Lol, Punks...!
Verfasst: 13. Aug 2011 16:02
Der Story folgt eine ernsthafte Frage, also nicht gleich löschen. Die wörtliche Rede ist aus meiner Erinnerung verfasst.
Als ich heute Vormittag mal wieder in Darmstadt unterwegs war, hatte ich eine nette Auseinandersetznung mit ein paar Punks.
Ich war auf dem Weg, von einer kleinen Besorgungstour in der Stadtmitte, zum Hauptbahnhof. Der Weg dorthin führt aber immer
an einer von zwei Seitenstraßen des Luisencenters vorbei. Als ich diesmal nicht den Weg nehmen wollte, an dem die ganzen Werber
und Parteiständchen ihre Lager immer aufschlagen, ging ich den etwas weniger besuchten Weg, in der Hoffnung wenigstens einmal
am Bahnhof anzukommen, ohne irgendetwas von "Gott", schnelles Geld, oder "wir sind die beste und coolste Partei" hören zu müssen.
Ich lag so falsch
. Am Ende der Seitenstraße, die zum Luisenplatz mit den ganzen Bushaltestellen mündet, hat eine relativ große
Gruppe Punks ihr Lager aufgeschlagen. Es waren etwa 10-12 Mann und sie hatte einen Aufsteller mit dabei, auf dem stand "Autonomes Lager"
.
"Augen zu und durch
" dachte ich und versuchte mich unbemekt an ihnen vorebei zu schleichen. Denkste!
Drei von den Damen und Herren standen vor dem Lager mit Dosen in der Hand - und es waren keine Bierdosen
. Bemüht nachdenklich
auszusehen kam ich am ersten vorbei, doch der zweite ging direkt auf mich zu und sprach mich direkt an:
"Ey, haste ma´ n´ bisschen Geld für mich?".
Mit dem Gedanken "die lernen es doch eh nicht", ging ich, ihn ignorieren, weiter. Sichtlich angepisst rief er mir hinterher:
"Ja, ja. Is´ schon klar! Such dir nen´ Job und so...".
Ich weiß nicht, was mich in diesem Moment gepackt hatte, aber ich drehte mich um und ging zu ihm zurück. Vielleicht war ich noch nicht richtig aufgewacht oder es war mein Drang zu verändern? Jedenfalls fragte ich ihn:
"Selbst wenn ich dir Geld geben würde, was würdest du denn damit machen?"
Seine Antwort war "Häh? Watt willst du denn noch? Geh weiter und geh mir nich auf´n Sack." drehte sich um und laberte einen anderen Passanten voll.Im Begriff weiter zu gehen rief ich ihm noch zu:
"Alles klar. Die Leute um Geld anbetteln, aber keine guten Ratschläge annehmen." Daraufhin ging er wieder auf mich zu. Ich blieb stehen, weil mich interessierte, was er vorhatte. Zum Glück reagierte er nur auf meine Antwort und antwortete genervt
Er: "Ich würd´ uns vielleicht was zu Essen kaufen, wenn´s recht ist!?"
Ich: "Und was macht ihr, wenn ihr was gegessen habt und das Geld wieder weg ist?"
Er: "Bist ganz schön mutig für so ne Blassnase. Abwarten, bis uns wieder jemand was gibt! Solidarität - schon ma gehört??"
Ich: "Ganz schön solidarisch, dieses einseitige Geben."
In dem Moment kamen die zwei anderen Dosenhalter dazu und die Punks auf der Decke schauten mich auch an. Langsam wurde ich etwas unruhig und ich beschloss aus Sicherheitsgründen etwas höflicher zu sein. Aus der Situation kam ich nicht mehr raus.
Er: "Watt sollen wir halt machen? Die Gesellschaft is´ eben scheiße zu uns. Die schauen uns alle an, als wär´n wir der letzte Dreck."
Ich: "Dann macht doch etwas dagegen und zeigt denen, dass ihr was könnt. Du hattest es schon angedeutet. Was hält euch davon ab zu arbeiten?"
Er: "Uns will doch eh kein Schwein. Außerdem is´ der Kapitalismus der größte Müll, den´s gibt! da geht´s nur ums Ausbeuten!"
Ich:"Es gibt auch Arbeitgeber, die Leute wie euch anstellen. Die achten nicht auf das was ihr seid, sondern auf das, was ihr könnt.
Und Außerdem macht ihr doch beim Kapitalismus mit, indem ihr um Geld bittet. Das ist auch eine Form von Geldwirtschaft."
Darauf guckte er mich ziemlich sauer an und sagte "Ich glaub, es is´ jetzt besser wenn du gehst." Die Gelegenheit
ergriff ich sofort und ging auf der Stelle Richtung Luisenplatz. Ich war erleichtert die Situation ohne Schlägerei und nur mit Worten überstanden zu haben.
Jedenfalls stellt sich für mich hier die Frage, warum sich die Punks, die sich als (Pseudo)Autonom bezeichnen so tun, als kommen sie ohne den Kapitalismus klar. In Wahrheit brauchen sie ihn doch, genau wie wir. Mitleid hat noch niemandem geholfen und ich habe auch keines.
Lügen die sich bewusst in die eigene Tasche, um ihre defensive Position zu stärken?
Haben die sich so sehr in diese Anti-Kapitalismushaltung reingesteigert, dass sie die Wahrheit nicht mehr sehen können?
Glaubt ihr, es gibt einen Weg aus dem Kapitalismus? Wo könnte man ernsthaft ansetzen?
Sind die Menschen bloß wieder zu faul, um etwas zu ändern?
Fragen über Fragen.
In aller Liebe und Verachtung
Daimao_Koopa
Als ich heute Vormittag mal wieder in Darmstadt unterwegs war, hatte ich eine nette Auseinandersetznung mit ein paar Punks.
Ich war auf dem Weg, von einer kleinen Besorgungstour in der Stadtmitte, zum Hauptbahnhof. Der Weg dorthin führt aber immer
an einer von zwei Seitenstraßen des Luisencenters vorbei. Als ich diesmal nicht den Weg nehmen wollte, an dem die ganzen Werber
und Parteiständchen ihre Lager immer aufschlagen, ging ich den etwas weniger besuchten Weg, in der Hoffnung wenigstens einmal
am Bahnhof anzukommen, ohne irgendetwas von "Gott", schnelles Geld, oder "wir sind die beste und coolste Partei" hören zu müssen.
Ich lag so falsch
Gruppe Punks ihr Lager aufgeschlagen. Es waren etwa 10-12 Mann und sie hatte einen Aufsteller mit dabei, auf dem stand "Autonomes Lager"
"Augen zu und durch
Drei von den Damen und Herren standen vor dem Lager mit Dosen in der Hand - und es waren keine Bierdosen
auszusehen kam ich am ersten vorbei, doch der zweite ging direkt auf mich zu und sprach mich direkt an:
"Ey, haste ma´ n´ bisschen Geld für mich?".
Mit dem Gedanken "die lernen es doch eh nicht", ging ich, ihn ignorieren, weiter. Sichtlich angepisst rief er mir hinterher:
"Ja, ja. Is´ schon klar! Such dir nen´ Job und so...".
Ich weiß nicht, was mich in diesem Moment gepackt hatte, aber ich drehte mich um und ging zu ihm zurück. Vielleicht war ich noch nicht richtig aufgewacht oder es war mein Drang zu verändern? Jedenfalls fragte ich ihn:
"Selbst wenn ich dir Geld geben würde, was würdest du denn damit machen?"
Seine Antwort war "Häh? Watt willst du denn noch? Geh weiter und geh mir nich auf´n Sack." drehte sich um und laberte einen anderen Passanten voll.Im Begriff weiter zu gehen rief ich ihm noch zu:
"Alles klar. Die Leute um Geld anbetteln, aber keine guten Ratschläge annehmen." Daraufhin ging er wieder auf mich zu. Ich blieb stehen, weil mich interessierte, was er vorhatte. Zum Glück reagierte er nur auf meine Antwort und antwortete genervt
Er: "Ich würd´ uns vielleicht was zu Essen kaufen, wenn´s recht ist!?"
Ich: "Und was macht ihr, wenn ihr was gegessen habt und das Geld wieder weg ist?"
Er: "Bist ganz schön mutig für so ne Blassnase. Abwarten, bis uns wieder jemand was gibt! Solidarität - schon ma gehört??"
Ich: "Ganz schön solidarisch, dieses einseitige Geben."
In dem Moment kamen die zwei anderen Dosenhalter dazu und die Punks auf der Decke schauten mich auch an. Langsam wurde ich etwas unruhig und ich beschloss aus Sicherheitsgründen etwas höflicher zu sein. Aus der Situation kam ich nicht mehr raus.
Er: "Watt sollen wir halt machen? Die Gesellschaft is´ eben scheiße zu uns. Die schauen uns alle an, als wär´n wir der letzte Dreck."
Ich: "Dann macht doch etwas dagegen und zeigt denen, dass ihr was könnt. Du hattest es schon angedeutet. Was hält euch davon ab zu arbeiten?"
Er: "Uns will doch eh kein Schwein. Außerdem is´ der Kapitalismus der größte Müll, den´s gibt! da geht´s nur ums Ausbeuten!"
Ich:"Es gibt auch Arbeitgeber, die Leute wie euch anstellen. Die achten nicht auf das was ihr seid, sondern auf das, was ihr könnt.
Und Außerdem macht ihr doch beim Kapitalismus mit, indem ihr um Geld bittet. Das ist auch eine Form von Geldwirtschaft."
Darauf guckte er mich ziemlich sauer an und sagte "Ich glaub, es is´ jetzt besser wenn du gehst." Die Gelegenheit
ergriff ich sofort und ging auf der Stelle Richtung Luisenplatz. Ich war erleichtert die Situation ohne Schlägerei und nur mit Worten überstanden zu haben.
Jedenfalls stellt sich für mich hier die Frage, warum sich die Punks, die sich als (Pseudo)Autonom bezeichnen so tun, als kommen sie ohne den Kapitalismus klar. In Wahrheit brauchen sie ihn doch, genau wie wir. Mitleid hat noch niemandem geholfen und ich habe auch keines.
Lügen die sich bewusst in die eigene Tasche, um ihre defensive Position zu stärken?
Haben die sich so sehr in diese Anti-Kapitalismushaltung reingesteigert, dass sie die Wahrheit nicht mehr sehen können?
Glaubt ihr, es gibt einen Weg aus dem Kapitalismus? Wo könnte man ernsthaft ansetzen?
Sind die Menschen bloß wieder zu faul, um etwas zu ändern?
Fragen über Fragen.
In aller Liebe und Verachtung
Daimao_Koopa