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Existens
Verfasst: 6. Apr 2007 13:51
von devilsnake
es gibt natürlich viele gründe warum ich in der letzten zeit so ziemlich gar nichts geschrieben habe, allerdings habe ich auch viel gelernt
besonders bezüglich der Existens, des "da seins" :
mich bedrängt die Frage ob wir überhaupt existieren. oder ob wir nicht einfach nur glauben das wir da sind.
Existiert der einzelne den wirklich? existiert die menge, oder gibt es selbst die menge nicht?
nun wie ich auf diese fragen gekommen bin ist leicht zu erklären... ich lese ein buch mit titel: alle menschen sind sterblich.
schon allein der titel wirft mir fragen auf und insbesondere das Warum? drängt sich mir auf.
so oft ging bei dieser tatsache das "warum" durch die köpfe der menschen, ewig ausgeleiert und sinnlos nach der befriedigenden antwort zu suchen, nun stellt sich die frage warum ist es sinnlos ...warum warum warum?-kleinkinderfragen
existiert die welt?- sagt mir die antwort auf der ich keine gegenfrage weiß, kein argument bringen kann das dann neue fragen aufzählen kann.
und glaubt mir ich suche schon ewig nach der antwort
und jetzt eine letzte frage:
existieren diese ganzen fragen?
Verfasst: 6. Apr 2007 13:54
von tlahuizcalpantecutli
najoa irgendwas ist ja da. Wenns nicht existieren würde, wäre es ja nicht da und niemand würde diese fragen stellen.
cogito ergo sum. Kommt von Descartes, der hat sich mit der Frage beschäftigt...
Gibt aber deutlich wichtigere Fragen, zum Beispiel: Was gibt's zu essen?
Verfasst: 6. Apr 2007 13:58
von devilsnake
nun ja du denkst das etwas da ist muss aber nicht heißen das es existiert weil du es denkst oder sagst...
Verfasst: 7. Apr 2007 10:53
von Annarhi
Hi devilschnecke
erstmal: Existenz wird mit z am Ende geschrieben, klar gibt es Seiendes, alles das, was man anfassen, praktisch begreifen und begriffeln kann, ist. Menschen, Tiere, Pflanzen, Gegenstände. Mal auf den Tastsinn von Menschen bezogen. Sicherlich gibts auch Dinge, die man erspüren, nicht anfassen, aber trotzdem begreifen kann. Vielleicht riechen, dass was in der Luft liegt, Ärger z.B. dicke Luft oder der reine, feurige Atem einer Drachenseele, das Gras wachsen hören oder schmecken, Geschmack haben, ohne sich auch nur irgendwas auf der Zunge zergehn zu lassen. Denk ich jedenfalls. Nur wenn du denkst, dass ein Tisch z.B. nicht da ist, heißt nicht, dass er tatsächlich nicht da ist. Schon gar nicht, wenn die Mehrheit der Allgemeinheit schreit: EHHHH DA IS ABBER NEN TISCH UND TER IS RUND so OVAL IRGENDWIE. Und der Geist da! Hast du's nich gehört? Der hat meinen Namen gerufen. Ich habs genau gehört.
Ich denk, dass alles, was denk- und zusammenphantasierbar ist, ist möglich und existent auf irgendner Ebene im (Ein)Wirkbereich deiner Selbst und selbst Unmögliches, was erstmal noch nicht ist, wird in dem Moment seiend, wenn man anfängt, darüber nachzudenken und es in den Bereich des Möglichen zu holen.
Außer mich. Mich gibts nicht. Ich bin unsichtbar und ich hab seeeeeehr, seeeeehr lange dafür geübt. Vor ca. 1 Jahr bin ich auf nem bunt geschmückten Elefant davongejuckelt, hab Indianerlieder dabei gesungen und wurde irgendwann kurz vorm Horizont unsichtbar, ich hab mich faktisch in Luft aufgelöst. Das kann nich jede/r!
*mit der nichtexistenten großen Fußzeh wackelt* *ggg*
*den Rosenkranz zwischen den Fingerspitzen dreh*
*Kotlette lockig zwirbelt*
Herzallerliebst,
Annarhi
Verfasst: 22. Apr 2007 15:47
von devilsnake
ach weißt du wenn etwas existiert was für andere nicht existiert warum sollte es nicht auch andersrum gehen, du nicht existierendes wesen. ach ja und was meine rechtschreibung betrifft, ich schreib doch auch alles klein also sag dazu nichts ; )
ich finde es lässt sich auch leichter leben wenn man sagt das nichts existiert:
den schmerz den du fühlst gibt es nicht
die einsamkeit gibt es nicht
und schon fühlt man sich besser, es ist wie alles eine art glaubensrichtung
und ich glaube es existiert nichts
Verfasst: 22. Apr 2007 17:05
von Annarhi
Schreib doch klein, ist doch nich so wichtig. Kommt doch drauf an, was du schreibst. Ich denk, es ist keine Glaubensrichtung, dass Schmerzvolles oder Einsamkeit einfach für nicht existent gehalten wird, nur dass man ihn bzw. sie nicht fühlen muss oder braucht. Ich denk, dass ist so ne Art Verdrängen, Ausblenden.
Wenn ich sowas machen würde, tät mir bald klar werden, dass ich mir selber (und damit auch andren) was vormache. Aber für jemanden, der noch nie Schmerz gefühlt hat, der sich wie rammende Messerstiche ins Herz anfühlt oder Einsamkeit, die so ist, als würden alle Menschen wer weiß wie weit weg sein und man selber ist an diesem Leben unbeteiligt so nach dem Motto: tausende von Augen sehen es mir an ich tue so, doch ich glaube nicht daran, ich mache alles, was genau wie ihr doch innen drin, da bleibt es leer. Wenn ihr euch nach eurer Kindheit sehnt, könnt ihr gerne meine nehmen. Ich fühl mich noch nicht so weit, das war doch wirklich ne beschissne Zeit usw...
Für solche Menschen, die immer nur lachen und gesellig sein können, für die sind Schmerz und Einsamkeit nicht existent und es gibt immer solche Leute, die nichts lieber täten als ihre üblen Erfahrungen gegen was besseres oder anderes einzutauschen, nur um sich besser zu fühlen oder für was anderes gehalten zu werden als sie sind.
Allerdings glaub ich nicht, dass es nur einen Mensch gibt, der beides noch nie gefühlt hat. Schmerz und Einsamkeit z.B. Ich glaub, die Erfahrung haben verschiedne Menschen auf unterschiedliche Art und Weise mit anderen alle schon irgendwie gemacht - jeder geht anders damit um, und es wird immer wieder mal Leute geben, die einen das nie vergessen lassen. Ich find, das ist das Traurige, aber auch das Schöne daran.
Liebe Grüße,
Annarhi
Verfasst: 22. Apr 2007 21:48
von DarkWriter
Hallo,
die Frage, ob und was generell existiert ist nicht wichtig sondern nur, was für den einzelnen existiert. Und auch ist die Definition so, dass existiert, was man auf irgendeine Art erfahren kann.
Für den Patienten in der Psychatrie sind die Stimmen in seinem Kopf auch existierend, für alle anderen nicht. Sind sie für ihn deswegen weniger wichtig als die Stimme meiner Frau, die existiert (und mir gerade Schokolade gibt)? Nein, sie sind noch wichtiger, weil sie evtl. gerade über sein Leben oder Sterben entscheiden. Darum ist es eine bequeme, aber unmögliche Ausflucht zu sagen, dass der Schmerz nicht existiert und darum nicht empfunden wird. Wer ihn spürt, gleich aus welchem Grund, für den existiert er in diesem Moment, in dem er ihn fühlt.
Wobei natürlich die für sich selbst als wahr bestimmten Existenzen durchaus auch andere betreffen können. Ich glaube nicht an Gott. Hätte ich 11.9.2001 im WTC gesessen, hätte mich der Glaube anderer, für die er ja existiert, dennoch betroffen. Und als Krankenpfleger oder Arzt wäre es meine Pflicht, mich um die nur für eine Person existierenden Stimmen zu kümmern. Ergo - die reale Existenz von einem oder etwas ist nicht wichtig. relevant ist nur, ob einer oder etwas für einen oder mehrere Menschen existiert.
Grüße
Verfasst: 23. Apr 2007 09:03
von Azazel
by the way - gibt es eine philosophische Richtung, die da besagt, dass alles was um einen herum ist einzig auf der persönlichen Phanatsie/Einbildung basiert - also nicht existent ist.
Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte der Sophismus sein.
Verfasst: 24. Apr 2007 08:25
von Mystery
Nun, wir hatten vor ein Jahr (als ich noch in der Schule war... Ach, das waren Zeiten... will ich aber nicht wieder haben, zu viel Stress), in Philosophie ein ähnliches Thema.
Wir sollten ein Essay zum Satz: "Der Tod ist kein Beweis dafür, dass er gelebt hat" schreiben...
Nachdem wir uns mit dem allgemeinen Tod auseinander gesetzt haben (also ab wann man aus biologischer und empirischer Sicht tot ist oder was "leben" eigentlich bedeutet), sind wir auf die Sache mit der Existenz gestoßen.
Existiert man, wenn man von anderen wahrgenommen wird, oder weil man eben ist.
Beispiel: Ein Paar flüchtet in die Wüste (oder einen anderen einsamen Ort eurer Wahl) und bringt dort ein Kind zur Welt. Keiner kommt vorbei, man weiß auf Grund des vorherigen Lebens des Paares jedoch, das die beiden existieren, aber von dem Kind weiß niemand etwas. Irgendwann, wenn das Kind groß genug ist, geht es eine Weile spazieren. In der Zeit kommt eine Person, bringt die Eltern um und geht wieder, stirbt aber später auch, ohne das Kind jemals gesehen zu haben. Das Kind kommt nach Hause, sieht die Eltern und bringt sich ebenfalls um, indem es sich und das Haus verbrennt. Die Asche von ihnen wird weit verstreut und wird kaum noch Spuren hinterlassen.
Außer denn Eltern hat niemand je erfahren, dass das Kind existiert hat und wird auch nie jemand erfahren.
Hat es dennoch gelebt, hat es existiert? (Aus empirischer Sicht betrachtet)
Wir haben damals mehrere Stunden darüber diskutiert, kamen aber zu keinem Ergebnis...
Das ist genauso, wie die altbekannte Frage: Wenn im Wald ein Baum umfällt und niemand hört es, macht er dann trotzdem Krach? Eigentlich müsste die Antwort Ja sein, aber von mehreren Seiten betrachtet, kann man das wieder nicht eindeutig sagen.
Biologisch gesehen existiert man nicht als einzelner (damit mein ich nicht, dass man als Menschenmasse existiert!), zumindest nicht, was den Körper anbelangt.
Wir halten unsere Körper für fest, für ein Ganzes, aber das stimmt natürlich nicht. Auf ein gewaltiges Format vergrößert ist er nicht anderes, als ein Wirbel aus Zellen und Atomen, sie zu kleinern Wirbeln aus Zellen und Atomen gebündelt sind. Unser Verhalten findet nicht nur im Gehirn statt, sondern überall im Körper. Somit sind wir selbst nicht eins, sondern viele (erinnert mich jetzt an die Bibel: Unser Name ist Legion, denn wir sind viele.^^).
Aber gut, wenn man das vom normalen Standpunkt betrachtet, ist meine persönliche Meinung: Ja, ich existiere und würde auch existieren, auch wenn andere mich nicht wahrnehmen würden, denn ich nehme mich selber wahr. Ob mein Tod ein Beweis dafür wäre, dass ich gelebt habe, ist biologisch vielleicht richtig, aber empirisch ist es für mich kein Beweis. Allerdings ist "leben" und "existieren" für mich auch nicht das selbe.
Und jetzt höre ich mal besser auf, möchte euch ja nicht unnötig langweilen.
[img]undefined://mg.a-koessler.com/forum/images/smiles/klugscheiss.gif[/img]
LG,
Mysti
Verfasst: 24. Apr 2007 09:04
von Azazel
interessante Fragestellung! Ich sage, das Kind existiert, weil es sich selbst wahrnimmt - wobei die gesellschaftliche Nichtexistenz natürlich auch gegeben ist, da diese auf Wahrnehmung von dritten basiert und nicht auf der eigenen.
*mussmalnochdrübernachdenken*
Verfasst: 24. Apr 2007 16:52
von Annarhi
Mysti, spannender Text. Ich denk, schon bei Definition leben, d.h. "Was und wie ist Leben?" scheiden sich die Geister. Ich denk auch, dass "Existieren" dafür nicht ausreicht. Vorallen wenn ich seh, wieviele Leute nich mal merken, dass sie existieren (im Drogenrausch z.B.) und dabei doch nur vor sich dahinvegetieren.
Die nehmen wahrscheinlich alles mögliche (andre) wahr, bloß nich sich selber in ihrer abgespacten Verschrobenheit oder sich selber als irgendwas im Leben. Oder aber denken im Gegensatz zu allen andren, dass so ne Existenz das Leben, ihr Leben, ist. Weiß ich nich, will ich auch keine hahnebüchneren Behauptungen aufstellen. Is nur so ne grund- bzw. bodenlose Vermutung *g*
@Darkwriter: Zum Glück bin ich kein Psychiater. Ich glaub mir würden die Bekloppten mit der Zeit tierisch aufn Zeiger gehn und ich der Aufgabe für Ruhe in deren Schädel zu sorgen bzw. mich darum abzubuckeln, dass die für die Irren real existierenden Stimmen ihre Schnauze halten, schnell überdrüssig sein. Ich mein so innere Dialoge führt ja jeder. Bei manchen nimmts nur Überhand.
Jedenfalls find ich den Vergleich mit dem existierenden Kind, was für die Eltern nicht existiert hat, auch intressant. Hat man bei vielen unglücklich Verliebten ja auch. Die werden einfach nicht wahrgenommen und trotzdem sind sie da, existieren sie auf tragische Art und Weise und verfolgen ihre Angebeteten wie der Schatten von ner Leselampe an der Wand, hahahahaha.
Sorry, is nich lustig.
Liebe Grüße,
Annarhi
Verfasst: 25. Apr 2007 10:19
von Mystery
@Mods: Darf gelöscht werden, der fieße Mehrfachpost schlägt wieder zu^^
Verfasst: 25. Apr 2007 10:20
von Mystery
Darf gelöscht werden, der fieße Mehrfachpost schlägt wieder zu...^^
Verfasst: 25. Apr 2007 10:20
von Mystery
Annarhi hat geschrieben:Die nehmen wahrscheinlich alles mögliche (andre) wahr, bloß nich sich selber in ihrer abgespacten Verschrobenheit oder sich selber als irgendwas im Leben. Oder aber denken im Gegensatz zu allen andren, dass so ne Existenz das Leben, ihr Leben, ist. Weiß ich nich, will ich auch keine hahnebüchneren Behauptungen aufstellen. Is nur so ne grund- bzw. bodenlose Vermutung *g*
Kann sein, dass sie in dem Moment wirklich nicht "leben", aber meistens werden sie ja von Außenstehenden wahrgenommen (oft nicht positiv, aber das ist ja logisch), und somit "existieren" sie ja automatisch wieder, oder etwas nicht?
Auch wenn sie für sich selber nicht existent sind, für andere doch schon.^^
(Nimms mir nicht übel, hast ja gesagt, dass du nur ne Vermutung gemacht hast^^)
LG,
Mysti
Verfasst: 25. Apr 2007 19:32
von Annarhi
Hi Mysti,
nehm ich dir nich übel, im Gegenteil. Du interpretierst meine Wahrnehmung von Drogenabhängigen als negativ, steht da ja auch so, aber dem ist einiges vorausgegangen. Zum Verstehen bzw. Verständnis: Im Grunde genommen ists ne Entscheidung, die ich so getroffen hab, weils andersherum nicht ging, d.h. weder mir noch nem Drogenabhängigen z.B. geholfen hätte. Ich bin ja nicht herzlos. Genauso wenig wie ich zulassen will, dass die Rollen (in Bezug auf Wahrnehmung usw.) vertauscht werden. Ich bin schließlich relativ klar im Schädel *g*
Wenn ich morgens z.b. die Treppe zum Zug hochlauf und ganz oben auf der Stufe sitzt ne Frau, die sich bis zum Hosenschlag eingepisst hat und vor sich hindöst, dann bin ich die letzte, die ihr ohne genauer hinzugucken einige Münzen vor die Füße schmeißt oder nen mitleidigen Blick aufsetzt, och die Arme denkt und weitergeht. D.h. die Frau wahrnimmt, eine auf Gutmensch macht, d.h. ihr zwar ne jämmerliche Existenz zugesteht, aber ansonsten unbeeindruckt davon bin.
Ich denk nur mit beidem wäre ihr nicht geholfen. Im Grunde genommen wäre es meiner Meinung nach richtig, mein Handy aus der Tasche zu holen, auf der Arbeit anzurufen, dass ich nicht komme, die Frau hochzuzerren und zur Bahnhofsmission zu schaffen und sie nen Stück auf ihrem (Lebens)Weg zu begleiten, bis sie ihn wieder von selber stehen und gehen kann.
Von einem Amt zum andren. Wenn ich Mutter Theresa wär, wüt ich das machen, aber wenn du mal jemandem die hilfreiche Hand oder nur nen kleinen Finger gereicht hast und der hat sich die ganze Hand gekrallt, dann weißt du, was du in Zukunft anders machst, dem Handeln praktisch erstmal ne andere Einstellung zu solchen Situationen vorausgeht.
Stell dir vor, du hast jemanden bei dir aufgenommen und plötzlich merkst du wie aus ursprünglich übergangsweise geplanten Wochen Monate werden und du rein zufällig nen Stapel Visitenkarten findest auf dem sein Name und deine Adresse prangt. Da fällt man echt vom Glauben ab. Ich bin mittlerweile ziemlich vorsichtig geworden, was meine Hilfe oder meinen Rat anlangt, d.h. mein guter Rat ist mir teuer (d.h. einiges wert, pi mal Daumen geschätzt) und meine Hilfe muss jemand verdient haben, das versuch ich oftmals im Voraus abzuchecken, die entsprechende Person auf Herz und Nieren zu überprüfen, um im Nachhinein nicht aus Schaden klug werden zu müssen oder sich mit der Undankbarkeit und Dreistigkeit solcher Leute auseinandersetzen zu müssen. Denn sowas is wirklich ätzend.
Bissel vom Thema Leben, Existenz und Wahrnehmung abgekommen. Wie reagierst du auf den sogenannten "Abschaum" der Gesellschaft?
Liebe Grüße
Annarhi