Rapsodia Satanica

Horror, Thriller, Fantasy, Sci-Fi, Mystery

Moderator: Tyger

Benutzeravatar
Thefalus
Beiträge: 2520
Registriert: 19. Sep 2011 14:09
Wohnort: ἰατρέ, θεράπευσον σεαυτόν
Kontaktdaten:

Rapsodia Satanica

Beitrag von Thefalus »

Rapsodia Satanica (Italien 1915)

Die greise Aristokratin Alba d´Oltrevita sehnt sich nach ihrer verlorenen Jugend und schließt einen Pakt mit dem Teufel: Wenn sie auf die Liebe verzichtet, erhält sie von Mephisto ewige Schönheit. Zwei Brüder umwerben Alba. Den leidenschaftlichen Sergio weist sie verächtlich zurück, sie will Tristano, Sergios Bruder. Die Tragödie ihren Lauf, als Sergio sich erschießt und Alba das erste Mal wieder Reue und Liebe verspürt. Sie ist bereit, dafür Vergänglichkeit anzunehmen. Verschleiert als Braut Tristanos, geht Alba dem Tod entgegen.

Aber nicht das Handlungsgeschehen ist für diesen Film zentral - darin einem Ballett oder einer Oper ähnlich und ganz unähnlich einem Spielfilm, wie wir ihn uns heute vorstellen -, sondern die Entfaltung berückender ästhetischer Effekte und einer experimentierenden Körperkunst der Diva Borelli. "In der Abfolge von Posen, Gesten und Blicken modulierten die italienischen Filmdiven ihre stummen Arien, jede mit dem ihr eigenen physischen Timbre. Lyda Borelli ist die Unwirklichste. Mehr bewegte Malerei als bewegte Photographie ... oszilliert sie zwischen zwei vorformulierten erotischen Phantasmen der Dekadenz, der femme fatale und dem Androgyn; metallisch, gleissend, mit großen Gesichtszügen und muskulösem Hals, wirkt sie manchmal mächtig wie ein Transvestit ..." (Mariann Lewinsky) Ausstattung und Szenerien sind im Kontext ihrer Zeit modisch und avantgardistisch: die Bilderwelten des Jugendstils und des Symbolismus.

Kein Geringerer als Opernkomponist Pietro Mascagni schrieb 1914 die Musik zu dieser originellen Verfilmung der Faust-Sage. Auch Wagners Tristan stand Pate: Neben der Leitmotivtechnik bezeugt dies eine expressive, farbenreiche Harmonik, mit der Mascagni die Verflechtungen von Liebe und Tod illustriert. Dabei nimmt die Filmmusik auch eigenständige symphonische Formen an, die wiederum den Film zum illustrierenden Medium machen.

Regie: Oxilia, Nino
Musik: Mascagni, Pietro
Darsteller: Lydia Borelli, Andrea Habay,
Ugo Bazzini, Giovanni Cini, u.a.

Auf Youtube

Thefalus
The Abyss Diving Association
Bild
Per Lubidinem Ad Profundum
Benutzeravatar
Azazel
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 11545
Registriert: 20. Mär 2005 15:54
Religionszugehörigkeit: keine
Wohnort: Der Dummheit der Menschheit sind keine Grenzen gesetzt
Kontaktdaten:

Re: Rapsodia Satanica

Beitrag von Azazel »

Danke - kannte ich noch nicht. Zur Zeit ist ja mal wieder so eine Retrophase und es kommen die alten Stummfilmklassiker neu aufbereitet auf DVD heraus..wie Mephisto, die Nibelungen und Nosferatu
Benutzeravatar
Thefalus
Beiträge: 2520
Registriert: 19. Sep 2011 14:09
Wohnort: ἰατρέ, θεράπευσον σεαυτόν
Kontaktdaten:

Re: Rapsodia Satanica

Beitrag von Thefalus »

Azazel hat geschrieben:Danke - kannte ich noch nicht. Zur Zeit ist ja mal wieder so eine Retrophase und es kommen die alten Stummfilmklassiker neu aufbereitet auf DVD heraus..wie Mephisto, die Nibelungen und Nosferatu
Richtig. Da sind dann auch tatsächlich manchmal ein paar weniger bekannte Schmankerl dabei. ;)

Thefalus
The Abyss Diving Association
Bild
Per Lubidinem Ad Profundum
Benutzeravatar
Azazel
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 11545
Registriert: 20. Mär 2005 15:54
Religionszugehörigkeit: keine
Wohnort: Der Dummheit der Menschheit sind keine Grenzen gesetzt
Kontaktdaten:

Re: Rapsodia Satanica

Beitrag von Azazel »

Ih ja...Stummfilme haben durchaus Ihren Reiz

Zurück zu „Filme“