Hi SheMoon,
deine Vergleiche klingen, als wölltest du den Brenner in Ösiland
mit Wikipedia-Puzzle- oder Mosaiksteinchen asphaltieren *ggg*
Aber ich versteh in etwa, was du meinst, zumindest, dass man
den zurückgelegten Weg im Nachhinein erkennen kann,
dadurch, dass man Rückschlüsse und Schlussfolgerungen aus
zurückliegenden, gemachten Lebenserfahrungen zieht und
zukünftige Entscheidungen danach ausrichtet, ggf. aus
Schaden klug wird oder zumindest bereit, umzudenken und in
Zukunft einiges anders zu machen. Besser vielleicht, oder
einfach nur ganz anders.
Andrerseits gehts im Leben ja nicht nur rauf und runter sondern
auch nach links und rechts und kruez über eck.
Da ist es ganz praktisch wenn man sich mit ein paar
Leutschens unterhalten kann die dieses Tal schon
durchschritten haben, und das ist völlig wertungsfrei. Nichts
mit besser oder schlechter.
Ich denk, es gibt schon Bewertungen von besser oder
schlechter. Die trifft man manchmal unbewusst, indem man für
sich festlegt ob Informationen, Hinweise, Gespräche mit
Personen unterschiedlicher Herkunft und Denkweisen usw. für
einen nützlich, brauchbar, verwertbar sind. Sonst wärs ja
sinnlos. Andrerseits kann einen niemand eigne Lebens- (nich
Todeserfahrungen ersparen oder abnehmen, vor möglichen
Fehlern oder Gefahren warnen ja, aber wenn du z.B. einen
Fehler nicht machst, dann kannst du auch nichts draus lernen
und demnach nichts weitergeben. Dann hättest du getan, was
dir jemand gesagt hat, aber nicht aus deiner Überzeugung oder
deiner Begründung heraus, sondern weils jemand anders für
richtig gehalten hat. Das Leben wär um einiges weniger
risikoreich und abenteuerlustig für dich und damit auch weniger
lehrreich.
Und nun stell dir das nicht als nur einen hügeligen Weg,
sondern als unzählige vor, mit zig Möglichkeiten von einem auf
den anderen zu wechseln. Damit ändert sich auch jedesmal die
Personengruppe die für mich die wertvollen Infos hat. Wobei es
auch sein kann daß man einfach mehrere Infos zusammensetzt
um die Antwort zu erhalten die man braucht...
Ach hier kommts, hatte etwas vorgegriffen, damit, dass
wertvolle Informationen, Hinweise, Gespräche nie so ganz frei
von Bewertungen sind.
Ist wie mit Essen. Nehmen wir zum Beispiel nen Apfel. Es bringt
so gut wie gar nichts, nen Apfel nur anzugucken und sich an
der äußerlichen Schönheit zu erfreuen, dass er prall ist, rot
(und im Idealfall nicht vergiftet *gg*), man muss ihn gegessen,
innerlich verwertet und wieder ausgeschieden haben, um
letztendlich zu wissen, dass die Umhüllung kracht, wenn man
reinbeißt, dass er saftig und gesund ist und der Mensch, der
ihn gegessen hat, letztendlich auch. Von innen und von außen,
man muss es getan haben.
Ich war bis zu meinem 13 Lebensjahr in einer Art Tiefschlaf.
Ich war seltsam, ich war bösartig, aber nicht aus Bosheit,
sondern aus Unüberlegtheit, mangelndem Einfühlungsvermögen
und was weiß ich warum noch. Meine Kindheit war so, als hätte
sie ein Anderer gelebt, aber nicht ich. Erst als meine
Großmutter starb, wachte ich auf.... Ich kanns nicht wirklich
besser erklären...Ab da habe ich mich auf den Weg nach mir
selbst gemacht....boah das waren vielleicht Irrwege, aber
Keiner war umsonst.
*kicher* Kann ich mir bei dir gar nich vorstellen. Siehst so nett
aus, so lieb, als könnt dich kein Wässerchen trüben. Das mit
dem Tiefschlafgefühl kapier ich allerdings nicht so ganz. Meinst
du mit Unüberlegtheit vielleicht eher so ne Art Dir deiner Selbst
Unbewusstheit und dass du einfach nur rücksichtslos gewesen
bist?
Ich war als Kind eher ne Heulmemme. Ich wollt mich nur ungern
und wenn mit von mir auserlesenen Leuten abgeben. Am
liebsten hab ich mich für mich selber beschäftigt (ja ich bin die
geborne Selbstständige mit Kunden-Stamm und ohne Mitarbeiter-Stab

)
Andre Leute haben mich ständig zum Heulen gebracht, nich,
weil ich sie bemitleidenswert empfunden hätte, sondern
dadurch, dass sie so waren und sich so verhalten haben, wie
sie sich verhalten haben und weil ich ständig das Gefühl hatte,
dass ich Luft für andre bin, unsichtbar, unscheinbar (obwohls in
Wirklichkeit genau umgekehrt war und viele andre für mich Luft
waren) Das hat mich jedes Mal aufs Neue getroffen.
Ich hab morgens z.B. schon Heulkrämpfe gekriegt, wenn
meine Mutter vergessen hatte, an irgendwas für mich zu
denken. Heut macht mich Ignoranz aufgrund von verbohrter,
starrer Beharrlichkeit oder wegen Gleichgültigkeit, Resignation,
Lethargie einfach nur noch wütend. Da überspring ich die Stufe
der Traurigkeit. *ggg*
Vor zwei Jahren hat sich mein Weltbild auf den Kopf gestellt,
bzw. hatte ich ein AHA Erlebnis daß mich nun auf den Weg
gebracht hat, auf dem Ihr mich kennen lernt. Als ich vor
kurzem meine alten Aufzeichnungen vom Beginn dieses neuen
Weges gelesen habe, hab ich mich kringelig gelacht. *nick* ich
hab soooo viel erlebt in diesen zwei Jahre, und das obweohl
mein vorheriges Leben auch nicht gerade langweilig war
*erinnernd lächel*
Ich möcht ja nich indiskret sein, aber magst du erzählen, was
das für nen Erlebnis war? *Neugier*
Ist bei mir nämlich ganz anders. Wenn ich les, was ich so früher
für mich selber niedergeschrieben hab oder was ich gelesen
hab, dann find ichs nur peinlich, ein bissel unverzeihlich und ich
schäm mich dafür, was für nen Hirnschiss man von sich geben
kann. Mit etwas Distanz allerdings stellt sich danach ne
gewisse Ironie ein, das ich über mich selber lachen und Witze
reißen kann. Das dürfte natürlich niemand anders, ohne dass
ich nicht die Axt ausgraben würde.
Der Thread war für mich der Tritt in den Arsch, daß ich auch
bei Themen mitrede von denen ich fachlich einfach noch nicht
so viel weiß wie ich bereits gerne würde. Von außen bewertet
hier ja Keiner....aber ich lerne gerade auch meine Bewertung
bleiben zu lassen, und einfach zu sagen was mir spontan
einfällt..... ich denke je mehr ich frage desto schneller werde
ich lernen....
Ist von meiner Seite her kein Problem. Ich sag mir immer wie
mal jemand Berühmtes gesagt hat: "Was intressiert mich mein
Geschwätz von gestern." Heute ist wichtig, dass man
überhaupt ne Stimme hat und die Fähigkeit seine Meinung auch
mal zu ändern und zu äußern bzw. äußern zu dürfen, wenn
mans für richtig, wichtig und notwendig erachtet. Es gibt immer
Leute, die schlauer oder hirnrissiger sind.
"Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten."
ist nen rotes Tuch für mich. Da könnt ich in Null Komma Nix an
die Decke gehn, wenns mir jemand direkt sagen würde.
Übrigens bist du gemein Annarhi! Wo ich doch die
Neunschwänzige soooooo gerne habe *aufstampf*
Die brauch ich aber, um andren ggf. gehörig die Levithen zu
lesen und bei Ungehorsam ordentlich vom Leder zu ziehen. In
fremden Händen könnte das (auch für mich) verheerende
Folgen haben, die ich dann wieder grade biegen muss.
*gg*
PS. Irgenwie hab ich das Gefühl, je mehr ich hier (in diesem
Thread), versuche zu erklären was ich meine, desto
unverständlicher wirds....
Je unverständlicher, desto besser. Also ich für meine Begriffe
möchte immer was zum Rätseln, Enträtseln und Lösen und
Lüften haben.
lg
Annarhi