Die Kandidaten:
Die aktuellen Papabilen sind: Angelo Bagnasco (70; Italien), Timothy Dolan (63; USA), Marc Ouellet (68; Kanada/Vatikan), Gianfranco Ravasi (70; Vatikan), Leondardo Sandri (69; Argentinien/Vatikan), Odilo Scherer (63; Brasilien), Christoph Schönborn (68; Österreich), Angelo Scola (71; Italien), Luis Antonio Tagle (55; Philippinen) und Peter Turkson (64; Ghana/Vatikan).
Angelo Bagnasco: Haßt Schwule wie die Pest. Erhält seit vielen Jahren Morddrohungen und steht unter ständigem Polizeischutz. Er haßt auch Berlusconi.
Timothy Dolan: Ist für die Ehe für Lesben und Schwule. Aber nicht im Priesteramt, wie er gerne betont.
Marc Ouellet: Sein größter Alptraum ist Papst zu werden. "For me, being Pope would be a nightmare. It is a crushing responsibility. It's the kind of thing you don't campaign for." Er ist gegen Abtreibung und für das Zölibat.
Gianfranco Ravasi: Will Gespräche und Diskussionen, am liebsten über grundlegende Fragen wie Anthropologie, Gut und Böse, Diesseits und Jenseits, Liebeskummer, Existenz des Teufels usw. usf.
Leondardo Sandri: Spezialist für den Mittleren Osten. Will mehr Christen im Orient.
Odilo Scherer: Will die weltweite aktive Missionierung für das Christentum verstärken. Er hat sich gegen Abtreibung und gegen Freiheitstheologie deutlich ausgesprochen.
Christoph Schönborn: Der Österreicher übte Kritik an der Idee einer gleichgeschlechtlichen Ehe. Künstliche Empfängnisverhütung, Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehen führen seiner Meinung nach zum Ende der europäischen Kultur. 2010 sagte er dagegen in einem Interview: "Beim Thema Homosexualität etwa sollten wir stärker die Qualität einer Beziehung sehen. Und über diese Qualität auch wertschätzend sprechen. Eine stabile Beziehung ist sicher besser, als wenn jemand seine Promiskuität einfach auslebt." Dies sei für ihn ein Wandel von einer "Pflicht-Moral" hin zu einer "Moral des Glücks". Dabei stehe nicht die Sünde im Zentrum der Betrachtung, sondern der Versuch den Geboten zu entsprechen.
Angelo Scola: Moraltheologe, Gesundheits- und Familienspezialist. Kennt sich auch sehr gut mit orientalischen Religionen aus.
Luis Antonio Tagle: Der Reformer schlechthin. Der Einzige, dem ein Bruch mit der Katholischen Tradition wirklich zugetraut wird.
Peter Turkson: Der Schwarzafrikaner ist für viele Katholiken der "Papst des Herzens". Statt Schwulenehe und Abtreibung zu erlauben, wäre es für sehr viele Katholiken schon mutige Reform genug einen Schwarzen als Papst zu wählen. Für den Vatikan wäre das ein billiges Bauernopfer und deshalb glauben viele Katholiken, daß Turkson gewählt wird.
Die Quoten:
Die höchste Quote erzielt dieser Kandidat:
Ein wenig an einen kreuzgeborenen Dalai Lama erinnernd, erst 55 Jahre alt und auch erst am 24. November zum Kardinal berufen:
Luis Antonio Gokim Kardinal Tagle, Erzbischof von Manila (Philippinen) und - man höre und staune - Sympathisant und jahrelanger Partizipant der
scuola di Bologna, jene Strömung von Historikern, die einen Bruch mit der Vergangenheit der Katholischen Kirche fordern. Ratzinger hat sich die letzte Zeit auffällig oft mit ihm ausgetauscht. Wenn der Mann gewählt wird, dann erleben wir womöglich wirklich ein Wunder...
Wette ist beendet!
Thefalus