des schreiberlings handwerkszeug

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Moderator: gabor

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Tyger
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Registriert: 19. Aug 2006 11:39

Beitrag von Tyger »

Wenn ich Stories schreibe, dann grundsätzlich am PC; Ideen, Entwürfe und Exposés dazu schmiere ich mit irgendwas auf irgendwelches Papier, je nachdem, was mir gerade in die Hände fällt. Magisches und mitunter auch Geschäftliches schreibe ich gern mit dem Füller. (Mein am besten schreibender Füller ist übrigens so ein Billigding in ganz klassischem Schwarz, das es mal als Werbegeschenk gab, und der schlechteste ein gar nicht so billig gewesener Waterman.)
Als ich Anfang der 90er mit dem Schreiben anfing, hatte ich übrigens Jahre lang gar keinen Computer; nachdem ich in der Atari-800-Zeit der 80er so richtig schwer süchtig nach dem Ding gewesen war, habe ich Computer erstmal hartnäckig gemieden, bis es echt nicht mehr ohne ging. Stories habe ich damals mit der Schreibmaschine geschrieben, von denen ich mir auf Flohmärkten mehrere zugelegt hatte; die beste davon, eine halbelektrische Breitwagenmaschine, made by RuF in Switzerland in den 50er Jahren, habe ich heute noch.
Eine kleine Kuriosität: Meine erste in der c't erschienene Story habe ich da maschinengeschrieben hingeschickt, und die Lektorin beruhigte mich, dass ich damit nicht der Einzige sei;-) Später habe ich dann erfahren, dass Gibson den Newromancer auch mit der Schreibmaschine geschrieben hat.
Miemo

Beitrag von Miemo »

Hallo Tyger :-)

als junges Mädchen hatte ich auch so ne uralt Schreibmaschine mit 10cm langen Tastenhälsen, auswechselbaren Typenrädern und fifty-fifty rot-schwarzen Farbbändern. Geiles Teil! Da hab ich während meiner AuBi meine Hirngespinste drauf gekloppt und fein säuberlich in Ordnern abgeheftet. :D

Da konnt ich noch nich 10Fingersystem-Blindtippen, was bei den alten Modellen auch so gut wie nicht machbar ist, sondern hab da mit Zeigefinger-Adler-Suchsystem (mit dem Zeigefinger über der Tastatur kreisen und bei gefundnem Buchstaben aufs Tastenblättchen runterstürzen, losgehackt.

*in Erinnerungen schwelg*

Würd ich an Deiner Stelle auch nich weggeben, die alten Geräte haben Seltenheits- und kriegen mal antiquarischen Wert.

Genauso wie die Singer-Nähmaschinen mit dem Tretbrett und dem Rad an der Seite, wo man sich vorkommt wie Dornröschen am Spinnereirad. Wenn man denn irgendwie blond wäre. Ich hatte früher auch nen Tonbandgerät, war leider kaputt, aber so alte Geräte sind megacool! Der neumodische Kram geht eh so schnell kaputt. Irgendwann ist alles verchipt. Dass mit Disketten und CDs und all dem neumodischen Kram, der so kurz- und schnelllebig ist, die Vergangenheit genauso schnell verschwindet und von wieder Neuerem abgelöst wird, daran denkt niemand.

Stell Dir nur mal vor, Du hast alle Deine Geschichten auf Diskette, nix ausgedrucktes, nix Handgeschriebnes und irgendwann gibts keine Geräte mehr, mit denen Du die Diskette lesen könntest. Die meisten Compis haben schon kein Diskettenlaufwerk mehr. Und soooooooooo haltbar sind die auch nich.

Ich schreib vieles noch per Hand und hab in etlichen Jahren lieber nen vergilbtes Papier und kaum noch leserlicher Schrift als ne Diskette, die kein Gerät lesen kann oder die kaputt und die Geschichten futschigamma sind.

Liebe Grüsse
Miemo