Das Schubladendenken

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Moderator: gabor

Ist Schubladendenken nötig um ein miteinander Leben zu ermöglichen.

Ja
2
8%
Nein
18
69%
Keine Ahnung
2
8%
Ist mir egal.
4
15%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 26

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Vamp
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Das Schubladendenken

Beitrag von Vamp »

Ich möchte hier mal auf das Schubladendenken eingehen, nachdem ich mich nach längerer Zeit mal wieder mit einem frühren Kumpel unterhalten habe.
Dieser frühere Kumpel denkt äusserst engstirnig und Teilt alles und jeden in Schubladen ein. Das geht soweit, das er sagt es gibt Menschen und es gibt für ihn Leute die es nicht würdig sind Menschen zu sein. Ich habe in dem mehrere
Stunden dauernden Gespräch nicht verstehen können woran er fest macht wer in welche Schublade gehört, da es meiner Meinung nach doch sehr viele überschneidungen gibt. Ich glaube sowieso das es im allgemeinen Menschen sind die rumlaufen. Natürlich kann ich mich nicht mit jedem Gedankengut identifizieren, aber ich kann mir doch wenigstens anhören was die anderen Denken und danach entscheiden ob ich mit ihnen etwas zu tun haben will und ich kann auch versuchen zu verstehen warum die anderen Denken wie sie denken.


Übrigens hat mir dieser Typ auch gesagt das mein Leben nicht glücklich sein kann, da ich keinen Alkohol trinke. Ich weiß schon warum ich nur noch wenig mit ihm und denen die zu dieser ehemaligen Clique gehören zu tun habe.
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Dakar
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Beitrag von Dakar »

Hehe, unsere erste Umfrage :)
und ich bin erster *noch mehr :) *

Schuuubladendenken, nuun jaa. Ich denke eher, dass es Menschen gibt, mit denen man auf einer Stufe steht, die vom Bildungsniveau her gleich sind, die einigermaßen die gleichen Interessen haben usw. und jeder, der nicht auf der selben Stufe steht, ist Deinem Kumpel zufolge, kein Mensch, oder wie soll man das verstehn.

Ich finde, wenn man Menschen in Schubladen teilt, nimmt man sich selber die Möglichkeit, einige Menschen besser kennen zulernen. Damit beschneidet er sich doch bloß selbst. Manchmal merkt man erst durch ein zufällige Ereigenis, dass man mit jemanden die gleichen Interessen teilt, und wenn derjeniger aber schon in einer Negativ-Schublade geht das nicht so leicht.

Du trinkst keinen Alkohol??? Najo, wenn Du auch ohne Alk spass haben kannst und Dir keinen Frust von der Seele trinken musst, wirds Dir ja wohl eher gut gehn.
Ich kenn n paar Alkies, die behaupten auch immer, dass Ihr Lebensglück vom Spass mit Alk abhängt.

gn8 Dakar
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Vamp
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Beitrag von Vamp »

Genau wegen dieser engstirnigkeit ist er ja ein ehemaliger Kumpel. Ich lerne gerne verschiedene Menschen kennen und finde es interessant mit Leuten zu reden die anderer Meinung sind als ich.

Glaub mir, Frust gäbe es genug zu wegtrinken, aber ich habe es nicht nötig. Ich kann mich ganz gut mit meinen Problemen auseinandersetzen.
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Archangelos
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Beitrag von Archangelos »

Also das mim Alkohol ist natürlich Unsinn...


Das mit den Schubladen hat schon was, ich glaube nicht dass man leben kann ohne Menschen schon mal im vornherein einzuordnen.. Das tut jeder zweifelsohne immer wieder, sonst müsste man ja jeden Aspekt jeder Person 100% kennen, und das ist nunmal nicht möglich..
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ap
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Beitrag von ap »

Schubladendenken ist was für Dummköpfe.... :au: Man kann über keinen Menschen sagen er wäre so oder so nur weil er so oder so rumläuft oder was.... Wenn man jedem Menschen immer fair und neutral gegenüber tritt wird man mit der Zeit feststellen das es gar nicht genug Schubladen gibt, um alle Menschentypen darin unter zu bringen, und wer das doch versucht ist ein Kleingeist der sich sinnlosche Ramsch-Schubladen (Kruschkisten) zurecht legt, in denen er ganz oberflächlich jeden Menschen rein wirft von dem er glaubt er könte da rein passen... und dabei das wesentliche, das wichtige, die wahrheit, übersieht.
Wenn nicht so viele Dummköpfe Schubladendenken machen würden wäre die Welt viel cooler... :chaos:
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Archangelos
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Beitrag von Archangelos »

Du machst dr was vor..
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten...
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Exorial
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Beitrag von Exorial »

Ich hab' auch schon mal jemandem "Scheiß Schubladendenken!" entgegengeschrieen, aber da war mir noch nicht bewusst, dass dieses Einteilen in Kategorien ganz normal ist und sogar von Vorteil sein kann. Frau Prof. Dr. Elsbeth Stern, Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Insitut für Bildungsforschung in Berlin, schreibt in ihrem Beitrag

"Von Intelligenz, Schubladendenken und Lerntypen: Zum Umgang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen"
Der menschliche Geist denkt gern in Schubladen, also in Kategorien, und das kann sehr hilfreich sein. Wenn ich noch nie den Begriff Wombat gehört habe, aber erfahre, dass es sich um eine in Australien lebende Säugetierart handelt, weiß ich schon eine Menge über das Wombat. Da Säugetiere keine Eier legen, gehe ich davon aus, dass die jungen Wombats lebend geboren und von der Mutter gesäugt werden. Soll ich darauf wetten, ob Wombats ein Fell oder eine glatte Haut haben, werde ich – sofern ich keine andere Information habe – auf ein Fell wetten, weil nur wenige der mir bekannten Säugetierarten eine glatte Haut haben. Auf der Grundlage von kategorialem Denken kann ich ohne zusätzliche Sinneseindrücke neues Wissen aus meinem bestehenden Wissensnetzwerk generieren.
Wie man an dem obigen Beispiel sieht, können mit Hilfe von "Schubladen" Denkvorgänge abgekürzt werden. Natürlich gibt es nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile, so z. B. wenn ich voreilig kategorisiere. Prof. Dr. Stern schreibt hierzu:
Diese Fähigkeit zum schlussfolgernden Denken hat freilich auch ihre Kehrseite, und die besteht in der Bildung von sozialen Stereotypen oder Vorurteilen. Allein aufgrund bestimmter gut sichtbarer Merkmale eines Menschen – z. B. dem Geschlecht, dem Alter oder der Hautfarbe – bilden wir uns ein Urteil über seine Charaktereigenschaften, das wiederum unser Verhalten bestimmt. Welche Ungerechtigkeiten Menschen als Folge von Stereotypisierungen erleiden mussten, braucht an dieser Stelle nicht weiter vertieft zu werden.
Quelle: undefined://www.lfi.bremerhaven.de/html/stern_schr%F6der.pdf

Mal ehrlich, wir kategorisieren doch alle gerne und ständig: gut/böse, genießbar/ungenießbar, schön/hässlich, Vampir/Mensch usw. usf.
Wer sein Ziel kennt, findet den Weg (Laotse)
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Sundal Bolong
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Beitrag von Sundal Bolong »

Ich denke nicht, dass Schubladendenken etwas für Dummköpfe ist! Ich gehe da sogar noch einen Schritt weiter und sage das dieses Denken bis zu einem gewissen Maß von Nöten ist! Jedoch ist Schubladendenken etwas anderes wie Schubladenurteilen! Wenn ich jemanden kennenlerne der bestimmte Merkmale aufweist die in eine "Schublade" passen, dann ist das eben für mich so. Und das ist auch nicht schlimm - finde ich. Jedoch liegt es an mir zu erfahren ob das was ich daraufhin denke der Richtigkeit entspricht! Und ob diese Merkmale etwas mit seinem Charakter zu tun haben. Ausserdem hängt dieses Schubladendenken von jedem Einzelnen persönlich ab. Jenachdem welche Erfahrungen man in seinem Leben gemacht hat, in welcher Umgebung man aufgewachsen ist.... wird der eine sagen "das ist cool" der andere "das ist wirklich sehr reizend" der dritte sagt "das trifft nicht meinen Geschmack" und der vierte "boah ist das eine Scheisse ey"! Das heisst, bei jedem Einzelnen sehen die "Schubladen" nämlich auch wieder anders aus. Und das bleibt auch nicht immer dabei, dieses Denken verändert sich immer wieder. Ausserdem wage ich mal zu behaupten, dass wirklich jeder in gewisser Weise in Schubladen denkt, denn anders würde man in dieser Welt nicht klar kommen. Ok, der eine vielleicht weniger, der andere mehr! Trotzdem kann mir keiner abstreiten das er nicht so denkt. denn alleine schon zu sagen "Schubladendenken ist scheisse" ist für mich wiederum auch nix anderes als Schubledendenken!
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Tinúviel
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Beitrag von Tinúviel »

Nehmen wir mal zwei andere Wörter dazu: Kategorien versus Klischees.

Wo ist der genaue Unterschied...?

Es hat wohl was damit zu tun, ob eine Kategorie zur handlungsleitenden Maxime wird, dann besteht Gefahr, daß sie zum Klischee wird. Gemeint ist damit, daß man etwa bewußt sagt, wer Baseballkappen trägt, mit dem rede ich nicht. Nicht gemeint ist, daß auch jedwede Kategorie irgendeinen Einfluß auf die Handlungen nimmt. Das ist sicher der Fall, jedoch kommt es darauf an, ob die Kategorie bewußt zum Handlungszweck wird oder nicht. Es macht schon einen Unterschied, ob man sagt, ich mache immer einen großen Bogen um Menschen in rosa T-Shirts oder ob man nur denkt, man hatte schlechte Erfahrungen mit einigen Menschen in rosa T-Shirts.

viele Grüße

Tinú
ShadowCat
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Beitrag von ShadowCat »

ich finde es kommt auf die art von schubladen denken an, denn jeder der sich eine meinung über jemanden maxcht steckt diesen ersteinmal in eine schublade. und wenns nur die schubladen "sympathisch" und "unsympathisch" sind.
es kommt eher auf die art von schubladen denkER an, ob diese person bereit ist jemanden aus einer schublade wieder heraus zu lassen, oder in wie weit dieser jemand bereit ist sich mit den personen die er in betreffende schblade gesteckt hat zu befassen.
jemanden irgendwo ein zu sortieren den man nicht kennt weil er was an hat das einem nicht passt oder so, und diese person deswegen zu meiden/hassen find ich bescheuert.
ich möchte schlafend sterben wie mein urgroßvater, nicht schreiend wie sein beifahrer
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Izumi-t
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Beitrag von Izumi-t »

Schubladendenken wird einem von Geburt an beigebracht. Eltern und falsches Umfeld machen es einem vor und man lebt damit weiter. Zum Schubladendenken gehören eine Menge Vorurteile und obwohl ich mich doch anstrenge, dieses Denken abzulegen ertappe ich mich doch manchmal, wieder in diese Rolle zu fallen. Wie schön wäre doch diese Welt ohne Vorurteile, welche die Menschen sofort abgestempelt in irgendeine Schublade stecken. Man soll andere so behandeln, wie man selbst behandelt werden will und ich möchte ja auch nicht in eine Schublade gesteckt werden...das möchte niemand...denke ich.
Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar stärkste Misstrauensvotum gegen Gott.
Lestat de Lioncour
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Beitrag von Lestat de Lioncour »

Na dann will ich mal meine Meinung dazu kundtun...

Für mich hat ein Mensch, der belesen, wissentlich in Schubladen denkt ein organisatorisches Problem. Er mag zwar die Fähigkeit besitzen in das Paradigma des fremden Gegenüber einzutauchen, kann aber letztendlich keine Synergieeffekte erzielen, äußerst schlecht, wenn er beruflich auf Teamarbeit angewiesen ist, oder auch in Brainstormings in heterogenen Runden auf wirtschaftlicher Ebene z.b., oder im Agieren mit fremden Kulturen. Das er dazu bemerkt, ohne Alkohol ginge ein Leben nicht, zeigt seine Zerrissenheit mit seiner eigenen Unfähigkeit diesbezüglich umzugehn, deswegen wählt er das Ventil, Alkohol, für die meisten ein hilfreiches, wenn auch ungesundes Mittel eine kommunikative Brücke zu bauen, auf der anderen Seite aber auch zu oft Zufluchtstrunk der abhandengekommenen eigenen Realitäten. Der Respekt der Andersartigkeit des Gegenübers sollte doch Priorität haben, des individuellen Geistes, der Gesamtheit von vielen Meinungen, die unter einen Hut zu kriegen doch das strategisch delegierte Geschenk namens Diplomatie ausmacht !
So ist das mit den Schubladendenken...
man schiebt zu schnell in irgendeine hinein, anstatt vielleicht einen zweiten Blick zu riskieren. Bei vielen Menschen, die gerade nicht besonders extrovertiert sind würde sich ein solcher Blick lohnen, zeigt er erst beim genaueren Hinsehn dessen Potential. Aber wir leben ja in einer schnelllebigen Zeit, vollgepfropft von Mainstreamanglyzismen und Zeitgeistavatismen, also wird sich an Kleidung, an Stand, an Redsamkeit und an gruppendynamischen Faktoren ( Zwängen ?) zur Bildung der "eigenen " Meinung / Schubladendenken gehalten. Man kann sich das mit der Laufgeschwindigkeit des beruflichen Alltagsgeschehens vorstellen. Im Beruf muss alles fix gehen, schnelle Entscheidungen werden getroffen, fiktive Meinungen werden gebildet, man schaut nur einmal kurz hin und entscheidet dann, schiebt in seine Schublade, passt oder passt nicht. Im privaten ist diese Geschwindigkeit verlangsamt, man schaut bewußter auf sein Umfeld, hakt nach...diskutiert, um die Meinung des Gegenübers zu analysieren, zu erfassen, zu wählen ob Sympathie oder Antipathie zu wählen ist.
Die einzige Schiene wo ich mit Schubladendenken zu kriegen bin, ist, wenn ein Mensch keine soziale Hygiene in seiner Entwicklung genossen hat und darauf auch noch stolz ist, dies vielleicht noch dump vor sich her trägt.
Konstruktive Grüsse Lestat :chaos:
Zuletzt geändert von Lestat de Lioncour am 17. Aug 2007 01:16, insgesamt 1-mal geändert.
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tlahuizcalpantecutli
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Beitrag von tlahuizcalpantecutli »

ich verschiebs mal nach oben =)
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Vamp
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Beitrag von Vamp »

Warum?
Wenn Katzen wie Frösche aussähen, so würde uns bald klar, wie gemein die kleinen Teufel sind. (Lords und Ladys; Terry Pratchett)
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tlahuizcalpantecutli
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Beitrag von tlahuizcalpantecutli »

Warum nicht?
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Zerberus
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Beitrag von Zerberus »

ich finde schubladendenken nicht sehr hilfreich . ich versuche es immer zu umgehen .


schubladendenken macht uns blind für neue , völlig fremde denkensweisen .
"Eine mächtige Flamme entsteht aus einem winzigen Funken."

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