..und der Wahnsinn wird immer konkreter
Verfasst: 8. Okt 2005 09:27
LONDON — US-Präsident George W. Bush glaubt, dass Gott ihm den Auftrag erteilt hat, Afghanistan und den Irak zu befreien. Das jedenfalls behauptet eine Dokumentation der BBC, die am Montag gesendet wird.
Sie beruft sich auf das Zeugnis palästinensischer Politiker, denen der US-Präsident seine Mission angeblich offenbart hatte. Demnach verkündete Bush seine Heilsbotschaft bei einem israelischpalästinensischen Gipfeltreffen in dem ägyptischen Seebad Scharm el-Scheich vier Monate nach der Invasion im Irak.
Wie sich der damalige palästinensische Außenminister Nabil Schaath erinnert, sagte der amerikanische Präsident zu der palästinensischen Delegation: „Ich handle im Auftrag Gottes. Der Herr sagte zu mir: ,George, kämpfe gegen die Terroristen in Afghanistan‘, und ich tat es. Und dann sagte Gott zu mir: ,George, gehe hin und beende die Tyrannei im Irak‘, und ich tat es. Und nun höre ich wieder das Wort Gottes: ,Gehe hin und gib den Palästinensern ihren Staat und den Israelis Sicherheit und schaffe Frieden im Nahen Osten.‘ Und bei Gott, das werde ich tun.“
Dieser erstaunliche Vorfall wurde bereits kurz danach von der israelischen Zeitung Haaretz berichtet, die ein palästinensisches Gesprächsprotokoll veröffentlichte. Die Delegation jedoch wollte dies nicht bestätigen, weshalb es damals auch keine größere öffentliche Resonanz gab. Nun aber bekräftigte Nabil Schaath gegenüber der BBC die Äußerung des US-Präsidenten, die auch von dem jetzigen palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas bestätigt wird, der ebenfalls an dem Treffen teilgenommen hatte.
Energisch dementiert
Das Weiße Haus dementiert energisch, dass der Bush sich so geäußert habe. Die BBC hingegen stellt diese Zitate in Zusammenhang mit Bushs Entwicklung zum „wiedergeborenen Christen“, dessen Wahlsieg durch die mächtige Bewegung der fundamentalistischen Bibelgemeinde in den USA ermöglicht wurde.
In der Sendung wird auch das gemeinsame Gebet von Tony Blair und Bush auf dessen Ranch in Texas erwähnt, wo die Waffenbrüder angeblich göttliche Hilfe und Beistand bei der geplanten Invasion anriefen. Obwohl er mehrmals darauf angesprochen wurde, hat der britische Premierminister stets dieses Ereignis weder bestätigt noch dementiert.
Doch britische Satiriker und Karikaturisten stellen seitdem Bush und Blair wie das Paar aus dem Kultfilm „Blues Brothers“ dar, das sich ebenfalls auf einer „göttlichen Mission“ befand. Analytiker von Blairs Reden stellten fest, dass auch der Premierminister häufig biblische Metaphern als Argumente für den Krieg verwendete.
Die Sendung der BBC gewinnt besondere Brisanz durch die jüngste Rede von George W. Bush, der seinen „Krieg gegen den Terror“ als Abwehrkampf gegen eine drohende islamische Unterjochung des christlichen Abendlandes sieht.
HENDRIK BEBBER
Quelle: Nürnberger Nachrichten
Sie beruft sich auf das Zeugnis palästinensischer Politiker, denen der US-Präsident seine Mission angeblich offenbart hatte. Demnach verkündete Bush seine Heilsbotschaft bei einem israelischpalästinensischen Gipfeltreffen in dem ägyptischen Seebad Scharm el-Scheich vier Monate nach der Invasion im Irak.
Wie sich der damalige palästinensische Außenminister Nabil Schaath erinnert, sagte der amerikanische Präsident zu der palästinensischen Delegation: „Ich handle im Auftrag Gottes. Der Herr sagte zu mir: ,George, kämpfe gegen die Terroristen in Afghanistan‘, und ich tat es. Und dann sagte Gott zu mir: ,George, gehe hin und beende die Tyrannei im Irak‘, und ich tat es. Und nun höre ich wieder das Wort Gottes: ,Gehe hin und gib den Palästinensern ihren Staat und den Israelis Sicherheit und schaffe Frieden im Nahen Osten.‘ Und bei Gott, das werde ich tun.“
Dieser erstaunliche Vorfall wurde bereits kurz danach von der israelischen Zeitung Haaretz berichtet, die ein palästinensisches Gesprächsprotokoll veröffentlichte. Die Delegation jedoch wollte dies nicht bestätigen, weshalb es damals auch keine größere öffentliche Resonanz gab. Nun aber bekräftigte Nabil Schaath gegenüber der BBC die Äußerung des US-Präsidenten, die auch von dem jetzigen palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas bestätigt wird, der ebenfalls an dem Treffen teilgenommen hatte.
Energisch dementiert
Das Weiße Haus dementiert energisch, dass der Bush sich so geäußert habe. Die BBC hingegen stellt diese Zitate in Zusammenhang mit Bushs Entwicklung zum „wiedergeborenen Christen“, dessen Wahlsieg durch die mächtige Bewegung der fundamentalistischen Bibelgemeinde in den USA ermöglicht wurde.
In der Sendung wird auch das gemeinsame Gebet von Tony Blair und Bush auf dessen Ranch in Texas erwähnt, wo die Waffenbrüder angeblich göttliche Hilfe und Beistand bei der geplanten Invasion anriefen. Obwohl er mehrmals darauf angesprochen wurde, hat der britische Premierminister stets dieses Ereignis weder bestätigt noch dementiert.
Doch britische Satiriker und Karikaturisten stellen seitdem Bush und Blair wie das Paar aus dem Kultfilm „Blues Brothers“ dar, das sich ebenfalls auf einer „göttlichen Mission“ befand. Analytiker von Blairs Reden stellten fest, dass auch der Premierminister häufig biblische Metaphern als Argumente für den Krieg verwendete.
Die Sendung der BBC gewinnt besondere Brisanz durch die jüngste Rede von George W. Bush, der seinen „Krieg gegen den Terror“ als Abwehrkampf gegen eine drohende islamische Unterjochung des christlichen Abendlandes sieht.
HENDRIK BEBBER
Quelle: Nürnberger Nachrichten