz besonderen Lebensgefühl" Ausdruck verliehen hätten.
Unwort des Jahres / (Grund) Wort des Jahres / (Grund)
Bekanntgabe am 19. Januar
2006: Fanmeile (Fußball-WM in Deutschland)
2005: Entlassungsproduktivität (Gewinne eines Unternehmens nach Entlassungswelle) Bundeskanzlerin (Wahl von Angela Merkel zur ersten deutschen Kanzlerin)
2004: Humankapital (degradiert Menschen zu nur noch ökonomisch interessanten Größen) Hartz IV (Neue Arbeitsmarktreformen vorgeschlagen von Dr. Peter Hartz)
2003: Tätervolk (inakzeptabler Kollektivschuldvorwurf) Das alte Europa (europäische Länder, die Irak-Krieg ablehnten)
2002: Ich-AG (Begriff reduziert laut Jury Individuen auf ein sprachliches Börsenniveau) Teuro (Einführung des Euro und parallel empfundene Preissteigerung)
2001: Gotteskrieger (Selbst- u. Fremdbezeichnung der Taliban- und El-Kaida-Terroristen) Der 11. September (terroristische Anschläge auf diverse Gebäude in New York)
2000: national befreite Zone (von Rechtsextremisten terrorisierte Region) Schwarzgeldaffäre (illegale Spendenpraxis der CDU in den 1990ern)
1999: Kollateralschaden (Verharmlosung der Tötung Unschuldiger als Nebensächlichkeit) Millennium (bevorstehende Jahrtausendwende)
1998: sozialverträgliches Frühableben (zynisch wirkende Ironisierung, die von vielen falsch verstanden wurde) Rot-Grün (Regierungskoalition zwischen SPD und Bündnis 90/Die Grünen)
1997: Wohlstandsmüll (Umschreibung von arbeitsunwilligen wie arbeitsunfähigen Menschen) Reformstau (kritisiert Unterbleiben von als nötig angesehenen Reformen)
1996: Rentnerschwemme (gibt falsches Bild zur Überalterung der deutschen Bevölkerung wider) Sparpaket (kennzeichnet die Verringerung des Budgetdefizits)
1995: Diätenanpassung (beschönigt die Diätenerhöhung im Bundestag) Multimedia (verstärktes Aufkommen digitaler Medien)
1994: Peanuts (Wort fiel in einer öffentlichen Diskussion in falscher Relation) Superwahljahr (die Politik im Zeichen des Wählerstimmenfangs)
1993: Überfremdung (Scheinargument gegen Zuzug von Ausländern)Sozialabbau (kritisiert den (befürchteten) Abbau des Sozialstaates)
1992: Ethnische Säuberung (Propagandaformel im ehemaligen Jugoslawien) Politikverdrossenheit (negative Einstellung der Bürger in Bezug auf Politik)
1991: ausländerfrei (fremdenfeindliche Parole in Hoyerswerda) Besserwessi (abschätzig für Bürger der (alten) BRD)
Andere Länder, andere Probleme, andere Unwörter
Da sich zeigte, dass viele der gewählten deutschen Wörter oder Unwörter stark mit deutschen Politikern oder Medienereignissen zusammenhängen, jedoch keinen oder kaum einen Bezug zu Österreich darstellten, wurde 1999 das erste Mal von österreichischen Sprachwissenschaftlern im Zuge des Projekts "Österreichisches Deutsch" ein Wort des Jahres und auch ein Unwort des Jahres ermittelt. Liechtenstein zog 2002 nach, die deutschsprachige Schweiz 2003.
Aufgrund eines Ereignisses 2006 hätten sich die Sprachwissenschaftler Österreichs und Deutschlands jedoch erstmals auch auf ein gemeinsames Wort des Jahres einigen können, das einen Bezug zu beiden Ländern dargestellt hätte: "Problembär" oder auch JJ1, der Braunbär, der uns wochenlang über die Tierexperten beider Länder lachen ließ. Doch dann setzte sich in Österreich "Penthouse-Sozialismus" durch und in Deutschland kam dem Bär die Fußball-Weltmeisterschaft in den Weg. "Fanmeile" soll daran erinnern, wie sportlich fair es 2006 in unserem Land zuging.
Das deutsche Unwort des Jahres wird wohl kaum mit dem österreichischen Gewinner "Ätschpeck" übereinstimmen. Mehrere hundert Vorschläge sind bei der Gesellschaft für deutsche Sprache eingegangen. In der engeren Auswahl sind unter anderem "Eindeutschung" im Zusammenhang der Integrationsdebatte von Zugewanderten, "Kleinvoliere" als Verniedlichung von Minikäfigen für Hühner oder die "Abwrackprämie", wie Entlassungszuschüsse bezeichnet wurden.
2006 Unwort des Jahres / (Grund) Wort des Jahres / (Grund)
Österreich: Ätschpeck (Wortspiel aus der Werbung eines Telefontarifanbieters) Penthouse-Sozialismus (Begriff entstand im Zusammenhang mit dem BAWAG-Skandal)
Liechtenstein: erstmals keine Wahl nachdem 2005 "Auberginenfürze" gewählt wurde Souveränität (200 Jahre Souveränität des Fürstentums)
Schweiz: Erweiterter Selbstmord (Im Zusammenhang mit dem Mord an Corinne Rey-Bellet) Rauchverbot (einhergehend mit den Diskussionen um rauchfreie Zonen)
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