Hey ihrs,
mal nen andres allgemeines Thema. Ich hab vor einigen Tagen nen ziemlich interessanten Artikel über Senioren und betreutes Wohnen, Rentnerpaläste und -WGs sozusagen gelesen. Oftmals ists ja so, dass die älteren Generationen abgeschoben werden, die Kinder und Kindeskinder sich mehr um die alten Leute kümmern, möglichst in nen Heim abschieben, wo sie versorgt und betreut werden, weil die liebe Verwandtschaft ihr eignes unbesorgtes Leben führen will. Wobei ich denk, dass vielleicht heutzutage auch schon viele alte Leute freiwillig ins Heim gehen, weil sie dort nicht einsam sind, sondern mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten zusammen. Selbstbestimmtes Wohnen praktisch. Was denkt ihr?
Alte Leute ins Heim - ja oder nein?
Hier der Artikel:
Der Hamburger Stadtplaner Joachim Reinig empfiehlt dem Senat, Flächen für gemeinsames Wohnen im Alter bereit zu stellen und entsprechende Projekte zu fördern.
„Immer mehr ältere Menschen interessieren sich für neue Wohnformen. Diesem Bedarf muss die Stadtplanung möglichst schnell Rechnung tragen“, sagte der 56-jährige Architekt in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Das Bild vom Alter und von den Alten verändere sich. „Früher haben die Menschen mit dem Eintritt ins Rentenalter meist ein reduziertes Leben bis zum Tode geführt. Wer heute aus dem Erwerbsleben ausscheidet, hat in der Regel noch viele gute, aktive Jahre vor sich“, meinte Reinig.
Aktive Nachbarschaft wichtig
Die Menschen der Generation 60 Plus interessierten sich sehr für ein Leben mit gemeinschaftlichen Elementen. Seminare zu dem Thema seien restlos überfüllt. Dabei gehe es oft darum, wie viel Gemeinschaftlichkeit von älteren Menschen gewünscht sei, ohne Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit aufgeben zu müssen. „Schon mit 50 machen sich heute viele Gedanken darüber, wie sie die nächsten 20 Jahre gestalten wollen“, sagte Reinig. Dabei spiele vor allem die aktive, begleitende Nachbarschaft eine Rolle, Entwicklungen von Aktivitäten, die übers Wohnen hinausgehen. „Dazu braucht man Gleichgesinnte“, betonte Reinig, dessen Tätigkeitsschwerpunkt seit Jahrzehnten neue Wohnformen und Baugemeinschaften für Jung und Alt sind.
Mehrgenerationsprojekte sind nach seiner Ansicht allerdings „eher ein Auslaufmodell“, die sich in der Praxis nur selten bewährt hätten. „Alte Menschen haben andere Bedürfnisse als Junge“, meinte der 56- Jährige. Dazu gehöre vielleicht auch etwas mehr Luxus, wie ein Whirlpool oder ein Schwimmbad im Haus, ein Meditationsraum oder eine gut ausgestattete Holzwerkstatt. Das alles könne man sich gemeinsam eher leisten als allein.
Rechnung geht für den Staat auf
Auch ein Theater- oder Kinobesuch mache zusammen einfach mehr Spaß. „Für die neue Freiheit nach Beruf und Familie braucht man Partner“. Wichtig ist für Reinig auch die Möglichkeit von „Tauschgeschäften“. Der eine koche gern Marmelade oder Italienisch, der andere könne Stühle reparieren oder eine Web-Site gestalten. „Betreutes Wohnen ist sehr teuer. Selbstbestimmtes Wohnen kommt nicht nur den neuen Alten, sondern auch dem Staat zugute“, sagte der Stadtplaner.
(Quelle: undefined://www.focus.de)
Liebe Grüße
SW
unser Opa kommt nicht ins Heim!
Moderator: gabor
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Noriel de Morville
- Beiträge: 1653
- Registriert: 30. Sep 2005 19:19
Generell finde ich den kollektiven Gedankengang sehr gut. Niemand wäre so isoliert, wie er es doch oft im Alter und auch in "Pflegeheimen" ist. Vor allem die Autonomie bliebe erhalten. In einer Wohngemeinschaft (für viele, die jahrelang alleine oder nur mit dem Partner lebten ) wohl eine größere Umstellung, aber sehr sinnvoll. Jeder kann seine Kenntnisse und Fähigkeiten zum Wohle aller einbringen, trägt Verantwortung und hat eigene Aufgabenbereiche. Keiner der WG-Mitbewohner wäre alleine, hat aber jederzeit die Möglichkeit zum Rückzug in seinen eigenen Bereich. Der Aspekt der gegenseitigen Unterstützung spricht mich dabei sehr an. Das sollte eigentlich der Grundgedanke einer jeden WG sein.
Ein wenig Hilfe aus dem Kreise der Nachbarschaft würde das ganze erleichtern und fördern, das sollte einem der Mitmensch schon wert sein, um solche Projekte sinnvoll zu unterstützen. Alles was dem Zusammenhalt förderlich ist, kann so schädlich nicht sein.
Swimmingpool? Whirlpool? Sind wir mal ehrlich ... was da an "Altersruhegeld" auf zukünftige Rentner zukommt, schreit geradezu nach diesem Wohnmodell, ob dies nun gefällt oder nicht. Gemeinsamkeit kann vieles erleichtern, wenn es allen gelingt, einen gemeinsamen Konsens zu finden. Daß man sich gemeinsam mehr leisten kann, denn alleine liegt auf der Hand.
Auch eine Lösung nicht nur für Rentner, die bereits aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, auch ein Modell grundsätzlich für finanziell weniger Gutgestellte, bedenkt man das Heer der Alg II-Empfänger, Sozialfälle ...Eigenständigkeit wird ja nicht aufgegeben, sondern erweitert und ausgebaut. Ein kollektiver Grundgedanke kann nicht so schädlich sein, das Miteinander könnte nachhaltig gefördert werden und man könnte wieder mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse des Anderen entwickeln.
Grundsätzlich ein guter Gedanke, wie sich das gesamte Projekt in der Realität gestaltet, wird sich zeigen. Modell " Golden Girls"
N.
Ein wenig Hilfe aus dem Kreise der Nachbarschaft würde das ganze erleichtern und fördern, das sollte einem der Mitmensch schon wert sein, um solche Projekte sinnvoll zu unterstützen. Alles was dem Zusammenhalt förderlich ist, kann so schädlich nicht sein.
Swimmingpool? Whirlpool? Sind wir mal ehrlich ... was da an "Altersruhegeld" auf zukünftige Rentner zukommt, schreit geradezu nach diesem Wohnmodell, ob dies nun gefällt oder nicht. Gemeinsamkeit kann vieles erleichtern, wenn es allen gelingt, einen gemeinsamen Konsens zu finden. Daß man sich gemeinsam mehr leisten kann, denn alleine liegt auf der Hand.
Auch eine Lösung nicht nur für Rentner, die bereits aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, auch ein Modell grundsätzlich für finanziell weniger Gutgestellte, bedenkt man das Heer der Alg II-Empfänger, Sozialfälle ...Eigenständigkeit wird ja nicht aufgegeben, sondern erweitert und ausgebaut. Ein kollektiver Grundgedanke kann nicht so schädlich sein, das Miteinander könnte nachhaltig gefördert werden und man könnte wieder mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse des Anderen entwickeln.
Grundsätzlich ein guter Gedanke, wie sich das gesamte Projekt in der Realität gestaltet, wird sich zeigen. Modell " Golden Girls"
N.
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SW
Hi Noriel,
die Meinung, dass meine Eltern bzw. Großeltern und Urgroßeltern mal nicht ins Heim kommen, sondern bei der Familie (Menschen, die sie kennen und lieben) versorgt und umsorgt werden, hatte ich früher auch mal, aber das war auch noch zu der Zeit, als ich gedacht hab, meine Wünsche werden Wüstenrot und ich würde entweder mal reich heiraten *g* oder mirs leisten können, nen Haus zu bauen (in Deutschland wohlgemerkt) Ich hab mit meinem Exe damals angefangen in Marokko zu bauen, ins Erdgeschoss sollte meine Heilpraktikerpraxis, die mittleren Geschosse vermieten, meine und seine Eltern rein und im Obergeschoss mit Dachgarten selber wohnen. Als mir dann jedoch auferlegt wurde, ich dürfte aus religiösem Taktgefühl nur Frauen behandeln, hatte ich so gut wie keine Lust mehr drauf. Ich wollte beim Heilen keine geschlechtsspezifischen Unterschiede machen. Das war so ziemlich kurz vom Aus meiner Ehe und es ist beim Grundriss und dem ersten Untergeschoss geblieben *g*, der Traum vom Auswandern ad acta gelegt.
Ich glaub altersgemäßes Wohnen ist in Deutschland ziemlich schwierig geworden und nachdem ich meinen Versorgungsausgleich bzw. meine voraussichtliche Rentenhöhe letztens zugeschickt bekommen hab, dacht ich mir, ich muss zwar nich kleben, aber extremen Luxus (wenn sich die Gesetze bis dahin nich gravierend ändern) werd ich mir auch mal nicht leisten können. Vielleicht werd ich einsam in meiner Bude verrecken und irgendwann die Nachbarn vom Leichengeruch auf mich aufmerksam gemacht, die Körperentsorger sprich das Bestattungsunternehmen anrufen, die mich verschimmelt im Ohrensessel finden, wenn ich nich ne mobile Krankenpflege in Anspruch nehmen würde. Von dem Aspekt her gesehen, würde mir so nen betreutes Wohnen schon ziemlich gut gefallen. Ich tät niemandem zur Last fallen, der mich versorgen muss, hätte einige Gleichaltrige um mich und könnte mit denen was machen. Meine Oma wohnt auch in so ner Seniorenresidenz, aber sowas ersetzt eben den familiären Kontakt nicht.
Ich hab mal ne Zeitlang ne Oma gepflegt, deren Sohn sich lieber mit der Schickeria und leichten Mädchen in Mallorca aufgehalten hat. Gut, die hat mich auch so manches Mal genervt, weil ich stundenlang mit ihr am Tisch saß, sie mir von Kriegszeiten erzählt, ihrem Mann nen Tuchfabrikanten erzählt hat, mich mit Tee und Keksen vollgestopft und ich so nach ca. 1,5 Stunden Kriegsberichten drüber nachgedacht hab, wie ich endlich von dort wegkomme, aber da hab ich mir so manches Mal gedacht, die wäre in einem Heim mit anderen, wo sie nicht ganz so einsam ist besser aufgehoben gewesen. Vielleicht hätte sie dort sogar noch ihren 2. Frühling erlebt, weiß man ja nicht. Alter schützt vor Liebe nicht *g*.
Nur sind wirklich schöne Wohnheime ziemlich teuer geworden und ich werds mir jedenfalls mal nicht leisten können, es sei denn, ich tu mal noch ne riesige Geldquelle auf. In Puncto Sparen bin ich jedenfalls keine Leuchte. Ich bin in der Hinsicht nur an Betrüger geraten und bös reingefallen. Nach meiner Scheidung dacht ich z.B. ich tu was für meine Rente und sorg schon mal vor und wies der Zufall so wollte, hab ich damals, als ich unsre Wohnung zum Tausch angeboten hatte, jemanden an der Strippe, der sie erst nehmen wollte. Der hat nur zwei Straßen weiter gewohnt. Irgendwann nach Monaten rief er mich wieder an und meinte, ich müsse entschuldigen, aber er hätte sich bei unserem Wohnungstauschtelefonat in meine Stimme verliebt, würde ständig an mich denken und mich persönlich kennenlernen wollen. Er wär von der Allianz und würde Versicherungen/Altersvorsorge machen. Gut, dacht ich mir, bin zwar kein Freund von Blind Dates, aber mir war er auch ziemlich sympathisch, ich nicht mehr so sehr gebunden, also warum nicht. Lass ich mich mal überraschen.
Hab nen Date mit ihm gemacht, bei mir daheim und diese nette Stimme hat sich als Pygmäe entpuppt, der nen kurzes Bein hatte und das längere hinter sich hergezogen hat. Ich hab der Freundlichkeit halber versucht meine Enttäuschung zu verbergen und mit ihm nett Kaffee bei mir getrunken. Er hat mich zwar immer angehimmelt, aber mir war das mega unangenehm. Ich dacht mir, irgendwie muss ich da wieder rauskommen oder zumindest diese Beziehungsschiene in Richtung Freundschaft lenken. Aus Freundlichkeit hab ich nen Rentenversicherungsvertrag mit Aktien abgeschlossen und da mehr reingebuttert, als letztendlich rumgekommen ist und dieser Allianztyp hat sich als sehr lästig erwiesen.
Er hat mich schlussendlich sogar auf der Arbeit angerufen, irgendwelche Versicherungsfragen vorgeschoben, um mir dann zu erzählen, dass er, seit er bei mir gewesen ist, die heftigsten sexuellen Träume hätte. Dass ich ihm in Lack und Leder die Tür öffne, ihn aufs Bett schmeiße und vergewohltätige. Und das auf der Arbeit! Ich hab nichts dazu gesagt, he, was sollt ich auch sagen innem Großraumbüro und mich irgendwann nur noch verleugnen lassen. Der wollte nach meiner Kündigung nochmal irgendnen Kack mit meiner Versicherung machen, sie in meinem Namen für jemand andres wieder aufleben lassen, aber das hab ich dem Schlumi verboten. Ich hoff dass er sich dran gehalten hat und nich meine Unterschrift gefälscht hat.
Jedenfalls hab ich von da an, meinen Traum von relativ luxuriösen Altersjahren begraben, obwohl mir noch genügend Zeit bleibt zu sparen, wobei ich da wiederum in dem Zwiespalt bin, dass ich mein Leben auch genießen und leben will. Was hab ich davon, wenn ich selbst der Tod ist nicht umsonst like Geld horte anstatts auszugeben und seh mich in der Hinsicht manchmal vor die Wahl gestellt, entweder jung zu leben und alt dahinzuvegetieren oder mir während meiner Jugend und im mittleren Alter nen ausschweifendes Leben zu versagen und dafür im Alter in Saus und Braus oder wie im Schlaraffenland zu leben.
Gut, als ich arbeitslos gewesen bin und mit knapp 1, 2 Euro pro Tag hinkommen musste, konnte ich auch in der Hinsicht nich wählerisch sein, da war mir einmal mehr klar, dass ich zum Leben zu wenig und zum Sterben noch zuviel hab und wohl oder übel mal wie nen wildes Tier meinen Existenzängsten gegenübergestellt am Minimum herumtoben und nen Leben nach politischem Diktat führen werd, nämlich gerade mal von soviel wie mir die Gesetze zugestehen und ich im Grunde genommen gar keine Wahl hab, wie und wo ich im Alter leben werd. Wobei mir der Gedanke von so ner Alten-WG schon ziemlich gut gefällt, ich zwar gut allein sein kann, aber derwegen auch nicht einsam, isoliert und desozialisiert sein mag.
Gerade, wenn man keine Kinder hat, die einen dann noch mal besuchen könnten.
Liebe Grüße
SW
die Meinung, dass meine Eltern bzw. Großeltern und Urgroßeltern mal nicht ins Heim kommen, sondern bei der Familie (Menschen, die sie kennen und lieben) versorgt und umsorgt werden, hatte ich früher auch mal, aber das war auch noch zu der Zeit, als ich gedacht hab, meine Wünsche werden Wüstenrot und ich würde entweder mal reich heiraten *g* oder mirs leisten können, nen Haus zu bauen (in Deutschland wohlgemerkt) Ich hab mit meinem Exe damals angefangen in Marokko zu bauen, ins Erdgeschoss sollte meine Heilpraktikerpraxis, die mittleren Geschosse vermieten, meine und seine Eltern rein und im Obergeschoss mit Dachgarten selber wohnen. Als mir dann jedoch auferlegt wurde, ich dürfte aus religiösem Taktgefühl nur Frauen behandeln, hatte ich so gut wie keine Lust mehr drauf. Ich wollte beim Heilen keine geschlechtsspezifischen Unterschiede machen. Das war so ziemlich kurz vom Aus meiner Ehe und es ist beim Grundriss und dem ersten Untergeschoss geblieben *g*, der Traum vom Auswandern ad acta gelegt.
Ich glaub altersgemäßes Wohnen ist in Deutschland ziemlich schwierig geworden und nachdem ich meinen Versorgungsausgleich bzw. meine voraussichtliche Rentenhöhe letztens zugeschickt bekommen hab, dacht ich mir, ich muss zwar nich kleben, aber extremen Luxus (wenn sich die Gesetze bis dahin nich gravierend ändern) werd ich mir auch mal nicht leisten können. Vielleicht werd ich einsam in meiner Bude verrecken und irgendwann die Nachbarn vom Leichengeruch auf mich aufmerksam gemacht, die Körperentsorger sprich das Bestattungsunternehmen anrufen, die mich verschimmelt im Ohrensessel finden, wenn ich nich ne mobile Krankenpflege in Anspruch nehmen würde. Von dem Aspekt her gesehen, würde mir so nen betreutes Wohnen schon ziemlich gut gefallen. Ich tät niemandem zur Last fallen, der mich versorgen muss, hätte einige Gleichaltrige um mich und könnte mit denen was machen. Meine Oma wohnt auch in so ner Seniorenresidenz, aber sowas ersetzt eben den familiären Kontakt nicht.
Ich hab mal ne Zeitlang ne Oma gepflegt, deren Sohn sich lieber mit der Schickeria und leichten Mädchen in Mallorca aufgehalten hat. Gut, die hat mich auch so manches Mal genervt, weil ich stundenlang mit ihr am Tisch saß, sie mir von Kriegszeiten erzählt, ihrem Mann nen Tuchfabrikanten erzählt hat, mich mit Tee und Keksen vollgestopft und ich so nach ca. 1,5 Stunden Kriegsberichten drüber nachgedacht hab, wie ich endlich von dort wegkomme, aber da hab ich mir so manches Mal gedacht, die wäre in einem Heim mit anderen, wo sie nicht ganz so einsam ist besser aufgehoben gewesen. Vielleicht hätte sie dort sogar noch ihren 2. Frühling erlebt, weiß man ja nicht. Alter schützt vor Liebe nicht *g*.
Nur sind wirklich schöne Wohnheime ziemlich teuer geworden und ich werds mir jedenfalls mal nicht leisten können, es sei denn, ich tu mal noch ne riesige Geldquelle auf. In Puncto Sparen bin ich jedenfalls keine Leuchte. Ich bin in der Hinsicht nur an Betrüger geraten und bös reingefallen. Nach meiner Scheidung dacht ich z.B. ich tu was für meine Rente und sorg schon mal vor und wies der Zufall so wollte, hab ich damals, als ich unsre Wohnung zum Tausch angeboten hatte, jemanden an der Strippe, der sie erst nehmen wollte. Der hat nur zwei Straßen weiter gewohnt. Irgendwann nach Monaten rief er mich wieder an und meinte, ich müsse entschuldigen, aber er hätte sich bei unserem Wohnungstauschtelefonat in meine Stimme verliebt, würde ständig an mich denken und mich persönlich kennenlernen wollen. Er wär von der Allianz und würde Versicherungen/Altersvorsorge machen. Gut, dacht ich mir, bin zwar kein Freund von Blind Dates, aber mir war er auch ziemlich sympathisch, ich nicht mehr so sehr gebunden, also warum nicht. Lass ich mich mal überraschen.
Hab nen Date mit ihm gemacht, bei mir daheim und diese nette Stimme hat sich als Pygmäe entpuppt, der nen kurzes Bein hatte und das längere hinter sich hergezogen hat. Ich hab der Freundlichkeit halber versucht meine Enttäuschung zu verbergen und mit ihm nett Kaffee bei mir getrunken. Er hat mich zwar immer angehimmelt, aber mir war das mega unangenehm. Ich dacht mir, irgendwie muss ich da wieder rauskommen oder zumindest diese Beziehungsschiene in Richtung Freundschaft lenken. Aus Freundlichkeit hab ich nen Rentenversicherungsvertrag mit Aktien abgeschlossen und da mehr reingebuttert, als letztendlich rumgekommen ist und dieser Allianztyp hat sich als sehr lästig erwiesen.
Er hat mich schlussendlich sogar auf der Arbeit angerufen, irgendwelche Versicherungsfragen vorgeschoben, um mir dann zu erzählen, dass er, seit er bei mir gewesen ist, die heftigsten sexuellen Träume hätte. Dass ich ihm in Lack und Leder die Tür öffne, ihn aufs Bett schmeiße und vergewohltätige. Und das auf der Arbeit! Ich hab nichts dazu gesagt, he, was sollt ich auch sagen innem Großraumbüro und mich irgendwann nur noch verleugnen lassen. Der wollte nach meiner Kündigung nochmal irgendnen Kack mit meiner Versicherung machen, sie in meinem Namen für jemand andres wieder aufleben lassen, aber das hab ich dem Schlumi verboten. Ich hoff dass er sich dran gehalten hat und nich meine Unterschrift gefälscht hat.
Jedenfalls hab ich von da an, meinen Traum von relativ luxuriösen Altersjahren begraben, obwohl mir noch genügend Zeit bleibt zu sparen, wobei ich da wiederum in dem Zwiespalt bin, dass ich mein Leben auch genießen und leben will. Was hab ich davon, wenn ich selbst der Tod ist nicht umsonst like Geld horte anstatts auszugeben und seh mich in der Hinsicht manchmal vor die Wahl gestellt, entweder jung zu leben und alt dahinzuvegetieren oder mir während meiner Jugend und im mittleren Alter nen ausschweifendes Leben zu versagen und dafür im Alter in Saus und Braus oder wie im Schlaraffenland zu leben.
Gut, als ich arbeitslos gewesen bin und mit knapp 1, 2 Euro pro Tag hinkommen musste, konnte ich auch in der Hinsicht nich wählerisch sein, da war mir einmal mehr klar, dass ich zum Leben zu wenig und zum Sterben noch zuviel hab und wohl oder übel mal wie nen wildes Tier meinen Existenzängsten gegenübergestellt am Minimum herumtoben und nen Leben nach politischem Diktat führen werd, nämlich gerade mal von soviel wie mir die Gesetze zugestehen und ich im Grunde genommen gar keine Wahl hab, wie und wo ich im Alter leben werd. Wobei mir der Gedanke von so ner Alten-WG schon ziemlich gut gefällt, ich zwar gut allein sein kann, aber derwegen auch nicht einsam, isoliert und desozialisiert sein mag.
Gerade, wenn man keine Kinder hat, die einen dann noch mal besuchen könnten.
Liebe Grüße
SW
