Lol, Punks...!

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Daimao_Koopa
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Lol, Punks...!

Beitrag von Daimao_Koopa »

Der Story folgt eine ernsthafte Frage, also nicht gleich löschen. Die wörtliche Rede ist aus meiner Erinnerung verfasst.

Als ich heute Vormittag mal wieder in Darmstadt unterwegs war, hatte ich eine nette Auseinandersetznung mit ein paar Punks.
Ich war auf dem Weg, von einer kleinen Besorgungstour in der Stadtmitte, zum Hauptbahnhof. Der Weg dorthin führt aber immer
an einer von zwei Seitenstraßen des Luisencenters vorbei. Als ich diesmal nicht den Weg nehmen wollte, an dem die ganzen Werber
und Parteiständchen ihre Lager immer aufschlagen, ging ich den etwas weniger besuchten Weg, in der Hoffnung wenigstens einmal
am Bahnhof anzukommen, ohne irgendetwas von "Gott", schnelles Geld, oder "wir sind die beste und coolste Partei" hören zu müssen.
Ich lag so falsch :lol: . Am Ende der Seitenstraße, die zum Luisenplatz mit den ganzen Bushaltestellen mündet, hat eine relativ große
Gruppe Punks ihr Lager aufgeschlagen. Es waren etwa 10-12 Mann und sie hatte einen Aufsteller mit dabei, auf dem stand "Autonomes Lager" :mad: .

"Augen zu und durch :au: " dachte ich und versuchte mich unbemekt an ihnen vorebei zu schleichen. Denkste!
Drei von den Damen und Herren standen vor dem Lager mit Dosen in der Hand - und es waren keine Bierdosen :shock: . Bemüht nachdenklich
auszusehen kam ich am ersten vorbei, doch der zweite ging direkt auf mich zu und sprach mich direkt an:
"Ey, haste ma´ n´ bisschen Geld für mich?".

Mit dem Gedanken "die lernen es doch eh nicht", ging ich, ihn ignorieren, weiter. Sichtlich angepisst rief er mir hinterher:
"Ja, ja. Is´ schon klar! Such dir nen´ Job und so...".

Ich weiß nicht, was mich in diesem Moment gepackt hatte, aber ich drehte mich um und ging zu ihm zurück. Vielleicht war ich noch nicht richtig aufgewacht oder es war mein Drang zu verändern? Jedenfalls fragte ich ihn:
"Selbst wenn ich dir Geld geben würde, was würdest du denn damit machen?"

Seine Antwort war "Häh? Watt willst du denn noch? Geh weiter und geh mir nich auf´n Sack." drehte sich um und laberte einen anderen Passanten voll.Im Begriff weiter zu gehen rief ich ihm noch zu:
"Alles klar. Die Leute um Geld anbetteln, aber keine guten Ratschläge annehmen." Daraufhin ging er wieder auf mich zu. Ich blieb stehen, weil mich interessierte, was er vorhatte. Zum Glück reagierte er nur auf meine Antwort und antwortete genervt

Er: "Ich würd´ uns vielleicht was zu Essen kaufen, wenn´s recht ist!?"

Ich: "Und was macht ihr, wenn ihr was gegessen habt und das Geld wieder weg ist?"

Er: "Bist ganz schön mutig für so ne Blassnase. Abwarten, bis uns wieder jemand was gibt! Solidarität - schon ma gehört??"

Ich: "Ganz schön solidarisch, dieses einseitige Geben."

In dem Moment kamen die zwei anderen Dosenhalter dazu und die Punks auf der Decke schauten mich auch an. Langsam wurde ich etwas unruhig und ich beschloss aus Sicherheitsgründen etwas höflicher zu sein. Aus der Situation kam ich nicht mehr raus.

Er: "Watt sollen wir halt machen? Die Gesellschaft is´ eben scheiße zu uns. Die schauen uns alle an, als wär´n wir der letzte Dreck."

Ich: "Dann macht doch etwas dagegen und zeigt denen, dass ihr was könnt. Du hattest es schon angedeutet. Was hält euch davon ab zu arbeiten?"

Er: "Uns will doch eh kein Schwein. Außerdem is´ der Kapitalismus der größte Müll, den´s gibt! da geht´s nur ums Ausbeuten!"

Ich:"Es gibt auch Arbeitgeber, die Leute wie euch anstellen. Die achten nicht auf das was ihr seid, sondern auf das, was ihr könnt.
Und Außerdem macht ihr doch beim Kapitalismus mit, indem ihr um Geld bittet. Das ist auch eine Form von Geldwirtschaft.
"

Darauf guckte er mich ziemlich sauer an und sagte "Ich glaub, es is´ jetzt besser wenn du gehst." Die Gelegenheit
ergriff ich sofort und ging auf der Stelle Richtung Luisenplatz. Ich war erleichtert die Situation ohne Schlägerei und nur mit Worten überstanden zu haben.
Jedenfalls stellt sich für mich hier die Frage, warum sich die Punks, die sich als (Pseudo)Autonom bezeichnen so tun, als kommen sie ohne den Kapitalismus klar. In Wahrheit brauchen sie ihn doch, genau wie wir. Mitleid hat noch niemandem geholfen und ich habe auch keines.

Lügen die sich bewusst in die eigene Tasche, um ihre defensive Position zu stärken?
Haben die sich so sehr in diese Anti-Kapitalismushaltung reingesteigert, dass sie die Wahrheit nicht mehr sehen können?
Glaubt ihr, es gibt einen Weg aus dem Kapitalismus? Wo könnte man ernsthaft ansetzen?
Sind die Menschen bloß wieder zu faul, um etwas zu ändern?

Fragen über Fragen.

In aller Liebe und Verachtung
Daimao_Koopa
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gabor
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von gabor »

Zum Ersten:Ja!
Zum Zweiten:Ja!
Zum Dritten:Ja!
Zum Vierten:Bei der Solidarität.Der Grundgedanke passt schon.
Zum Fünften:Ja!
Linke Hand zum Gruss!
P.S.:Alternativen sollten schnellstens umgesetzt werden,den das kap.System als solches hat seinen Zenit lange überschritten.
Woher soll ich wissen, ob die Vergangenheit keine Fiktion ist, die nur erfunden wurde, um den Zwiespalt zwischen meinen augenblicklichen Sinneswahrnehmungen und meiner Geistesverfassung zu erklären?
Sarah
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Sarah »

Er: "Uns will doch eh kein Schwein. Außerdem is´ der Kapitalismus der größte Müll, den´s gibt! da geht´s nur ums Ausbeuten!"

Ich:"Es gibt auch Arbeitgeber, die Leute wie euch anstellen. Die achten nicht auf das was ihr seid, sondern auf das, was ihr könnt.
Und Außerdem macht ihr doch beim Kapitalismus mit, indem ihr um Geld bittet. Das ist auch eine Form von Geldwirtschaft."

Darauf guckte er mich ziemlich sauer an und sagte "Ich glaub, es is´ jetzt besser wenn du gehst."
"Ich glaub, es is´ jetzt besser wenn du gehst." - kann ich vollkommen nachvollziehen. Weil es sind die üblichen Sätze, die viele, Punks entgegen bringen.
Du bist nicht darauf eingegangen was er sagte. "Ausbeuten" hier liegt auch ein "kleiner" Kern.
Raus aus dem Kapitalismus, hmmm, schwer, sehr schwer, denke ich. Es sollte erstmal jeder die gleiche Chance auf Bildung bekommen egal welcher Schicht er angehört, damit alle Schichten die gleichen Aussichten auf gute Berufe haben. Wenn "viele", "vieles" wissen und können, werden die Jobs schon bald alle langfristig besetzt sein und man würde anfangen, den Lohn zu mindern, bzw andere Jobs (bei denen man vill kein Abi braucht) besser zu bezahlen, bis es irgendwann einheitliche Gehälter gibt.
Glaubt ihr, es gibt einen Weg aus dem Kapitalismus? Wo könnte man ernsthaft ansetzen?
Den gibt es sicherlich. Aber auch wie in der Magie, gilt es auch bei der Politik, sich dafür zu interessieren und einzusetzen.
Aber das will der Staat sicherlich nicht, also werden die Menschen an Infos knapp gehalten so gut es geht. (meine Meinung, kann auch sein, dass ich vielleicht leicht paranoid bin ;D) Aber Fakt ist, dass die da, ganz oben, die Arbeitgeber wohl eher darauf erpircht sind, dass es bleibt, wie es ist. Wie sonst sollen sie sich weiterhin die Taschen vollstopfen? Sicher, es gibt Kleinbetriebe wo der Arbeitgeber einfach seine Arbeit liebt, die Mitarbeiter gerecht bezahlt ect pp, aber die Mehrheit ist eben leider vom anderen Schlag.
Da liegt es an den Bürgern sich mal Gedanken darüber zu machen und sich auch einzusetzten. 10-12 Punks allein, können den Menschen nicht die Augen öffnen und sie zum mitmachen bewegen.

Wie ist denn da deine Meinung dazu, Daimao Koopa?
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Bella Aurora
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Bella Aurora »

Schwierig, weil es auch selbstständigen extrem schwer gemacht wird! Manche Kleinbetriebe werden von Großkonzernen verdrängt und überrollt, wodurch immer mehr Kleinbetriebe dicht machen müssen, obwohl sie sich oft in Kompetenz und Freundlichkeit deutlich von denen abheben...
Es wäre wünschenswert wenn man die kleinen Betriebe mehr unterstützen würde, denn die bezahlen ihre Mitarbeiter gut, und stecken selber arg zurück...

Liebe Grüße
Bella
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Sarah
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Sarah »

Du bist irgendwie nur auf das eingegangen, was ich schrieb? Ich schrieb es aber bezüglich des Hauptposts. Ging nicht um die Hauptwirtschaft und Unterstützung von Kleinbetrieben.
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Daimao_Koopa
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Daimao_Koopa »

@Gabor:
Kurz und bündig.
Daimao_Koopa hat geschrieben:warum sich die Punks, die sich als (Pseudo)Autonom bezeichnen so tun, als kommen sie ohne den Kapitalismus klar. In Wahrheit brauchen sie ihn doch, genau wie wir.
Wie kannst du die erste Frage nur mit "ja!" beantworten :???: ?
Im Bezug auf die Solidarität existiert eben das Problem, dass sich nur diejenigen solidarisch verhalten, die es selbst nötig haben.
Meiner Meinung nach wird es mit den bestehenden Machtverhältnissen sehr schwierig etwas daran zu ändern. Ich respektiere Subkulturen wie Punks zwar dafür, dass sie etwas ändern wollen, aber ich verstehe einfach nicht, warum sie nicht auf Lösungen hinarbeiten.
Sarah hat geschrieben:"Ausbeuten" hier liegt auch ein "kleiner" Kern.
Jetzt wo du es sagst, fällt mir das auch auf!Vielleicht könnte diese Abneigung gegen Ausbeutung der Grund sein, warum gerade Linksautonome auf Arbeit verzichten wollen.
Sarah hat geschrieben:Es sollte erstmal jeder die gleiche Chance auf Bildung bekommen egal welcher Schicht er angehört, damit alle Schichten die gleichen Aussichten auf gute Berufe haben.
Das ist auch meine Meinung dazu. In Bildung/Wissen liegt der Schlüssel zur freiheitlichen Lebensgestaltung. Das Problem, das ich hier aber sehe, liegt nicht an der Chancengleichheit an sich, sondern vielmehr an den Bildungsinstitutionen.
Bildungsinstitutionen sind sehr anfällig für eine Manipulation durch die oberen Schichten der Gesellschaft. Genau das sollten sie aber nicht sein. Dieses Problem ist auch eines der allergrößten der Bildungssoziologie. Weder in Theorie, noch in Praxis lässt sich ein möglicher Lösungsansatz finden. Vielleicht ist ja das Leistungsprinzip, auf dem alle Bildungsstätten aufbauen einfach nur kaputt?
Sarah hat geschrieben:Aber das will der Staat sicherlich nicht, also werden die Menschen an Infos knapp gehalten so gut es geht.
Hm, gute Idee. Informationspolitik zum Erhalt des Ist-Zustandes. Was meint ihr anderen dazu?
Sarah hat geschrieben:Sicher, es gibt Kleinbetriebe wo der Arbeitgeber einfach seine Arbeit liebt, die Mitarbeiter gerecht bezahlt ect pp, aber die Mehrheit ist eben leider vom anderen Schlag.
Ich würde sagen, dass das Problem hier beim Börsengang liegt. Sobald ein Unternehmen in der Börse notiert ist, fängt es meistens an um Biegen und Brechen Gewinn einzufahren.
Sarah hat geschrieben:Wie ist denn da deine Meinung dazu, Daimao Koopa?
Nach meinen Informationen ist der Kapitalismus in jedweder Form dem christlichen Evangelismus entsprungen. Die protestantische Ethik (siehe hierzu Max Weber) hat sich zu einem Grundprinzip festgesetzt, dass Arbeit durch Reichtum belohnt, der durch "Gott" wegen Anstrengung und Fleiß vergeben wird.
Zu einer gewissen Zeit war es sprich und einfach "gut" diesem Prinzip zu folgen und über die Zeit hat sich der religiöse Kontext aus der protestantischen Ethik verzogen. Was übrig blieb, war der grundsolide Rahmen für den Kapitalismus.
So wütend mich das auch macht, aber ich glaube, dass der Kapitalismus solange bestehen bleibt, bis der Mensch seine Gier nach mehr abgelegt hat. Gier ist eine der Grundvorraussetzungen, um den Kapitalismus sinnvoll zu finden.

Eine Möglichkeit an den bestehenden Verhältnissen etwas zu verändern, wäre die Grundlage für die protestantische Ethik ab zu bauen. Ich habe es irgenwie im Gefühl, dass der Kapitalismus zusammen mit dem Christentum fallen wird.
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Eno
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Eno »

Daimao_Koopa hat geschrieben: Eine Möglichkeit an den bestehenden Verhältnissen etwas zu verändern, wäre die Grundlage für die protestantische Ethik ab zu bauen. Ich habe es irgenwie im Gefühl, dass der Kapitalismus zusammen mit dem Christentum fallen wird.
Es gibt eine Reihe nicht-christlicher kapitalistischer Länder.
Die vorchristlichen, auf Sklavenhaltung basierenden Wirtschaftssysteme, z.B. im römischen Reich waren nicht unbedingt besser.

Außerdem ist Max Weber nur bedingt repräsentativ für das Christentum.

Nicht das ich das Christentum oder den Kapitalismus verteidigen möchte, aber einen Zusammenhang sehe ich da nicht.

Gruß
Eno
Zuletzt geändert von Eno am 13. Aug 2011 21:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Bella Aurora
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Bella Aurora »

Ja Sarah weil das für mich der erste Schritt in die richtige Richtung wäre und man unterscheiden sollte zwischen Familienbetrieb und Großkonzern.
Einerseits motzen alle incl Regierung über zu wenig Arbeitsplätze rum und andererseits wird es kleinen Firmen echt schwer gemacht, die aber wiederum auch Arbeitsplätze schaffen und wo es noch unbefristete Arbeitsverträge gibt.
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Chaotica
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Chaotica »

*lol* den Punks ist wohl die Politik, Philosophie usw. ziemlich egal denke ich. Da geht es eher drum ein gewisses Gefühl nebst Lifestyle zu zelebrieren. Autonomes Lager klingt gut und Leute anbaggern und noch ein paar Kröten dazuverdienen ist doch geil. Wie die wohl geguckt hätten, wenn man ihnen einen Liter H-Milch und einen Apfel gegeben hätte, mit der Bemerkung, sie bräuchten sicher was zur Stärkung?

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khezef
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von khezef »

*lol* den Punks ist wohl die Politik, Philosophie usw. ziemlich egal denke ich. Da geht es eher drum ein gewisses Gefühl nebst Lifestyle zu zelebrieren. Autonomes Lager klingt gut und Leute anbaggern und noch ein paar Kröten dazuverdienen ist doch geil. Wie die wohl geguckt hätten, wenn man ihnen einen Liter H-Milch und einen Apfel gegeben hätte, mit der Bemerkung, sie bräuchten sicher was zur Stärkung?
Jap, das wäre einmal ein Foto wert

Okay, Spaß beiseite:

Der verdammte Mist ist doch, dass das System für unsereins zumindest funktioniert. Es ist Mist, aber es funktioniert. Wir haben alles, leben im Überfluss, was wollen wir mehr? Doch der Punkt ist, dass dieses System, das von drei Kontinenten hemungslos ausgelebt wird, auf den Schultern von drei anderen aufbaut, diese ausbeutet und klein hält. Und wenn die was vom Kuchen abhaben wollen, dann heißt es: Beseitigt erst mal eure eigenen Schwierigkeiten!

Aber das Blöde ist, wir selbst würden dieses System niemals zerstören, dafür versorgt es uns zu gut. Wir können zwar die Faust schütteln und mit den Säbeln rasseln, aber am Ende ist es auch nur heiße Luft.

Was die Punks angeht:
Unter 100 findest du vielleicht einen Originalen, alle anderen sind Mitläufer und Mitsäufer und gehören ernsthaft zum faulen Pack. Erkennbar an ihrer Argumentation
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Daimao_Koopa
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Daimao_Koopa »

Eno hat geschrieben:Es gibt eine Reihe nicht-christlicher kapitalistischer Länder.
Die vorchristlichen, auf Sklavenhaltung basierenden Wirtschaftssysteme, z.B. im römischen Reich waren nicht unbedingt besser.
Diese Systeme hatten aber weder das Prinzip des Berufs als Berufung, noch nahmen deren Bevölkerung (auch Sklaven) nicht aus der positiven Überzeugung teil. Das was den Kapitalismus von den deinerseits genannten Wirtschaftsformen ausmacht, ist die stupide Überzeugung, es sei "gut" (im Sinne gottgefällig) daran teilzunehmen. Ausbeutung gibt es schon seit der Feudalzeit, da hast du recht.
Chaotica hat geschrieben:*lol* den Punks ist wohl die Politik, Philosophie usw. ziemlich egal denke ich. Da geht es eher drum ein gewisses Gefühl nebst Lifestyle zu zelebrieren. Autonomes Lager klingt gut und Leute anbaggern und noch ein paar Kröten dazuverdienen ist doch geil. Wie die wohl geguckt hätten, wenn man ihnen einen Liter H-Milch und einen Apfel gegeben hätte, mit der Bemerkung, sie bräuchten sicher was zur Stärkung?
Ich hatte leider nichts zu futtern dabei - schade.
Ich würde sagen, dass es teils teils ist. Ein Teil will nur aufmucken und der andere die Welt verändern. Ich denke aber nicht, dass Punks es nötig haben sich zu profilieren. Wem wollen die was beweisen? Der eine Typ hatte ja gesagt, alle fänden sie scheiße.
khezef hat geschrieben:Der verdammte Mist ist doch, dass das System für unsereins zumindest funktioniert. Es ist Mist, aber es funktioniert. Wir haben alles, leben im Überfluss, was wollen wir mehr?
Genau das sehe ich als Problem. Die Minimalversorgung hält die Unzufriedenen davon ab sich zu beschweren. Immerhin wird man ja umsorgt... :lol: .
Hartz-IV scheint sozusagen die Nemesis der Revolution zu sein, wobei Revolution im Sinne von umdenken gemeint ist.
khezef hat geschrieben:Aber das Blöde ist, wir selbst würden dieses System niemals zerstören, dafür versorgt es uns zu gut. Wir können zwar die Faust schütteln und mit den Säbeln rasseln, aber am Ende ist es auch nur heiße Luft.
Alleine kann man da ohne Gewalt nichts auslösen. Da müsste man sich gemeinsam dagegen lehnen. Dummerweise machen Punks das schon und es funktioniert nicht. Vielleicht liegt die Lösung darin eine Gegenpartei zu gründen, aber selbst da haben die alten Parteien die Bevölkerung shcon geimpft.
Es scheint wirklich aussichtslos.

Wie wäre es denn damit ein Bewusstsein für die Blödsinnigkeit des Kapitalismus zu wecken? Müsste man dazu eventuell die Staatsform hinterfragen?
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Ich
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Ich »

Ob es Auswege und sinnvolle Ansätze aus dem immer weiter um sich greifenden (und jeglichem Gemeinschaftssinn entfremdeten und somit pervertierten) Raubtierkapitalismus gibt? Mit Sicherheit, könnte da Romane zu schreiben! Aber offengestanden habe Ich persönlich aus diversen Gründen hier keine große Lust dazu (Zeitverschwendung in meinen Augen). Außerdem ist das hier auch kein Politforum (und sollte es meiner Ansicht nach auch nicht werden).
Daimao_Koopa hat geschrieben:Müsste man dazu eventuell die Staatsform hinterfragen?
Ist jetzt 'ne Scherzfrage, oder? :lol: Hatte dieses Sätzchen zunächst doch glatt überlesen!
Weißt Du, was eine plutokratische Oligarchie ist? Ja, genau, die derzeitige politische Realität. Ein bloßes "Hinterfragen" wird da wohl nicht ausreichen...
"Demokratie" hingegen ist ein seeehr dehnbarer Begriff und (heutzutage) nur noch ein Märchen.
"Ich bin kein Bekenner, ich bin ein leidenschaftlich beteiligter Betrachter!" (E.v.S.)
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Azazel »

da spricht Ich wahre Worte
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Sarah »

Wie die wohl geguckt hätten, wenn man ihnen einen Liter H-Milch und einen Apfel gegeben hätte, mit der Bemerkung, sie bräuchten sicher was zur Stärkung?
Das könnte man bei 90% der Obdachlochen ebenfalls fragen. Und nur mal so am Rande: Als wir (meine Mutter & ich) noch woanders gewohnt haben, gab es einen Obdachlosen mit Hund, der oft in der Stadt saß und bettelte. Da wir es aber für wenig sinnvoll hielten, ihm 50Pfennig (waren noch DM zeiten) zu geben, weil er davon nicht viel hat, brachten wir ihm oft Brote und andere Lebensmittel die wir zuviel hatten. Und für seinen Hund (worüber er sich immer sehr dankbar zeigte und sich freute) brachten wir auch oft Wurst mit!
Ich schätze, über einen Liter H-Milch würde ich auch eher dümmlich dreinschauen. Da wäre wohl Mineralwasser o.ä sinnvoller. Vielleicht Apfelschorle o.ä

Ja, Bella. Für dich der erste Schritt in die richtige Richtung. Wir wissen dass dein Mann selbstständig ist und du bei ihm aushilfst, natürlich liegen dir demnach Kleinbetriebe auch sehr am Herzen, es geht ja hier aber, wenn wir das Ganze betrachten, um viel, viel mehr. Natürlich wäre da, bei Kleinbetrieben anzufangen ebenfalls wichtig.
Bildungsinstitutionen sind sehr anfällig für eine Manipulation durch die oberen Schichten der Gesellschaft. Genau das sollten sie aber nicht sein. Dieses Problem ist auch eines der allergrößten der Bildungssoziologie. Weder in Theorie, noch in Praxis lässt sich ein möglicher Lösungsansatz finden. Vielleicht ist ja das Leistungsprinzip, auf dem alle Bildungsstätten aufbauen einfach nur kaputt?
Richtig. Es wird ab der 4. Klasse, wenn man so will, nur noch aussortiert, wer sich ein Studium später mal eher "leisten" kann, als andere. Sehe ich zumindest so.
Gute Schulen, sind nur noch selten, vorallem was Haupt/Gesamtschulen betrifft. Aber das ist ein anderes Thema (Vielleicht hat der ein oder andere mal Interesse daran zu vergleichen inwiefern sich die unterschiedlichen Schulformen unterscheiden, aber das wäre in einem neuen Thema eher angebracht....)

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Ich habe es irgenwie im Gefühl, dass der Kapitalismus zusammen mit dem Christentum fallen wird.
2012 steht bevor, wer weiß, wer weiß x)
Ich weiß nicht wie andere das sehen, aber es gibt ja zu 2012 die verrücktesten Theorien (ich lasse aus Sachlichkeit das Wort "Verschwörung" einfach mal weg)
unter anderen die, dass der "Weltuntergang" nur bildlich gemeint ist im Sinne von "Es wird ein entscheidendes Ereignis bevor stehen". Sozusagen ein "Neubeginn". Wie dieser aussehen soll, ist dann aber wieder eine andere Frage und vorallem, inwiefern tatsächlich so sein wird und wie man das ganze umsetzen will. Dem ein oder anderen sagt NWO vielleicht was. Aber das...ich widerhole mich, ist wohl wieder ein anderes Thema wert x)
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Bella Aurora »

Es ging dabei nicht um meinen Mann, sondern um deine Bemerkung, dass sich selbstständige, du sagtest Arbeitgeber, sich die Taschen vollstopfen, also habe ich hier mal differenziert!
Dass das nur ein kleiner Teil ist mag sein, mir ging um die Verallgemeinerung in deinem Satz!

Liebste Grüße
Bella

Ps: Insofern ich hier nicht solcherlei erwähne, wie mein privates Umfeld ist, unterlasse du es bitte!Wir sind uns wohl einig dass das keinen was angeht und wenn ich nur darauf hinaus wollen würde, würde ich es schreiben
Alles weitere über Pm.
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Sarah »

Bella,
du sagtest Arbeitgeber, sich die Taschen vollstopfen, also habe ich hier mal differenziert!

Weißt du, wenn man andere bezichtigt etwas gesagt zu haben, dann bitte nur, wenn es auch stimmt. Dazu gehört auch, GENAU zu lesen was da steht. In meinem Post steht
Sicher, es gibt Kleinbetriebe wo der Arbeitgeber einfach seine Arbeit liebt, die Mitarbeiter gerecht bezahlt ect pp, aber die Mehrheit ist eben leider vom anderen Schlag.
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Bella Aurora »

.D) Aber Fakt ist, dass die da, ganz oben, die Arbeitgeber wohl eher darauf erpircht sind, dass es bleibt, wie es ist. Wie sonst sollen sie sich weiterhin die Taschen vollstopfen...etc
Dein erster Post...

Liebste Grüße
Bella
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Sarah »

Nun kann man die Wortwahl auch auf eine Waagschale legen, richtig.
Mit "Die da oben" sind dann eher Anzugträger gemeint und diesbezüglich würde ich meinen Satz so stehen lassen.
Aber wenn man sich angesprochen fühlt, reagiert man natürlich auf gewisse Äußerungen. Das ist aber wohl nur menschlich.
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Bella Aurora »

Nein ich hatte es einfach als Verallgemeinerung verstanden, weil die da oben auch die gängigen Arbeitgeber sein können, deswegen dann mein danachfolgender Post, um das einmal richtig zu stellen, damit es nicht missverstanden wird.
Und persönlich angesprochen hatte mich das da noch nicht

Liebe Grüße
Bella
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Chaotica
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Chaotica »

Warum sich um Politik Gedanken machen, wenn 2012 ohnehin schon bevorsteht? Ich hätte da eine super Idee, wie mit dem Kapitalismus aufgeräumt werden kann: Jeder überschreibt mir sein Kapital, das braucht er danach ohnehin nicht mehr, weil er in die nächste Dimension aufsteigt, ich melde mich freiwillig und bleibe zurück und entsorge das Kapital völlig selbstlos.

Ich finde Milch nett zum spenden, das erinnert ein wenig an eine nährende Kuh, die ja in einigen Schöpfungsmythen eine wichtige Rolle spielte.

Wie so Punks wohl reagieren, wenn man mit Milch und Kakao anrollt und ihnen vorschlägt eine Schokoparty zu machen? Jeder kriegt noch eine Milchschnitte und ein Überraschungsei. Immerhin sollte soviel Autonomie belohnt werden. Mich interessiert bei so Kids immer, wie sie sich ihr Leben so mit 60 und langsam Rente fähig, falls es das da noch gibt, vorstellen? Ob dann die Glatze tätowiert wird, was macht man, wenn die Haut um die Piercings erschlafft. Die Tätowierungen nicht mehr zu erkennen sind, weil 50 kg zugelegt..........

Schon spannend was da für Antworten kommen.

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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Daimao_Koopa »

Ich hat geschrieben:Außerdem ist das hier auch kein Politforum (und sollte es meiner Ansicht nach auch nicht werden).
Deswegen steht das Thema auch im allgemeinen Bereich. Ich hatte lediglich eine Erfahrung, zu der ich einige Fragen hatte.
Ich dachte nur, dass sich die großen Geister ihr aetherisches Köpfchen auch mal über ein weltliches Problem zerbrechen könnten.
Ich hat geschrieben:Ist jetzt 'ne Scherzfrage, oder? :lol: Hatte dieses Sätzchen zunächst doch glatt überlesen!
Weißt Du, was eine plutokratische Oligarchie ist? Ja, genau, die derzeitige politische Realität. Ein bloßes "Hinterfragen" wird da wohl nicht ausreichen...
"Demokratie" hingegen ist ein seeehr dehnbarer Begriff und (heutzutage) nur noch ein Märchen.
Nein, so etwas nennt man "Eisbrecherfrage" :brute: , um die Diskussion etwas anzuregen. Aber es muss ja niemand...
Hinterfragen ist der erste Schritt auf dem Pfad der Veränderung von festgefahrenen Strukturen. Bevor man etwas verändern kann, muss ein öffentliches Bewusstsein her.
Und ja, in Deutschland gibt es keine Demokratie, sondern wohl mehr eine Demokratur.

@Sarah und Bella Aurora:
Klärt das doch bitte über PN.
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Sarah
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Sarah »

Haben wir schon längst?!
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Bella Aurora »

Was außerhalb des Themas war wurde via Pm geklärt und der Rest zu der Thematik hier

Liebste Grüße
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von Ich »

Daimao_Koopa hat geschrieben:Nein, so etwas nennt man "Eisbrecherfrage" :brute: , um die Diskussion etwas anzuregen. Aber es muss ja niemand...
Hinterfragen ist der erste Schritt auf dem Pfad der Veränderung von festgefahrenen Strukturen. Bevor man etwas verändern kann, muss ein öffentliches Bewusstsein her.
Und ja, in Deutschland gibt es keine Demokratie, sondern wohl mehr eine Demokratur.
:lol: Ja, weiß Ich schon... Rest: siehe oben ;) .
"Ich bin kein Bekenner, ich bin ein leidenschaftlich beteiligter Betrachter!" (E.v.S.)
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Re: Lol, Punks...!

Beitrag von gabor »

Naja...den Leuten geht es zu gut...ist einfach so.
Wir versuchen schon ewig für die Nachtschicht`nen Treiber zu kriegen.Körperlich wenig anstrengend,öffentliche Verkehrsmittel fahren bis 500m an die Arbeitsstelle ran,8,-Einstellungsgehalt,Vertrag,Arbeitsklamotten gibt`s gestellt,Dusche ist auch da......und keine SAU will das machen.Aber jammern,es gäbe keine Arbeit.
Und wenn ich mich so mit den Kiddies unterhalte....20,-Netto,35-Stunden Woche,15 Monatsgehälter...Da könnte man schon überlegen aufzustehen.. :kotz: :kotz: :kotz:
Linke Hand zum Gruss!
Woher soll ich wissen, ob die Vergangenheit keine Fiktion ist, die nur erfunden wurde, um den Zwiespalt zwischen meinen augenblicklichen Sinneswahrnehmungen und meiner Geistesverfassung zu erklären?