Aber halt, Moment mal: Halloween? Heutzutage in der wuchernden Medien-Geilheit braucht man nicht mehr bis zum 31. Oktober zu warten, um Menschenblut und bleiche Gesichter zu sehen. Wir werden regelrecht von Vampir-Geschichten und Filmen überflutet. Egal ob New Moon, Twightlight oder Vampire Dairies: Vampire sind total angesagt. Das Blöde ist nur, dass sich die Storys immer mehr ähneln. Wo die Liebesgeschichte zwischen Buffy und Angel (kennt die noch jemand?) damals noch echt was Besonderes war, stehen Vampire-Lovestorys heutzutage an jeder Ecke wie lästige Reklame. Die tragische Liebe zwischen einem Menschen und einem Untoten - wobei wohl bemerkt der Untote immer ein verdammt gut aussehender Typ und der Mensch immer eine scharfe Braut ist - ist zu einem Massenprodukt verkommen.
Romane um tragisch-romantische Geschichten über Frauen, die sich in Vampire verlieben füllen bereits mehrere Seiten in Bücherkatalogen. Zeichentrickserien wie "Mona, der Vampir" oder "Die Schule der kleinen Vampire" sorgen dafür, dass auch die Kleinen zu ihrem Vampirglück kommen. Die einst gefürchteten Wesen, die den Menschen des Nachts auflauern und beissen haben sich in niedliche Helden verwandelt, in sexy Lover für die Erwachsenen.
Vorbei ist es mit dem Besonderen, Aussergewöhnlichem, dem vielleicht sogar etwas Perversen, denn: Vampire sind ja Tote, also ist eine Liebe zu einem Vampir doch eigentlich Nekrophil, oder nicht?!
Mein Fazit: Der ganze Hype um Vampire ist zu einem Opfer des Konsumterrors geworden, der Kapitalismus hat seine scharfen Eckzähne in die Halsschlagader des Vampirmythos geschlagen und saugt ihn gerade aus. Es ist schade, dass eine wirklich gute Idee zum Massenprodukt verkommt, sobald jemand die Dollarscheinchen regnen sieht. Was wohl die echten Vampire dazu sagen würden? Naja, vermutlich gar nichts. Genauso wenig wie einst die Jurassic Park - Dinos, die Independence Aliens oder Harry Potter - Hexenschüler.
Na dann: Happy Halloween!
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