Review: Graupel - Auf alten Wegen...

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Saiigal
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Review: Graupel - Auf alten Wegen...

Beitrag von Saiigal »

Graupel - Auf alten Wegen...

Genre: Black Metal
Release: 2005 bei Cold Dimensions

[img]undefined://www.metal.de/pix_cdreviews/en_graupel_a.jpg[/img]

Jaaa, hier haben wir wieder einmal ein wunderbares Stück deutschsprachigen Black Metal´s. Und zwar wie er im Bilderbuch steht: roh, größtenteils schnell, monoton, dissonant und denoch steckt eine gewisse Komplexität und Tiefgängigkeit in jedem einzelnen Song. Dazu kommt noch der tolle underground Sound. Eiskalte Gitarren, 1A Drumming *thumbs up* (verantwortlich hierfür sind übrigens Gnarl und Ratatyske von Verdunkeln =)). Es fällt mir auch sehr schwer Vergleiche zu ziehen. Die Band hat einen sehr eigenen Stil wie ich finde, obwohl man doch einige paralelen zwischen ihnen und dem frühen Nagelfar (Ger.) ziehen kann (liegt wahrscheinlich daran das der Sänger Zingultus vor Nagelfar´s auflösung bei ihnen tätig war).
Auch lyrisch haben Graupel was zu bieten (auch wenn man sich hart daran tut das Gekreische von Zingultus [Nagelfar, Graven] zu verstehen xD). Die Texte sind in einer "wütend-depressiven" Art geschrieben und behandeln Dinge wie Trauer, Unverständnis aber auch Hingabe und Lebenswillen. Hervorzuheben ist an dieser Stelle der fünfte Song "Requies Filii", den Zingultus seinem verstorbenen Sohn gewidmet hat. Das Stück ist mein persönlicher Favorit und auf seine besondere Weise absolut genial. 10 Minuten purer Emotion. Und wer bei einer Stelle wie

"es braucht eine sekunde
um lebewohl zu sagen,
doch augenscheinlich ein leben,
um abschied zu nehmen."

nicht ergriffen ist, dem kann ich auch nicht mehr helfen... aber auch musikalisch hebt "Requies Filii" sich vom rest des Albums ab, denn es ist eher langsam und irgendwie erhaben.
Ein wahres schmankerl ist auch der vierte Song "Der Alte Weg" (welcher wohl den Titelsong darstellt). Zuanfangs wird man von einer trägen, todeskalten Gitarrenwand überrollt, die sich ungefähr bis zur Hälfte des Songs vorarbeitet. Danach zieht das Tempo wieder an, jedoch ohne das etwas von der Atmosphäre des Songs verloren geht. Gegen Ende wird es wieder gemächlicher und man wird schließlich in die abgründige Gefühlswelt von "Requies Filii" entlassen.
Der Rest des Albums ist nicht wirklich hervorzuheben. Eben ein gutes Stück bescheidenen Black Metals, welches nur in seiner Gesamtwirkung zur Geltung kommt.

Leider waren kein Samples im Web zu finden... Wenn ihr die Band interessant findet werdet ihr um einen Blindkauf wohl nicht herumkommen (aber es lohnt sich, glaubt mir)

Eins noch...
Hailz to Zingultus! Seine emotionale Offenheit auf diesem Album hat mich sehr berührt.


grz Saiigal
Vie doede ikke, vi har aldri levt... - Wir sind nie gestorben, wir haben nie gelebt...

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